Evidenzen fuer den Gott der Bibel

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Quantenphysik - eine Erklaerung fuer die entstehung des Universums aus dem nichts ?

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Quantenphysik - eine Erklaerung fuer die entstehung des Universums aus dem nichts ?

www.sendbuch.de/leseproben/617-01_lee_strobel_fuer_teens_indizien_fuer_einen_schoepfer.pdf+das+kalam+argument&cd=9&hl=de&ct=clnk&gl=de" target="_blank" rel="nofollow">http://74.125.47.132/search?q=cache:aj9KmU6af8MJ:www.sendbuch.de/leseproben/617-01_lee_strobel_fuer_teens_indizien_fuer_einen_schoepfer.pdf+das+kalam+argument&cd=9&hl=de&ct=clnk&gl=de

Meine Nachforschungen hatten allerdings zumindesteinen stichhaltigen Einwand gegen die erste Prämisse des Kalam-Arguments hervorgebracht. Er stammt aus der verrückten Welt der Quantenphysik, wo auf der subatomarenEbene lauter seltsame und unvorhersehbare Dinge passieren – auf einer Ebene übrigens, auf der das gesamte Universum ganz am Anfang existiert hat. Der Einwand geht aufdie bereits erwähnte Theorie zurück, dass es tatsächlichDinge gibt, die aus dem Nichts entstehen. Also steckte ich schon beim ersten Schritt des Kalam-Arguments fest. Offenbar gab es da zwei widersprüchliche Beweisgänge: meine persönliche Erfahrung (dass nichts einfach spontan und grundlos zu existieren beginnt) unddie Quantenphysik (die besagt, dass auch aus dem Nichtsspontan etwas entstehen kann). Ich brauchte die Hilfe einesFachmanns.Und den fand ich in einem Wissenschaftler namens Wil-liam Lane Craig, der sich bereits seit Jahrzehnten mit die-sem Gebiet beschäftigt hat.„Welche Aussage ist denn nun wahr“, wollte ich von ihmwissen, „dass nichts einfach so entstehen kann oder dass eswirklich etwas gibt, das plötzlich im Vakuum grundlos zuexistieren beginnt?“„Das ist eine gute Frage“, gab er zurück. „Diese subato-maren Elementarteilchen, von denen in dem Artikel dieRede ist, werden auch als Subpartikel oder ‚virtuelle Teil-chen‘ bezeichnet. Es handelt sich dabei um theoretische Ein-heiten, von denen nicht mal klar ist, ob es sie wirklich gibtoder ob sie bloß theoretische Konstrukte sind.Aber es gibt zu diesem Thema noch etwas viel Wichtigeresanzumerken: Wissen Sie, diese Teilchen, wenn es sie dennwirklich gibt, entstehen nicht einfach aus dem Nichts. Das Quantenvakuum ist nicht das, was sich die meisten Men-schen unter einem Vakuum vorstellen, also einfach ‚Nichts‘.Im Gegenteil, das Quantenvakuum ist ein Meer ständigerSchwankungen um den Energienullpunkt, ein Schauplatzgewaltiger Aktivität, mit einer reichhaltigen physikalischenStruktur und kann mit physikalischen Gesetzen beschrie-ben werden. Man glaubt, dass diese Teilchen der innerhalbdieses Vakuums fließenden Energie entspringen.Damit würde es sich dabei also nicht um ein Beispiel füretwas handeln, das aus dem Nichts heraus plötzlich zu exis-tieren beginnt, oder etwas, das völlig grundlos entsteht. DasQuantenvakuum und die Energie, die in diesem Vakuumeingeschlossen ist, sind die Ursache für die Entstehung die-ser Teilchen.“Page 1
