Evidenzen fuer den Gott der Bibel

dieses Forum hat das Ziel, biblische, wissenschaftliche, und philosofische Argumente zu sammeln, die auf die glaubwuerdigkeit des Gottes der Bibel hinweisen


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Evidenzen fuer Gottes Existenz

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1 Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:13 am

Evidenzen fuer Gottes Existenz

http://elshaddai.thinksubject.com/t1-evidenzen-fuer-gottes-existenz

(1) Anfang des Universums
(2) Feintuning des Universums zum leben
(3) entstehung des lebens
(4) DNA ist codierte, spezifische Information
(5) Bewusstsein,denk und sprachvermoegen des Menschen
(6) Der Mensch hat ein Moralbewusstsein
(7) Zeugnisse von Menschen, welche Gott erfahren haben
8 Die Bibel - Gottes offenbarung

http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis

Die Einschätzung der Intention historischer Argumente ist kontrovers; oftmals wird vertreten, dass diese keinen allgemein anerkennungsfähigen Beweis im Sinne heutiger Methodologie bezwecken, sondern beispielsweise eine klärende Reflexion auf den Gottesbegriff oder einen anleitenden Hinweis auf Gott. Versuche von Gottesbeweisen finden sich bereits in der griechischen Philosophie, der jüdischen und frühchristlichen Apologetik, dann den frühen und mittelalterlichen griechischen und lateinischen Theologen, sowie in der jüdischen und arabischen Scholastik. In der Neuzeit sind auch Gottesbeweise außerhalb des Kontextes einer spezifischen Religion versucht worden. Der Versuch eines Gottesbeweises steht zumindest tendenziell im Gegensatz zu jeder Form eines religiösen Irrationalismus, der jede wissenschaftliche Diskussion über Gott ablehnt.
Die neuzeitliche Einschätzung von Gottesbeweisen beruht weitgehend auf Immanuel Kants Kritik an ihnen. Kants Kritik der reinen Vernunft beschränkt mögliche Erkenntnisse über Sachverhalte auf den Bereich des sinnlich Wahrnehmbaren. Die klassischen Gottesbeweise sind nach dieser Auffassung nicht mehr schlüssig. Dies betraf speziell die mittelalterlichen (scholastischen) Gottesbeweise, darunter den ontologischen Gottesbeweis. Spätere Religionskritiker wie Ludwig Feuerbach, nach dessen Projektionstheorie Gottes Existenz eine Fiktion ist, versuchten zu beweisen, dass Gott nicht existiere.
Trotz dieser neuzeitlichen Kritik vertraten Neuscholastiker und vertreten einige Religionsphilosophen auch heute noch ähnliche Denkfiguren, etwa im Rahmen einer Natürlichen Theologie. Andererseits greifen Philosophen des 20. Jahrhunderts wie der analytische Philosoph John Leslie Mackie Kants Kritik auf. Andere analytische Philosophen wie Alvin Plantinga oder Richard Swinburne dagegen versuchen eine neue Formulierung von Gottesbeweisen, darunter auch des ontologischen Gottesbeweises.
Ich glaube, dass es eine absolute Wahrheit gibt, dass sie existiert, und wir sie kennenlernen koennen. Jedwelche verneinung der wahrheit setzt voraus, dass es eine wahrheit gibt, folglich ist die absolute wahrheit unumgaenglich. Zwar koennen wir nicht alle absoluten wahrheiten wissen, aufgrund unserer limitation, doch es gibt einige, die wir mit ziemlich grosser gewissheit herausfinden koennen. Eine ist  die tatsache, dass Gott existiert, und seine Natur.
Aufgrund kosmologischer Argumente, koennen wir wissen, dass Gott
autoexistent, zeitlos, nicht an raum gebunden, und nicht materiell ist, denn ich glaube dass er der schoepfer  ist der zeit, des raumes und der materie ( aus diesem grund muss er ausserhalt der zeit, des raumes, und der materie sein ) In anderen Worten - Gott ist unendlich.

Gott muss allmaechtig sein ( dieses allmaechtig muesste genauer definiert werden, damit keine missverstaendnisse entstehen ) da er der Schoepfer Himmels und der Erde aus dem nichts ist.

Gott ist eine Person, denn er verwandelte nichts in in ein Universum ( eine unpersoehnliche Macht kann keine entscheidungen treffen )

Als basis, das teleologische Argument, wissen wir, dass Gott
unvorstellbar intelligent ist, da er das Leben und das Universum geplant hat mit unglaublicher komplexitaet, und praezision.

Determiniert, da er plante , dass verschiedenste lebensformen in diesem spezifischen , geordneten lebensraum leben sollten.

