Evidenzen fuer den Gott der Bibel

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Ewig in der Hölle schmoren?

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1 Ewig in der Hölle schmoren? on Mon Jul 26, 2010 10:08 am

http://www.bibelcenter.de/bibel/studien/d-std102.php

Einleitung

Vor nicht allzu langer Zeit beteiligten sich mehrere Christen bei einem unserer E-Mail Foren an einer Studie des Römerbriefs, und im Zusammenhang mit einem bestimmten Abschnitt wandte sich der Austausch auch der Frage des ewigen Heils und der ewigen Verdamnis zu. Dabei vertraten einige die Ansicht, daß die Bibel davon spricht, daß die Ungläubigen und Verlorenen nach dem Gericht für ewige Zeiten im Höllenfeuer leiden werden. Sie müßten sich dies als gerechte Strafe für ihren Lebenswandel und ihre Weigerung, an Jesus zu glauben, sich selbst zuschreiben. Andererseits, so wurde dargelegt, sei ein solches Ende hoffentlich Ansporn für uns als Christen, nicht untätig zu bleiben oder weiter in Sünde zu leben, denn das ewige Feuer warte ja schon auf die, die sich von Gott abwenden und nicht an Christus glauben.

Diese Beiträge veranlaßten mich dann doch, der Sache nachzugehen und die damit verbundenen Schriftstellen etwas genauer anzuschauen. Was ist biblisch eigentlich mit "Hölle" gemeint? Was geschieht da? Wer ist dort? Werden verstorbene Leute dereinst in der Hölle am Leben sein dort eine endlos lange Strafe erleiden? Solche Fragen kamen auf, und es gilt, die anhand der Aussagen in der Schrift zu beantworten.

Als ich dann zusätzlich zur Bibel noch in einigen Kommentaren unter dem Stichwort "Hölle" nachsah, erkannte ich schnell, daß nicht nur heute, sondern über die Jahrhunderte hinweg Gedanken an die "Hölle" und "ewiges Feuer" Menschen beschäftigt haben. Im Mittelalter wurden Lehren über Fegefeuer und die Hölle von seiten der römischen Kirche in großem Stile zur Unterdrückung vieler Christen eingesetzt, und die Strafe "ewigen Feuers" für die Seele wurde Kirchenabtrünnigen angedroht und "verheißen". In ganz anderer Hinsicht wurde solches Gedankengut über die "Hölle" frommen Menschen zum Verhängnis, denn es sind auch Fälle von Selbstmorden bekannt, wo Gläubige angesichts solcher Lehren nicht mehr mit dem Bild eines solch grausamen und strafenden Gottes zurechtkamen.

Solche Überlegungen sind heutzutage eher nicht mehr die Norm, vielmehr wird sofort Gott als ein "Gott der Liebe" in Frage gestellt, denn wie soll ein solches Vorgehen, ungläubige Menschen für ewig "im Höllenfeuer schmoren" zu lassen, mit einem liebenden Gott vereinbar sein? Sofort wird angeführt, daß doch Jesus sogar von Feindesliebe sprach, nicht aber von "Feindvernichtung" bzw. - noch schlimmer - von ewiger und unsäglicher Feindquälerei. Und dann fehlen natürlich auch nicht die Argumente, daß es offensichtlich Unrecht sei, wenn Gott etwa "unschuldige Kinder" oder auch Erwachsene zu einer solchen ewigen Strafe verdammt, nur weil sie vielleicht nie alt genug wurden, um das Evangelium von Christus zu hören oder in einer Gegend aufwuchsen, wo niemand je von Jesus Christus redete und sie daher gar nichts von ihm gehört haben.

Wie können solche Fragen beantwortet bzw. solche Überlegungen biblisch erläutert und verstanden werden? Stimmen überhaupt die Bilder von der Hölle, die solchen Argumenten zugrundeliegen? Oder sind diese Fragen und Sorgen womöglich eigentlich (wenn auch vielleicht nur teilweise) hinfällig? Mit dieser Studie will ich einige biblische Antworten aufzeigen, in der Hoffnung, daß dadurch Christen ein besseres und genaueres Verständnis der Schrift erlangen und sie darin wahrlich Hoffnung haben mögen.

Der Begriff "Hölle"

Zunächst einmal wollen wir uns ein besseres Bild davon machen, was die Bibel überhaupt als "Hölle" bezeichnet. Die Beschäftigung mit dem Wort "Hölle" allein, vermittelt uns bereits einige ganz wichtige und interessante Informationen.

In der Lutherbibel (1984) kommt der Begriff "Hölle" im Alten Testament nur einmal in Hiob 11 vor, allerdings nicht im heute gängigen Sinne eines "Ortes eines ewig brennenden Feuers". Auch findet sich im hebärischen Text eigentlich kein Begriff für das gängige Bild der "Hölle" als eines Ortes ewig andauernder Verdammnis.