Kapitel 1 Wissenschaft kontra Gott? Kann man Naturwissenschaftler sein und trotzdem an Gottglauben? Ich kann mich noch gut daran erinnern, wann ich mirdiese Frage zum ersten Mal stellte – und welche Antwort ichdarauf fand.Ich war mit 14 Jahren gerade frisch auf die Prospect HighSchool gewechselt, die in einem Vorort im Nordwesten vonChicago lag. Dort saß ich im dritten Stock in einem Klas-senraum für naturwissenschaftlichen Unterricht – in derdritten Reihe von vorne, zweiter Stuhl vom Fenster aus, vonwo aus ich einen guten Blick auf den asphaltierten Parkplatzhatte. Mir gefiel dieser einführende Kurs in Biologie ziemlichgut, denn er entsprach meiner rationalen und logischen Art,die Welt zu betrachten. Ich war hoffnungslos neugierig –immer auf der Suche nach Antworten und mit einem unstill-baren Wissensdurst, wie die Dinge funktionierten.Das war auch der Grund, warum ich die Naturwissen-schaften so klasse fand. Hier durfte ich einen Frosch sezie-ren und mir sein Innenleben anschauen. In diesen Fächerndurfte ich endlich alle Warum-Fragen stellen, die in meinemKopf herumschwirrten. Ich konnte genetische Experimentemit Fruchtfliegen anstellen und in Pflanzen hineingucken,um zu verstehen, wie sie sich fortpflanzten. In meinenAugen standen die Naturwissenschaften für die knallharten9
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Fakten, die durch Experimente unumstößlich bewiesenwaren. Deshalb neigte ich immer zu der Auffassung, dassalles andere bloß Aberglaube oder persönliche Meinung war– und dass Glauben mit Vernunft nichts zu tun hatte.Es war kein Zufall, dass meine Bewunderung für wis-senschaftliches Denken in dem gleichen Maße wuchs, wiemein Vertrauen in Gott schwand. Während viele meinerKlassenkameraden durch den Konfiunterricht wie selbst-verständlich annahmen, dass in der Bibel die Wahrheitsteht, brauchte ich handfeste Argumente, um ihr Glaubenschenken zu können. Als sich aber niemand für meine Fra-gen interessierte, nahm ich an, dass niemand überzeugen-de Antworten hatte. Und wenn es keinen wissenschaftlichenBeweis oder zumindest deutliche Indizien für die ExistenzGottes gab, dann war ich auch nicht daran interessiert, anihn zu glauben. Damals im Biounterricht kam ich mit wissenschaftlichenTheorien und Entdeckungen in Berührung, die mir die Türzum Atheismus öffneten. Tausche Glauben gegen Wissen Mein Lehrer erklärte uns, dass das Leben vor Millionen vonJahren entstanden sei, als verschiedene chemische Stoffe ineinem warmen Ozean auf der prähistorischen Erde zufälligmiteinander reagierten. Durch natürliche Selektion und dasÜberleben des Stärkeren entwickelten sich dann mit derZeit immer komplexere Lebensformen. Und am Ende tauch-te der Mensch auf, der denselben Stammbaum hat wie derAffe.Das alles erschien mir völlig logisch. Ich kam zu demSchluss, dass man keinen Schöpfer braucht, wenn dasLeben ohne weitere Hilfe auch aus dem Urschleim der jun-10
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gen Erde entstehen kann, und man braucht auch keinenGott, der die Menschen nach seinem Bilde erschaffen hat,wenn wir doch nur das Produkt von unpersönlichen Kräftenwie der natürlichen Selektion sind. Kurz gesagt stellte ichfest: Wer die „Entstehung der Arten“ hat, der braucht keineBibel mehr.Nachdem ich einige Zeit am College verbracht hatte, hat-ten sich meine atheistischen Überzeugungen so weit ver-festigt, dass ich immer mehr die Geduld mit Menschen ver-lor, die an einem Glauben festhielten, der für mich nichtsmit dem Verstand zu tun hatte. Ich benahm mich ihnengegenüber selbstgefällig und arrogant. Sollten sie mit ihrenabsurden Vorstellungen von einer Heimat im Himmel undder moralischen Zwangsjacke ihres eingebildeten Gottesdoch Sklaven ihres Wunschdenkens bleiben. Ich für meinenTeil hielt mich ganz an die Erkenntnisse der Wissenschaft. Die Suche beginnt Wenn ich an diesem Punkt aufgehört hätte, Fragen zu stel-len, hätte sich meine Einstellung niemals geändert. Aberdurch meine Ausbildung in Rechtswissenschaften und Jour-nalismus war es mir einfach zur zweiten Natur geworden,Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Als meineFrau Leslie mir also eines Tages eröffnete, sie sei Christgeworden und folge nun Jesus nach, war das Erste, das mirdazu einfiel, natürlich eine Frage.Aber keine höfliche Frage. Ich schnauzte sie vielmehr an: „Was ist denn in dich gefahren?