Als basis, das Argument der Moral, wissen wir, dass Gott in Bezug auf die Moral absolut rein ist, ( er ist der Massstab der Moralitaet, an welchem alle Handlungen gemessen werden. Dieser Massstab inkluiert absolute Liebe und Gerechtigkeit )

Das erstaunliche ist, dass man diese Beschreibung Gottes nehmen kann, und dass sie absolut kompatibel ist mit dem Gott, den wir in der Bibel beschrieben sehen ( ohne dass wir dazu die Bibel in die Hand nehmen muessen ) Durch Rationalitaet, Wissenschaft, und adequater Philosophie, kann man viel ueber den Gott der Bibel kennenlernen. Dies sagt uebrigens die Bibel selbst , sie Psalm 19, und Roemer Kapitel 1. Durch die Offenbarung der Natur, koennen wir herausfinden, dass der Theismus der wahrheit entspricht.


Auf der Suche nach Gott

http://www.gemeinde-hamburg.de/de/Auf_der_Suche_nach_Gott.pdf

Existiert Gott ?

http://www.google.com/search?q=existiert+gott+%3F&btnG=Search&hl=en&sa=2


Wie wahrscheinlich ist es, dass Gott existiert ?

http://www.google.com/search?hl=en&q=wie+wahrscheinlich+ist+es,+dass+gott+existiert+%3F+&btnG=Search&aq=f&oq=&aqi=

http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis

Der Ausdruck Gottesbeweis bezeichnet in neuzeitlicher Terminologie den Versuch, die Existenz eines bzw. des Gottes zu beweisen oder plausibel zu machen.
Buecher :

Gotteserfahrung im Denken. Zur philosophischen Rechtfertigung des redens von Gott

http://books.google.com/books?id=M3AHbMsCULEC&pg=PA11&dq=gott+beweisen&lr=&as_brr=1&ei=YWWBSunuB4mkNZrU0eYK#v=onepage&q=gott%20beweisen&f=false

By Ingolf U. Dalferth
Gott: philosophisch-theologische Denkversuche

By Joelle Verreet
Die rationale Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes: eine Abhandlung des ...



Last edited by ElShaddai888 on Sat Dec 10, 2016 3:35 am; edited 18 times in total

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2 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:14 am

Videos :

Ichthys | Wissenschaft vs. Religion | Gottes Dimension

Viele glauben, dass Wissenschaft und Religion nicht zusammen passt.
Aber das stimmt nicht. So kann man z.B. auch Wunder wissenschaftlich erklären.

http://www.youtube.com/watch?v=mqatMhIgvQU



Gott vs. Wissenschaft?!

"Vom Wissenschaftsgläubigen zum gläubigen Wissenschaftler" - Vortrag von Prof. Dr. Christoph Kreitz (Uni Potsdam)
Mehr Infos: www.efg-lichterfelde.de
Gefilmt & geschnitten vom question life-Filmteam (questionlife.de)

http://www.youtube.com/watch?v=6v35G6QrKgo&feature=related



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3 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:16 am

http://www.jesusnight.de/g_beweis.html

Schwierig wird ein Beweis schon dadurch, daß wir uns nicht einigen können wer Gott eigentlich ist. Wenn wir jetzt eine Umfrage starten würden, hätte jeder sicher sein eigenes Bild von Gott. Einige dieser Bilder möchte ich vorstellen.

Ist es so, wie eben im Anspiel gesehen? Rennt da einer durch die Gegend und jeder, der ihn sieht ruft: ,, Hey, das ist er. Das ist Gott"? Wohl kaum.

Also, wer oder was ist Gott?

Da gibt es zunächst die Ansicht, Gott wäre ein Allmächtiger Himmelspolizist: Er sitzt da und paßt auf. Wenn etwas schiefgeht pfeift er Dich zurück. Wie beim Monopoli - zurück an den Start ohne Belohnung, Abgerechnet wird dann später. Sozusagen ein überirdischer Spielverderber. Grad denkst Du, es fängt an Dir Spaß zu machen, kommt schon die Abfuhr von oben wie ein Eimer eiskaltes Wasser

Auch weit verbreitet ist die Vorstellung von Gott als Marionettenspieler: Er lenkt uns an seidenen aber starken Fäden. Zunächst läßt er uns machen, was wir für richtig halten, doch wenn ihm was nicht paßt - ein Ruck - und die Leine wird eingeholt.

Manche meinen Gott hätte nur die Funktion eines Airbag / Luftkissen: Gott hat immer für Dich da zu sein. Er fängt Dich auf, wenn Du fällst. Sorgt dafür, daß die Landung immer weich ist. Nach Möglichkeit muß er Dich nach dem Fall noch ein ganzes Stück höher hinauf katapultieren.

Dazu gehört natürlich auch Gott als Sündenbock: das ist Gott immer, wenn der Airbag versagt hat. Schließlich brauchen wir jemanden, der Schuld hat, wenn sonst niemand dafür da ist. Am Ende haben wir sonst noch selbst Schuld.

Für den Großteil der Menschen ist er auch einfach G.O.T.T.: Ein Guter Opa Total Taub. Etwas verstaubt sitzt er auf seiner Wolke und spielt mit Engelchen. Gutmütig lächelnd kriegt er sonst nichts mehr davon mit, was um ihn so läuft. Wäre er hier unter uns, würden sicherlich einige überlegen, ob man den Greis nicht ins Altersheim abschieben sollte.