Im Neuen Testament gibt es mehrere Stellen, an denen das Wort "Hölle" als Übersetzung von zwei griechischen Wörtern benutzt wird. Eines dieser griechischen Wörter ist das Wort hades, es bezeichnet eigentlich den Bereich des Todes, das Totenreich; der "Ort" oder besser Zustand, in welchem die Toten sind. Das entsprechende hebräische Wort im Alten Testament ist sheol, es bezeichnet ebenfalls den Zustand oder Ort der Toten, das Totenreich, in welchem alle Verstorbenen sind. Es ist ein Ort, an dem es kein Bewußtsein, keine Erinnerung, kein Leben als solches gibt. Das "Grab" bezeichnet den physischen Ort, wo man den Leichnam eines Menschen begrub, sheol bzw. hades bezeichnen nicht unbedingt den realen Ort der Grabesruhe, sondern den "Bereich", den "Zustand", das "Reich", in welchem die Toten weilen bis zum Zeitpunkt ihrer Auferweckung zum Leben oder zum Gericht (wobei man beachten sollte, daß hades im Neuen Testament nicht die ansonsten aus griechischer Mythologie und Sagenwelt bekannte Bedeutung hat, wo Tote in irgendeiner Form am Leben sind, sondern tatsächlich einfach den Bereich des Todes umschreibt). Diese Wörter haben absolut nichts mit einem ewigen Feuer zu tun. Was also mit diesen Worten bzgl. des Zustands der Toten ausgesagt wird, läßt in keiner Weise auf eine ewige Feuerqual oder ein von Gott als Strafe angesetzes Höllenfeuer nach dem Tode schließen.

Das zweite griechische Wort, welches im Neuen Testament mit "Hölle" übersetzt wurde, ist das Wort gehenna. Dieses Wort ist eigentlich die griechische Bezeichnung für das nahe bei Jerusalem liegende Ben Hinnom Tal, das den Juden seit langem als Müllhalde diente und wo sie ihren Müll und ihren Unrat hinbrachten und verbrannten. Dieser Ort war in der Tat als ein "Ort ewigen Feuers" bekannt, weil der Müll nämlich ständig brannte und das Feuer dort nicht erlosch. Die Gehenna war daher ein Ort von Feuer, Unrat, Gestank usw und es war der Inbegriff des abscheulichen schlechthin. Gehenna ist also biblisch zunächst die Bezeichnung für einen buchstäblich existierenden Ort nahe bei Jerusalem. Auf dieses Tal und den forwährend brennenden Müllhaufen dort nahm u.a. auch der Prophet Jesaja Bezug, als er in sehr drastischer Weise das Gericht Gottes über Juda und Jerusalem beschrieb (vgl. Jesaja 66,24). Auch Jesus sprach von dieser Gehenna und nutzte dieses Bild abscheulichen Unrats und der ewigen Müllverbrennung in der Bergpredigt, als er zur Umkehr aufrief und das Ende jeglichen Verharrens in der Sünde mit dem "auf die Müllhalde Jerusalems geworfen werden" verglich. Jesu Zuhörern war dieses Bild natürlich gegenwärtig und sie verstanden sicherlich genau, was Jesus mittels dieses Vergleichs und dem Hinweis auf die Gehenna ihnen ganz betont vorhielt.Jesus redete gar nicht von einem zukünftigen buchstäblichen Ort "ewigen Feuers", von "einer Hölle" in dem uns aus (eigentlich falscher) religiöser Unterweisung bekannten Sinne. Die Übersetzung "Hölle" ist an sich bereits mißverständlich, man sollte vielmehr das Wort Gehenna bzw. Ben Hinnom beibehalten, wodurch klar wäre, das wir es zunächst mit einem Eigennamen eines Ortes in der Nähe von Jerusalem zu tun haben.

Außer diesen beiden Wörtern bzw. ihrer Übersetzung ins Deutsche als "Hölle" hat noch ein weiterer Begriff aus der Offenbarung des Johannes die Vorstellung einer "Hölle" geprägt, nämlich der Begriff des "Pfuhls aus Feuer und Schwefel" oder "feurigen Pfuhls" (vgl. Offenbarung 20,10.14). Allerdings sollte man beachten, daß vielfach in der Offenbarung Umschreibungen und Bilder aus dem hebräischen Sprachraum benutzt werden, um bestimmte Zustände zu beschreiben und zu verdeutlichen. Wenn wir uns an die Gehenna erinnern und wie sie als Bild für Gottes Gericht verwendet wurde, so wird deutlich, daß das Bild des "feurigen Pfuhls" eigentlich das gleiche umschreibt. Es handelt sich bei dem feurigen Pfuhl kaum um einen buchstäblichen "Pfuhl" oder "See" gefüllt mit "Feuer" statt "Wasser" … eine solche Vorstellung begegnet uns zwar immer wieder auf Gemälden apokalyptischer Szenen, aber eine nüchterne Betrachtung des biblischen Textes belehrt uns eines Besseren. Schon die Feststellung, daß auch "der Tod und sein Reich" in diesen feurigen Pfuhl geworfen werden, zeigt auf, daß es sich nicht um einen wörtlich zu verstehenden Ausdruck handeln kann.