“ Ich konnte einfach nicht fas-sen, dass eine kluge und intelligente Person auf einen so unlo-gischen religiösen Glauben hereinfallen konnte.Aber in den folgenden Monaten veränderten sich LesliesCharakter und ihre Werte; sie wurde zu einem liebevolleren,11
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fürsorglicheren und „echteren“ Menschen. Schließlichwiederholte ich meine Frage, aber diesmal in dem sanfterenund ernsthafteren Tonfall echten Staunens: „ Was ist denn indich gefahren? “ Es ließ sich nicht leugnen, dass etwas – oderwie sie behaupten würde, jemand – sie zum Besseren ver-änderte.Natürlich musste ich irgendwie herausfinden, was da vorsich ging. Also begann ich, Fragen zu stellen – sehr vieleFragen –, über den Glauben, über Gott und über die Bibel.Ich war wild entschlossen, den Antworten überallhin zu fol-gen, auch wenn ich offen gestanden damals nicht daraufgefasst war, wo das alles enden sollte.Meine Nachforschungen dauerten fast zwei Jahre. Weildie Wissenschaft in so entscheidendem Maße dazu beige-tragen hatte, dass ich Atheist wurde, nahm ich mir jetzt vielZeit, um mich mit der Frage zu befassen, was die neuestenwissenschaftlichen Erkenntnisse über Gott aussagen. Sooffen und unvoreingenommen wie möglich fragte ich: ● Passen Wissenschaft und Glaube zusammen? Müssen vernünftig denkende, intelligente Menschen einenBogen um religiöse Vorstellungen machen? Oder kannman den Bezug zwischen der Welt des Glaubens undder Wissenschaft noch aus einer anderen Perspektivesehen? ● Weisen die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse eher auf die Existenz eines Gottes hin oder sprechen siedagegen? ● Sind die Lehren über die Evolution, die mir damals den Weg zum Atheismus gebahnt hatten, angesichts neues-ter wissenschaftlicher Erkenntnisse heute immer nochhaltbar?12
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„Wissenschaft“, das hat der zweifache NobelpreisträgerLinus Pauling einmal gesagt, „ist die Suche nach Wahr-heit.“ 1 Und genau das wollte ich tun: nach der Wahrheitsuchen. Ich hoffe, dass du mich begleitest, wenn ich meineReise in diesem Buch nachskizziere. Am Ende kannst duselbst entscheiden, welche Antworten und Erklärungen denkritischen Nachfragen standhalten. 13
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Kapitel 2 Am Anfang war der Knall: Die Indizien aus der Kosmologie Ich überflog die Titelseiten der Zeitschriften am Kiosk beimir um die Ecke. Eine wunderschöne Frau zierte die Titel-seite der Zeitschrift Glamour , glänzende und PS-starkeAutos flitzten über das Cover von Motor Trend . Und dort, aufdem Titelblatt von Discover , prangte eine schlichte roteKugel, die auf einem komplett weißen Hintergrund trieb.Die Kugel war kleiner als ein Tennisball, ja sogar kleiner alsein Golfball – weniger als zwei Zentimeter im Durchmesserund damit nicht viel größer als eine Murmel. So unglaublich es auch klang: Diese Kugel verkörpertenach Überzeugung der Wissenschaftler die Größe des ge-samten Universums, als es gerade mal einen winzigenBruchteil einer Sekunde alt war. Die Überschrift sprang mirregelrecht entgegen: „ Woher kommt das alles?“ 1 Vor Tausenden von Jahren glaubten die Hebräer, dass siedie Antwort darauf kannten: „Am Anfang schuf Gott Him-mel und Erde“, heißt es in der Bibel. Alles begann, sobehaupteten sie, als Gott durch die Macht seiner Stimme dasLicht schuf. Aber handelt es sich dabei nun um einen pri-mitiven Aberglauben oder um eine von Gott eingegebeneErkenntnis? Was haben die Kosmologen – Wissenschaftler,die ihr Leben damit verbringen, etwas über den Ursprung14