In dieser Art könnte ich sicherlich noch Stunden weitermachen. Aber lohnt sich der ganze Aufwand? Kommen wir so zum Ziel? Ist Gott wirklich greifbar oder driften wir da nicht irgendwie in eine völlig falsche Richtung ab?

Tja, wenn's doch nur so einfach wäre mit der Einordnung von Gott in die eine oder andere Kategorie. Wenn man sagen könnte: ,, Das ist Gott. Genau dies. Für alle und jeden überall. Man könnte Gott oder zumindest eine Abbildung von ihm überall hin mitnehmen. Die Kirche könnte Souvenirs von ihm verkaufen. Was für Marktmöglichkeiten gäbe das? Aber leider funktioniert das nicht so. Es gibt eben nicht Gott, den Himmelspolizisten oder Gott, den guten alten Mann. Gott ist Alles und Nichts von dem. Für jeden anders - aber für alle da. Und trotzdem haben wir alle unsere Vorstellung, wie wir Gott sehen wollen. Der eine mehr, der andere weniger. Warum nur?



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4 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:17 am

http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Wie-kann-man-Gott-beweisen/forum-138882/msg-15109578/read/

Wie kann man Gott beweisen
Glauben, Jürgen Schmidtmann
Die Philosophen haben das über 2500 Jahre versucht. Es gibt viele
Bücher, die sich mit Gottesbeweisen auseinandersetzen. Amsel von
Canterbury hat es auf die einfachste Formel gebracht: "Gott
existiert, weil ich ihn denken kann." Wissenschaftlich ist das kein
Beweis, sondern ein Axiom. Und Intelligenz spielt dann, wenn ich
glaube, keine Rolle. Kein Mensch kann Gott beweisen, aber keiner kann
beweisen, dass es Gott nicht gibt. Aber ein Leben zu führen im Sinne
des Glaubens und der damit verbundenen Moral ist besser, als Atheist
zu sein. Da hilft einem die sogenannte Intelligenz auch nicht weiter.
Und die Frage in diesem Forum "Sinkt mit steigendem IQ der religiöse
Glaube?" ist schlicht falsch. Da Glauben heißt, nichts wissen, kann
also Intelligenz dabei keine Rolle spielen. Auch der Versuch, Gott
rational zu sehen ist unmöglich, weil Gott durch den Menschen nicht
fassbar ist, aufgrund seiner Allmächtigkeit und Allgegenwärtigkeit
und Güte. Wer nicht glaubt, mag wohl rational intelligent sein, aber
ansonsten ein armer Tropf.

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5 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:18 am

http://www.jesus.ch/index.php/D/article/516-Gott/28967-Kann_man_Gott_beweisen/

Findet man in der Bibel den Beweis für die Existenz Gottes?
Oft fragen Menschen nach Beweisen für die Existenz Gottes. Dabei glauben sie selbst vieles, das sie nicht beweisen können. Sie gründen dabei ihre Weltanschauung oft auf Bücher und Meinungen, die etwas behaupten, ohne dass man dies überprüfen kann.
Im Grunde gibt es drei Arten von Beweisen: Den naturwissenschaftlichen Beweis, den mathematischen und den historischen Beweis. Normalerweise erwarten wir von einem Beweis, dass nach dessen Darlegung alle Widersprüche verstummen. Wer sich so einen Beweis für die Existenz Gottes erhofft, wird ihn schwerlich finden.

Eine mysteriöse Ordnung
Der Physiker Albert Einstein sagte einmal in einem Interview: Wir befinden uns in der Lage eines kleinen Kindes, das in eine riesige Bibliothek eintritt, die mit vielen Büchern in verschiedenen Sprachen angefüllt ist. Das Kind weiss, dass jemand die Bücher geschrieben hat. Es weiss aber nicht, wie das geschah. Es versteht die Sprachen nicht, in der sie geschrieben wurden. Das Kind erahnt dunkel eine mysteriöse Ordnung in der Zusammenstellung der Bücher, weiss aber nicht, was es ist. Das ist meiner Meinung nach die Einstellung intelligenter Menschen gegenüber Gott. Wir sehen ein Universum, das wunderbar zusammengesetzt ist und bestimmten Gesetzen gehorcht, aber diese Gesetze verstehen wir nur andeutungsweise. Unser begrenzter Verstand kann die mysteriösen Kräfte, welche die Konstellationen bewegen, nicht fassen.