Folgerungen

Ein wichtiger Punkt, den man ebenfalls beachten muß, ist der, daß das Gericht Gottes erst noch stattfinden wird, und zwar am Ende der Zeit (Ende der Welt). Bis dahin, so ergibt sich aus einigen Schriftstellen, ist und leidet niemand in "der Hölle".

2. Petrus 2,9 berichtet: "Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber festzuhalten für den Tag des Gerichts, um sie zu strafen". Erst am Tag des Gerichts können die Ungerechten eine Strafe erhalten, aber nicht davor. Würden sie bereits vor dem Gericht ihre Strafe haben, dann wäre Gott nicht mehr ein gerechter Richter. Auch aus Jesu Worten in dem Gleichnis vom Unkraut (vgl. Matthäus 13,40-42) wird deutlich, daß erst am Ende der Welt, und nicht davor, Gottes Gericht über die Gottlosen ergehen wird. Bis zu jenem Zeitpunkt verharren die Verstorbenen im Grab, nicht in der Hölle (vgl. Johannes 5,22ff), und aus dem Grab werden sie auferstehen zum Gericht, wobei die Gerechten eine Auferstehung zum Leben, die anderen aber eine Auferstehung zum Gericht (zur Verdammnis) erfahren werden. Für die Gläubigen, die Gerechten, wird dieser Zeitraum und Zustand im Grab als "Schlaf" bezeichnet, da ihm eine Auferweckung zum Leben folgen wird und er nur vorläufig ist.

Was auch immer buchstäblich geschehen wird, wenn das Böse, Satan und seine Mächte, alle Gottlosen, oder "das Tier" und der "falsche Prophet" und schließlich dann auch der Tod und sein reich in diesen feurigen Pfuhl geworfen werden, ist nicht unbedingt im einzelnen gesagt, aber es wird deutlich aus dem Bild der Gehenna, des Ben Hinnom Tals bei Jerusalem, daß all das "wie der Müll und Unrat verbrannt" bzw. vernichtet werden wird (vgl. Mat 13,40.42). Dies wird dann auch als "der zweite Tod" bezeichnet (Off 20,14). Es bleibt schlicht und einfach nichts mehr von all dem Bösen und den Gottlosen.1

Bzgl. des feurigen Pfuhls muß jedoch noch ein scheinbarer Widerspruch ausgeräumt werden, der aufgrund der vorliegenden Übersetzung von Offenbarung 20,10 bzw. des daraus resultierenden Mißverständnisses entsteht. In der Lutherbibel 1984 heiß es dort: "Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit." So, wie der Vers hier übersetzt ist, scheint es sich bei dem feurigen Pfuhl tatsächlich um einen Ort zu handeln, wo jemand fortwährend und für ewige Zeiten gequält wird. Das scheint aber nicht recht vereinbar mit dem, was sich aus den anderen Stellen ergibt. Wo liegt nun die Schwierigkeit bei dieser Stelle?

Das Wort für "Ewigkeit" ist im griechischen Text das Wort aion, das in der Lutherbibel auch mit "Welt" (vgl. 2. Korinther 4,4; Galater 1,4) übersetzt wurde und für sich auch "Zeitalter" bedeuten kann. Von "Zeitalter zu Zeitalter" (Ewigkeit zu Ewigkeit) kann auch als Redefigur einen unbestimmten, aber nicht unbedingt "endlosen" Zeitraum anzeigen, oder im übertragenen Sinne doch einschließen, daß etwas "endgültig" ist. Genau das ist wohl, was hier in Offenbarung 20,10 eigentlich der Fall ist, denn das erwähnte Gericht über den Teufel usw. ist ja endgültig. Es könnte auch sein, daß dieser feurige Pfuhl eventuell sozusagen "zwischen den Welten [d.h. dem jetzigen bösen Zeitalter und dem noch zukünftigen neuen Zeitalter]" brennt und existiert, danach aber dann nicht mehr (ein solches Verständnis erscheint mir aber nicht unbedingt schlüssig).

Bzgl. der neuen Welt, eines neuen Himmels und einer neuen Erde, berichtet uns die Schrift in Offenbarung 21, daß dort kein Leid mehr sein wird, nichts Böses mehr, usw. Auch daraus wird deutlich, daß das Böse, der Teufel und die Gottlosen eben nicht mehr weiter und in alle Ewigkeit hinein existieren und forwährend gequält werden, sondern daß sie wahrhaftig ein Ende finden werden … nicht mehr sein werden. Die Offenbarung berichtet uns von diesem Ende als "dem zweiten Tod" und nicht etwa von einem ewigen Leben in Qual oder Pein. Die Folge der Sünde oder Strafe für die Sünde ist der Tod, nicht ein ewiges Leben voller Pein und Qual und Schmerzen. Der "zweite Tod" ist dann die endgültige Besiegelung der Abwesenheit von Gott.

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