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des Universums herauszufinden – zu diesem Thema zusagen? Kurz und knapp Kosmologie = Wissenschaft vom Universum und seinemUrsprungKosmologe = Wissenschaftler, der das Universum undseinen Ursprung untersuchtMir schien, dass der Anfang von allem ein guter Punkt wäre,um meine Nachforschungen darüber zu beginnen, ob diewissenschaftlichen Erkenntnisse eher auf die Existenzeines Schöpfers hinweisen oder nicht. Die Diskussionendarüber, ob das Universum jung oder alt sei, interessiertenmich damals nicht. Das „Wann“ war für mich längst nicht sowichtig wie das „Wie“ – wie erklären wissenschaftlicheModelle und Theorien den Ursprung von allem? Am Anfang „Am Anfang war eine Explosion“, schreibt der Physiker undNobelpreisträger Steven Weinberg in seinem Buch „Dieersten drei Minuten“, „die gleichzeitig überall stattfand unddie den gesamten Raum von Beginn an mit auseinander flie-genden Materieteilchen erfüllte.“ 2 Diese auseinander fliegenden Teilchen, erklärt er weiter,waren vor allem Elementarteilchen – negativ geladeneElektronen, positiv geladene Positronen und Neutrinos undandere subatomare Teilchen, aus denen unsere Weltbesteht. Unter diesen Teilchen waren auch Photonen, die die15
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Bausteine des Lichts sind. „Das Universum“, so Weinbergweiter, „war mit Licht erfüllt.“ 3 (Interessant – das Gleichesteht schon in der Bibel.)Aber was war die Ursache dieser Explosion? Kann essein, dass sie sich „einfach so“ ereignet hat – erst war danichts und dann war da auf einmal was? Oder war etwas –oder jemand – der Grund dafür?Offensichtlich ist es nicht leicht, wissenschaftlicheDaten über ein Ereignis zu sammeln, das stattfand, bevor esWissenschaftler gab, die es mit ihren Messgeräten hättenaufzeichnen können. Trotzdem können Wissenschaftler ausden Daten, die heute vorliegen, fundierte Schlussfolge-rungen ziehen. Mir ging es um die bestmögliche Analyse –mit Hilfe der knallharten Fakten der Mathematik, den kal-ten Daten der Kosmologie und den logischsten Schlüssen,die sich daraus ziehen lassen. Theorie Nr. 1: Spontane Existenz Vielleicht hast du schon mal den Satz gehört: „Die Naturverabscheut das Vakuum.“ Als ich mich mit dem Ursprungdes Universums auseinander setzte, lernte ich noch etwasviel Spannenderes über das Vakuum. In der Ausgabe derZeitschrift Discover , die mir am Kiosk ins Auge gefallen war,hieß es: „Die Quantentheorie […] besagt, dass ein Vakuum […] derVakuumpolarisation unterworfen ist. Das bedeutet, dassDinge sich aus einem Vakuum materialisieren können,auch wenn sie dazu neigen, sehr schnell wieder darin zuverschwinden. […] Theoretisch kann alles – ein Hund, einHaus, ein Planet – plötzlich auftauchen.“ 16