Wir könnten Gott mit unserem Verstand erkennen
Paulus beantwortete die Frage in der Bibel ob Gott existiert anders: „Was Menschen über Gott wissen können, ist ihnen bekannt. Gott selbst hat es ihnen bekannt gemacht. Zwar kann niemand Gott sehen; aber er zeigt sich den Menschen in seinen Werken. Weil er die Welt erschaffen hat, können sie seine ewige Macht und sein göttliches Wesen mit ihrem Verstand erkennen. Sie haben also keine Entschuldigung. Aber obwohl sie Gott kannten, gaben sie ihm nicht die Ehre, die ihm zusteht, und dankten ihm nicht. So kam es, dass ihre Gedanken in die Irre gingen, und in ihren unverständigen Herzen wurde es finster. Sie bildeten sich etwas auf ihre Klugheit ein, aber in Wirklichkeit wurden sie zu Narren.“

Gott erfahren
Wenn Christen glauben, was in der Bibel geschrieben steht, lächelt man oft darüber. Dabei haben Millionen von Menschen in ihrem Leben erfahren, dass die Aussagen dieses Buches stimmen. Auch ein Atheist muss glauben. Er kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Bisher hat niemand einen solchen Beweis erbracht.

Christen glauben ja an die Existenz Gottes. Der Atheist dagegen gibt vor seine Weltanschauung auf Fakten, Tatsachen und naturwissenschaftliche Beweise zu gründen. Doch weil ihm echte Beweise fehlen, dass es Gott nicht gibt, muss (will) er dies glauben. So glaubt der Christ, dass Gott existiert, der Atheist dagegen glaubt, dass es ihn nicht gibt. Beide haben ihren Glauben.

Auch ein Christ kann Gott nicht beweisen, aber Gott beweist sich im Leben von Gläubigen. Der Christ hat einige Vorteile. Es gibt Fakten, die für die Existenz Gottes sprechen, wie persönliche Erfahrungen mit Gott oder die zahlreichen Wunder der Natur, die uns immer wieder staunen lassen. Auch die exakt eingetroffenen Prophezeiungen in der Bibel können nicht von Menschen ausgedacht worden sein.

Das stärkste Indiz
Jesus Christus ist der letzte, vollkommene und endgültige "Beweis", den Gott nicht nur von seiner Existenz, sondern von seinen Absichten und Plänen gegeben hat. Die "Beweiskraft" ist zunächst eine historische. Wir haben die Berichte der Bibel als historische Dokumente vorliegen, und ihr historischer Wahrheitswert ist wissenschaftlich durchaus überprüfbar. Dann allerdings stellt sich dem, der diese Berichte liest, wieder die Frage, ob er ihnen, unabhängig von ihrer historischen Wahrscheinlichkeit, glaubt. Ob er sich und sein Leben den dortigen Aussagen anvertraut, so, als wären sie direkt von Gott an ihn gerichtet.

„An Gott glauben“ heisst nämlich nicht nur, seine Existenz annehmen. Mit Glauben ist vielmehr das "liebevolle Anvertrauen" gemeint – und dass ich das für wahr halte, was Gott sagt. Wenn zum Beispiel ein Ehemann erzählt: „Ich glaube an meine Frau“, behauptet er damit nicht, dass seine Frau existiert – sondern dass er sie liebt und vertrauensvoll glaubt, was sie ihm sagt.

Wer sich darauf einlässt und glaubt, dass es Gott gibt, macht dann auch seine individuellen Erfahrungen damit: Gott hilft durch die Probleme des Alltags und schenkt inneren Frieden und Lebensfreude. Der Alltag wird von Hoffnung bestimmt. Solche Erfahrungen geben die Sicherheit, dass Gott wirklich da ist.



Last edited by ElShaddai888 on Fri Sep 11, 2009 10:19 pm; edited 1 time in total

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6 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:20 am

Kann man die Existenz Gottes mathematisch beweisen?

Existiert Gott wirklich? Wenn ja, ist es möglich die Existenz Gottes zu begründen? Kann man einen mathematischen Beweis führen und zeigen, dass es Gott wirklich gibt?

Nein... Einen schlussendlichen mathematischen Beweis, dass es Gott gibt wird es wohl niemals geben. Aber kein Grund zur Panik: Es wird ebenso wenig jemals einen Beweis geben, dass er nicht existiert...