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Wow! Was für eine unglaubliche Theorie! Leider hatte ichim wirklichen Leben noch keinen Hinweis darauf gefunden,dass sie zutreffen könnte. In dem Artikel hieß es weiter: „Die Wahrscheinlichkeit schreibt jedoch vor, dass Paare vonsubatomaren Elementarteilchen […] die weitaus wahr-scheinlichsten Schöpfungen sind und dass sie nur extremkurze Zeit existieren. […] Die spontane, bleibende Entste-hung von etwas, das auch nur die Größe eines Moleküls hat,ist höchst unwahrscheinlich.“ 4 Dennoch eröffnet diese Aussage die Möglichkeit, dass es soetwas wie „spontane Existenz“ geben könnte – was im Grun-de bedeutet: „Es gibt keine Ursache; es ist einfach so pas-siert.“ Ist es aber vernünftig zu glauben, dass das gesamte Uni-versum sich einfach selbst ins Leben explodiert hat? Offen-sichtlich sind einige Menschen davon überzeugt. DerAtheist Quentin Smith besteht beispielsweise darauf, dass„es vernünftig ist, daran zu glauben, dass wir aus demNichts, durch nichts und für nichts gekommen sind“. 5 Ich für meinen Teil wollte wissen, ob diese Überzeugungeiner näheren Prüfung standhielt – oder ob die Gesetze derLogik und die Indizien der Wissenschaft eine andereSchlussfolgerung nahe legen: dass es einen Grund dafürgibt, dass das Universum existiert. Theorie Nr. 2: Das Universum hat eine Ursache Eine Theorie, die mich sehr faszinierte, trägt einen unge-wöhnlichen Namen: das „Kalam-Argument“. Kalam ist einarabisches Wort, das „Rede“ oder „Lehre“ bedeutet, und derBegriff stammt letztlich aus der islamischen Theologie. 17
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Das Kalam-Argument Schritt 1: Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.Schritt 2: Das Universum hatte einen Anfang.Schritt 3: … deshalb hat das Universum eine Ursache. Schritt 1: Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache Die meisten Menschen machen die Erfahrung, dass esnichts gibt, das einfach so entsteht und plötzlich da ist, soganz ohne Ursache, einfach so aus dem Nichts heraus. Nie-mand macht sich darüber Sorgen, dass plötzlich ohne Ursa-che in seinem Wohnzimmer ein Pferd entstehen könnte,während man selbst in der Schule ist, und dass es dort kopf-kissenkauend herumsteht, wenn man heimkommt. (Aberdas wäre mal eine witzige Ausrede: „Herr Lehrer, in meinemZimmer ist spontan ein Pferd entstanden, das meine Haus-aufgaben gefressen hat!“) Stattdessen machen wir tagtäg-lich die Erfahrung, dass alles, was zu existieren anfängt,eine Ursache hat .Meine Nachforschungen hatten allerdings zumindesteinen stichhaltigen Einwand gegen die erste Prämisse desKalam-Arguments hervorgebracht. Er stammt aus der ver-rückten Welt der Quantenphysik, wo auf der subatomarenEbene lauter seltsame und unvorhersehbare Dinge passie-ren – auf einer Ebene übrigens, auf der das gesamte Uni-versum ganz am Anfang existiert hat. Der Einwand geht aufdie bereits erwähnte Theorie zurück, dass es tatsächlichDinge gibt, die aus dem Nichts entstehen. Also steckte ich schon beim ersten Schritt des Kalam-Arguments fest. Offenbar gab es da zwei widersprüchlicheBeweisgänge: meine persönliche Erfahrung (dass nichts18
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einfach spontan und grundlos zu existieren beginnt) unddie Quantenphysik (die besagt, dass auch aus dem Nichtsspontan etwas entstehen kann). Ich brauchte die Hilfe einesFachmanns.Und den fand ich in einem Wissenschaftler namens Wil-liam Lane Craig, der sich bereits seit Jahrzehnten mit die-sem Gebiet beschäftigt hat.„Welche Aussage ist denn nun wahr“, wollte ich von ihmwissen, „dass nichts einfach so entstehen kann oder dass eswirklich etwas gibt, das plötzlich im Vakuum grundlos zuexistieren beginnt?