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht darum, krampfhaft die Evolutionstheorie zu attackieren. Ich möchte nur zum Nachdenken anregen und ein paar Dinge richtig stellen. Da in der Wissenschaft - vor allem in Deutschland - Evolution als Tatsache und nicht - wie es eigentlich korrekt wäre - als Theorie gelehrt wird, finde ich es sehr wichtig, dieses Thema anzusprechen. Die meisten entsprechenden Wissenschaften gehen erstmal von der Grundannahme aus, dass nichts Übernatürliches oder Göttliches existiert. Dass die Evolutionstheorie hierbei faktisch als einzige Möglichkeit für die Entstehung des Lebens übrigbleibt liegt auf der Hand (wenn wir mal wilde Theorien wie Aliens und dergleichen außen vor lassen). Schließt man die Möglichkeit eines göttlichen Wesens nicht von vornherein aus, ergeben sich sehr viele Indizien welche dafür sprechen, dass die Welt nicht durch blanken Zufall entstanden ist - besonders an Stellen wo die Evolution nicht weiter weiß.
Nur weil die Existenz Gottes über unser Vorstellungsvermögen hinaus geht, heißt es nicht, dass es ihn nicht gibt. Vor 200 Jahren konnte man sich auch noch nicht vorstellen, dass die Menschen jemals fliegen könnten. Das schloss die Möglichkeit dessen jedoch nicht aus.
Oder ein anderes Beispiel aus der Mathematik: Unser Raum besteht aus drei Dimensionen a³ - bzw. Länge mal Breite mal Tiefe. Aber was passiert wenn man eine vierte oder fünfte Dimension dazunimmt? Auf dem Papier ist das kein Problem: a * b * c * d * e ...* n Mathematisch ist es erwiesen, bei der vierten Dimension können wir uns noch mit der Zeit retten - aber wie sieht die fünfte Dimension aus? Können wir ausschließen dass n-dimensionaler Raum existiert, nur weil dies über unser Vorstellungsvermögen hinausgeht? Der deutsche Mathematiker Gottlob Frege hat auch seine durch eine einzige falsche Annahme entstandene Mengentheorie grundsätzlich über Bord werfen müssen (siehe Russellsche Antinomie). Ist es nicht möglich, dass man sich bei der Annahme, das Übernatürliche (oder Göttliche) per Definition auszuschließen genauso geirrt hat?



Last edited by ElShaddai888 on Fri Sep 11, 2009 10:19 pm; edited 1 time in total

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7 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:22 am

http://www.atheismus-info.de/glauben_gleichwertig.html

Glauben und Nichtglauben: gleichwertig?

Wie man sieht, kann ich nicht so ohne weiteres auf Gründe verzichten, aus denen ich glaube. Keine Gründe zu haben spricht ausschließlich für den Nichtglauben. Allenfalls könnte man behaupten - wie viele Gläubige es tun - dass in der Abwesenheit von Gründen gleichviel für den Glauben und den Nichtglauben spricht. Aber normalerweise - im Alltag, in der Wissenschaft - gibt es diese Gleichwertigkeit von Glauben und Nichtglauben nicht. Wenn ich Ihnen sage, dass ich glaube, Sie schulden mir noch 1.000 Euro, dann reicht es völlig aus, wenn Sie sagen: Das glaube ich nicht. Wenn vor Gericht Glauben gegen Nichtglauben steht, und mehr nicht, dann gewinnt fast immer der Unglauben:

Staatsanwalt: Ich glaube, dass X der Mörder ist.
Verteidiger: ich glaube, er war es nicht. Haben Sie Beweise, dass X der Mörder ist, gute (sehr gute!) Argumente oder gute (sehr gute!) Gründe, ihn für den Mörder zu halten?
Staatsanwalt: Nein, die habe ich nicht.
Richter: Freispruch! Ich kann nicht glauben, dass X der Mörder ist.


Bei den 1.000 Euro ist das auch so - nicht Sie müssen beweisen, dass Sie mir kein Geld schulden, vielmehr muss ich beweisen, dass Sie mir etwas schulden! Ansonsten wird niemand glauben, dass Sie mir 1.000 Euro geben müssen - gleichgültig, wie fest auch meine eigene Überzeugung ist. Man sagt, dass derjenige, der eine Behauptung aufstellt, auch den Beweis für die Richtigkeit der Behauptung abgeben muss, sonst wird niemand glauben, dass die Behauptung stimmt (außer vielleicht dem, der die Behauptung aufstellt). Man nennt dies eine Beweislast. Derjenige trage diese Last, der etwas behauptet (sofern es für andere Konsequenzen hat).

Nun kennen wir auch Fälle, wo es eine Beweislastumkehr gibt. Wenn ich behaupte, dass Produkt der Firma Y sei gesundheitsschädlich, dann muss unter genau geregelten Umständen die Firma beweisen, dass dies nicht der Fall ist. Theologen sind nun oft - aber nicht immer - der Meinung, wenn ich als Atheist behaupte, dass es keinen Gott gibt, dann müsse ich das beweisen, und nicht der Theologe das Gegenteil. Allerdings, ich behaupte als Atheist nur, dass ich nicht an Gott glaube, dass ich keine Sicherheit verspüre, dass es einen Gott gibt. Wie sollte ich das beweisen können? Umgekehrt sagen ja auch die Gläubigen, dass sie sicher fühlen, dass es einen Gott gibt, aber können sie das beweisen? Nein, und das ist auch überflüssig, denn ich glaube ihnen das auch so! Warum sollte mir also niemand glauben, dass ich keinen Glauben an Gott habe? Ebenso gut könnte ich ja auch behaupten: "Ich glaube nicht, dass Du an Gott glaubst!". Ich müsste schon beweisen, dass dem so ist, was ich aber nicht kann, und wozu ich auch keine Veranlassung sehe. Also muss mir auch der Gläubige glauben, dass ich nicht an Gott glaube - ein Beweis dafür braucht niemand von uns, die Behauptung, ich glaube oder ich glaube nicht, muss schon ausreichen. Mehr haben wir nicht, mehr bekommen wir nicht, mehr brauchen wir auch nicht.

Nein, ich sehe weder ein, warum ich beweisen sollte, dass ich nicht an Gott glaube, noch sehe ich ein, warum ich beweisen sollte, dass es keinen Gott gibt, weil ich ja auch nicht behaupte, dass es keinen Gott gibt, und warum solle ich eine Behauptung, die ich nicht vertrete, beweisen sollen? Ich verlange auch von dem Gläubigen nicht, dass er beweist, dass er an Gott glaubt, ich nehme ihm dies unbesehen ab.

Erst wenn ich behaupte: "Es gibt keinen Gott", dann kann man von mir erwarten oder verlangen, dass ich das beweise. Und umgekehrt: Wenn der Gläubige sagt es gibt einen Gott, dann kann ich von ihm erwarten, dass er mir Beweise, Argumente oder gute Gründe für seinen Glauben vorlegt, wenn er mich überzeugen möchte. Aber solange ich dem Gläubigen nicht beweisen möchte, dass es keinen Gott gibt, solange muss ich nichts dafür tun.

Und eine Beweislastumkehr kommt nur dann in Frage, wenn es überhaupt möglich ist, zu beweisen, dass es keinen Gott gibt. Nun behaupten aber viele Gläubige, dass es unmöglich sei, zu beweisen, dass es keinen Gott gäbe. Angenommen, das stimmt, wieso erwartet dann der Gläubige von mir, dass ich es beweise, obwohl es erstens unmöglich ist und ich zweitens keineswegs behaupte, dass es keinen Gott gibt? Hat der Gläubige recht, und ich kann die Nichtexistenz Gottes nicht beweisen, dann kann er das nicht von mir verlangen. Andernfalls gibt der Gläubige zu, dass er nicht recht hat, wenn er behauptet, dass man nicht beweisen könne, dass es keinen Gott gibt. Nur wenn der Gläubige diesen Irrtum zugibt, kann er erwarten, dass ich ihm beweise, dass es keinen Gott gibt - aber das will ich keineswegs.

Wenn also der Gläubige behauptet, dass es Gott gibt, dann kann er keineswegs verlangen oder erwarten, dass ich ihm das Gegenteil beweise. Sein Glauben wird auch nicht dadurch gerechtfertigt, dass ich es ihm nicht beweisen kann, dass er irrt.

Warum glaubt der gläubige Christ nicht, dass Zeus existiert? Weil er keinen Grund sieht, an Zeus zu glauben. Warum glaube ich nicht an den christlichen Gott? Weil ich keinen Grund sehe, an ihn zu glauben. Wenn es für den Gläubigen ausreicht, nicht an Zeus zu glauben, weil es keine Gründe dafür gibt oder weil er glaubt, dass es sich um einen Mythos, eine Legende oder ein Märchen handelt, warum sollte ich dann bessere Gründe haben müssen, nicht an den christlichen Gott zu glauben? Wenn die Gründe, aus denen der Gläubige nicht an Zeus glaubt, für ihn gut genug sind, warum sollten dann meine Gründe, nicht an den christlichen Gott zu glauben, für mich nicht ebenso überzeugend sein?

Der Gläubige bestreitet für alle Götter außer einem, dass man Gründe braucht, nicht an sie zu glauben. Ich sehe nur keinen Grund, bei seinem Gott eine Ausnahme von dieser vernünftigen Regel zu machen. Wenn der Gläubige diese allgemeine Regel für seinen Gott bricht, dann müsste er triftige Gründe dafür haben, sonst habe ich alle Gründe, nicht an seinen Gott zu glauben, die man dafür braucht.

Zu sagen, man braucht keine Gründe, um an Gott zu glauben, aber man braucht Gründe, um nicht an Gott zu glauben, ist für mich nicht akzeptabel, vor allem, wenn man dem Gläubigen zustimmt, dass man die Nichtexistenz von Gott sowieso nicht beweisen kann oder es keine Gründe oder Argumente gegen seine Existenz geben kann.