“„Das ist eine gute Frage“, gab er zurück. „Diese subato-maren Elementarteilchen, von denen in dem Artikel dieRede ist, werden auch als Subpartikel oder ‚virtuelle Teil-chen‘ bezeichnet. Es handelt sich dabei um theoretische Ein-heiten, von denen nicht mal klar ist, ob es sie wirklich gibtoder ob sie bloß theoretische Konstrukte sind.Aber es gibt zu diesem Thema noch etwas viel Wichtigeresanzumerken: Wissen Sie, diese Teilchen, wenn es sie dennwirklich gibt, entstehen nicht einfach aus dem Nichts. DasQuantenvakuum ist nicht das, was sich die meisten Men-schen unter einem Vakuum vorstellen, also einfach ‚Nichts‘.Im Gegenteil, das Quantenvakuum ist ein Meer ständigerSchwankungen um den Energienullpunkt, ein Schauplatzgewaltiger Aktivität, mit einer reichhaltigen physikalischenStruktur und kann mit physikalischen Gesetzen beschrie-ben werden. Man glaubt, dass diese Teilchen der innerhalbdieses Vakuums fließenden Energie entspringen.Damit würde es sich dabei also nicht um ein Beispiel füretwas handeln, das aus dem Nichts heraus plötzlich zu exis-tieren beginnt, oder etwas, das völlig grundlos entsteht. DasQuantenvakuum und die Energie, die in diesem Vakuumeingeschlossen ist, sind die Ursache für die Entstehung die-ser Teilchen.“19
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Das ergab Sinn – und es warf die interessante Frage auf,wer oder was der Grund und die Ursache für dieses Quan-tenvakuum sein könnte! Auch für die Existenz des Quan-tenvakuums braucht man ja eine Erklärung – und plötzlichsteht man an einer anderen Stelle wieder vor der gleichenFrage nach dem Ursprung. Nach allem, was ich nun wusste,sah es ja so aus, als müsste auch hinter diesem sehr leben-digen Meer von fließender Energie ein Schöpfer stehen!Ich musste also feststellen, dass es zur allgemeinen Erfahrung der Menschheit gehört, dass nichts einfach vonalleine zu existieren beginnt, so ganz ohne Grund und ausdem Nichts heraus. Ich kam zu der Schlussfolgerung, dass die erste Prämisse des Kalam-Arguments der Untersuchungstandhielt.

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http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Archiv/existcraig2.pdf

Und wie steht es mit meinem zweiten Argument, basierend auf dem Anfang des Universums? Herr Dr. Schmidt-Salomon bestreitet die erste Prämisse nicht, verneint jedoch die zweite. Er behauptet, es habe vor dem Big Bang ein Stadium des Vakuums gegeben, das zu einer inflatorischen Expansion geführt habe.
Was er jedoch nicht versteht ist, dass dieser Vakuum-Zustand an sich nicht von ewiger Dauer war. Geht man zeitlich immer weiter zurück, kollabiert dieser Vakuum-Zustand zu einer anfänglichen kosmologischen Singularität. Davor gab es buchstäblich gar nichts.
Es sind Versuche unternommen worden, die Inflation zeitlich bis zur Unendlichkeit zurückzustrecken. Im Jahre 2001 haben jedoch die Physiker Arvind Borde und Alexander Vilenkin gezeigt, dass ein Universum mit ewiger Inflation in die Zukunft notwendigerweise über eine anfängliche kosmologische Singularität in der Vergangenheit verfügen muss. Im Jahre 2003 bestätigte und untermauerte Alan Guth, der Vater der inflatorischen Kosmologie, gemeinsam mit Borde und Vilenkin dieses Ergebnis.
Die Physiker John Barrow und Frank Tipler kommen zu folgender Erkenntnis: „Mit dieser Singularität begann die Existenz von Zeit und Raum; vor dieser Singularität existierte buchstäblich gar nichts.

Wenn also das Universum mit einer solchen Singularität seinen Anfang nahm, dann hätten wir wahrhaftig eine Schöpfung ex nihilo (= aus dem Nichts). Aber das ist Prämisse (2) meines Arguments. Ergo bleibt auch dieses zweite Argument unwiderlegt.

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