Last edited by ElShaddai888 on Sat Sep 12, 2009 2:17 pm; edited 2 times in total

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8 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Aug 11, 2009 6:23 am

http://www.bibelstudien-institut.at/rund-um-die-bibel/bibelfragen/1/Kann-man-Gott-beweisen/

„Auch ein Atheist muss glauben. Er kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert.“
Oft fragen Menschen nach Beweisen für die Existenz Gottes. Dabei glauben sie selbst vieles, das sie nicht beweisen können. Sie gründen dabei ihre Weltanschauung oft auf Bücher, die etwas behaupten, ohne dass man dies überprüfen kann. Doch wenn Christen der Bibel vertrauen, lächeln sie darüber. Dabei haben Millionen von Menschen in ihrem Leben erfahren, dass die Aussagen dieses Buches stimmen.
Wer Gott leugnet, braucht nicht mit Beweisen für seine Existenz überzeugt zu werden. Er muss vielmehr selbst beweisen, dass es Gott auf keinen Fall gibt! Bisher hat niemand einen solchen Beweis erbracht. Christen glauben ja an die Existenz Gottes. Der Atheist dagegen will nicht glauben, sondern gründet seine Weltanschauung auf Fakten, Tatsachen und naturwissenschaftliche Beweise. Doch weil ihm echte Beweise fehlen, dass es Gott nicht gibt, muss er dies glauben. So glaubt der Christ, dass Gott existiert, der Atheist dagegen glaubt, dass es ihn nicht gibt. Beide müssen also glauben.
Es gibt aber Fakten, die für die Existenz Gottes sprechen, wie persönliche Erfahrungen mit Gott oder die zahlreichen Wunder der Natur, die uns immer wieder staunen lassen. Auch die exakt eingetroffenen Prophezeiungen in der Bibel können nicht von Menschen ausgedacht worden sein.
Viel wichtiger aber ist die Frage, was der Glaube, dass es Gott nicht gibt, uns bringen kann. Was haben wir davon, wenn wir die Existenz Gottes in Frage stellen? - Manche Menschen meinen, sie hätten ohne Gott mehr Freiheit. Dabei sind sie nicht selten von Suchtmitteln, wie Zigaretten und Alkohol abhängig, oder von ihren Trieben und dunklen Stimmungen. Sachzwänge, berufliche und familiäre Verpflichtungen oder auch die gesellschaftspolitischen Gesetze und Regeln engen jeden ein. Wir tragen Verantwortung und werden auch zur Rechenschaft gezogen. Da scheint die Freiheit von Gott nur ein Scheinargument zu sein.
Andere meinen, sie hätten ohne Gott mehr Freude. Doch die hohe Zahl der Menschen, die depressiv und enttäuscht sind, die Tabletten oder Rausch- und Genussmitteln brauchen, um sich gut zu fühlen, zeigt ein anderes Bild. Offensichtlich hat die Gottlosigkeit die Menschen unserer Gesellschaft nicht glücklich gemacht - trotz aller Konsum- und Vergnügungsangebote.
Wenn wir aber glauben, dass es Gott gibt und dass er uns liebt, fühlen wir uns angenommen. Unser Leben hat einen tiefen Sinn. Gott hilft uns durch die Probleme des Alltags und schenkt uns inneren Frieden und Lebensfreude. Unser Alltag wird außerdem von Hoffnung bestimmt, weil Gott uns ewiges Leben versprochen hat. Diese Erfahrungen geben uns die Sicherheit, dass Gott wirklich da ist und sich um uns kümmert.
Natürlich, auch ein Christ kann Gott nicht beweisen, aber Gott beweist sich im Leben von Gläubigen.



Last edited by ElShaddai888 on Fri Sep 11, 2009 10:18 pm; edited 1 time in total

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9 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Fri Sep 11, 2009 10:17 pm

Argumente für die Existenz Gottes

Es gibt durchaus ernstzunehmende Argumente, die für die Existenz Gottes sprechen. Die Komplexität der Natur, speziell die des Lebens, ist ein ernstzunehmender Hinweis auf Gott, den Schöpfer! Was Paulus an die Römer schreibt, ist gerade wegen der fantastischen Möglichkeiten wissenschaftlicher Beobachtung und Forschung wichtig zu bedenken:
Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben.
Römer 1,20

In dem Maße wie die technischen Möglichkeiten der Naturbeobachtung wachsen, wächst auch die Erkenntnis, dass Lebewesen bis in kleinste Details hinein eine hervorragende konstruktive Ausstattung ihrer Organe besitzen. Mit der fortschreitenden Entdeckung der Komplexität des Lebens wird es immer schwieriger, die Organismen als Produkt einer letztlich ziellosen Evolution anzusehen. Sehr anschaulich wird die Problematik im Bereich der Bionik, wo Ingenieure staunen, ja regelrecht schwärmen angesichts der Ideen, die in Lebewesen technisch umgesetzt und menschlicher Technik haushoch überlegen sind.

Zudem lässt sich in der Natur nichts von einem konstruktiven Fortschritt erkennen, wie er von der Evolutionstheorie her anzunehmen wäre. Jedes Lebewesen muss für sich betrachtet als vollkommen funktionsfähiger Organismus betrachtet werden, selbst wenn er nur als Fossil vorliegen sollte – er hätte sonst nie gelebt! Nicht selten wird christlichen Wissenschaftlern unterstellt, sie würden an die Unveränderlichkeit ehemals geschaffener Arten glauben. Veränderungen von Lebewesen sind unter entsprechenden Umweltbedingungen in der Tat möglich und werden weder von schöpfungsgläubigen Christen bestritten noch wäre solches Denken von den biblischen Texten her gefordert. Was jedoch in Frage gestellt werden darf, ist die Reichweite der Variationen des Lebens.

Fakt ist, dass sich Lebewesen innerhalb eines bestimmten Rahmens ihrer genetischen Anlagen verändern können. Fakt ist auch, dass durch Mutationen Veränderungen der Erbinformation auftreten können. Fakt ist aber auch, dass solche Veränderungen in der Regel destruktiver Natur sind und dann als Missbildung angesehen werden müssen. Die Häufigkeit der konstruktiven Verbesserungen aufgrund zufälliger Mutationsprozesse sind vergleichsweise unbedeutend und ein Nachweis der generationenlangen Selbstorganisation eines schließlich völlig neuen, funktionsfähigen Organs konnte bisher nicht erbracht werden (wie etwa bei der evolutionstheoretisch angenommenen Entwicklung der Feder aus der Reptilschuppe oder der Lunge aus der Kieme).

Unbestreitbare Fakten sind Ähnlichkeiten und Veränderungsmöglichkeiten der Organismen. Eine Abstammungslehre als Alternative zur Schöpfung ist jedoch kein Faktum, sondern eine Interpretation von Fakten. Beides darf nicht miteinander verwechselt werden! Was die Ähnlichkeit von Lebewesen angeht, besteht ebenfalls Interpretationsspielraum. Ähnlichkeit kann ein Zeichen einer langen Selbstentwicklungsgeschichte sein, sie kann aber auch auf einen gemeinsamen Konstrukteur und damit auf eine ganz andere Art der Abstammung hinweisen.

Der übliche und beobachtbare natürliche Prozess des Lebens ist der Verlust an biologischer Information und das Aussterben von Arten, nicht deren Weiterentwicklung! Dieser Befund spricht für eine ursprüngliche Schöpfung, die dann dem Zerfall und der Destruktion ausgeliefert wurde, wie es die Bibel berichtet.

Beide Denkansätze stehen zunächst einmal gleichberechtigt nebeneinander. Beide gehen von Annahmen aus, die sich einer streng naturwissenschaftlichen Überprüfung, z.B. durch den wiederholbaren Versuch, entziehen. Ein Urknall aus einem unbestimmbaren Anfangszustand von Energie und Materie erfordert nicht weniger Glaube, als ein Schöpfungsakt Gottes. Eine endlose Kette von Mutationen die einen spitzmausartigen Ursäuger zum Menschen haben werden lassen, ist nicht plausibler als ein Schöpfungsakt Gottes, der dem Menschen dimensional überlegen ist und dessen Schaffenskraft sich daher der naturwissenschaftlichen Überprüfbarkeit entzieht, bzw. nur noch als Ergebnis beobachtbar ist. Dies alles zeigt, dass die Frage nach Gott, wie bereits erwähnt, nicht allein von der naturwissenschaftlichen Seite her geklärt werden kann.

Außerhalb der Naturwissenschaften ist die Sehnsucht des Menschen nach Gott und der Versuch, dies durch Religiosität zu kompensieren, ein Hinweis auf ihn.

Auch ethische Prinzipien, die sich weltweit in ähnlicher Form finden, könnten ein Hinweis sein, dass sie ihren Ursprung in dem Gesetz haben, das der Schöpfer (quasi als Betriebsystem) für den Menschen gegeben hat. Das Autonomiestreben des Menschen und seine Neigung, sich einen Gott nach eigenen Vorstellungen zu machen, könnte dazu geführt haben, dass nur noch Relikte dieser guten Gedanken Gottes für das Zusammenleben der Menschen übrig geblieben sind.

Die Bibel und ihr Zustandekommen über hunderte von Jahren bei gleichzeitiger inhaltlicher Kontinuität, ist ein starkes Argument für einen konkreten Geist Gottes, der alle Autoren gleichermaßen zum Schreiben bewegt hat. Die Verknüpfung der geistlich bedeutsamen Ereignisse mit den historischen Geschehnissen der damaligen Zeit lässt zumindest den klaren Realitätsbezug der biblischen Texte erkennen. Hier hebt sich die Bibel deutlich von Heiligen Schriften anderer Religionen ab. Dass es in der Bibel keine Helden gibt, spricht für die Authentizität der Texte.

Zu diesen Argumenten ließen sich noch weitere hinzufügen, beispielsweise die persönlichen Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben, der innere Friede als Folge echten Glaubens und die fröhliche Grundhaltung aufgrund des Wissens um vergebene Schuld durch Jesu stellvertretendes Opfer am Kreuz.

Fazit

All das führt aber wieder zurück zur Grundproblematik, dass der Mensch einen Gott, der ihm überlegen ist, nicht durch eigene Logik wird herleiten können. Er muss Vertrauen und Glauben investieren um einen Zugang zu finden. Er muss darauf setzen, dass Gott sich ihm selbst durch sein Handeln in der Geschichte, durch Zeitzeugen und durch eigenes Erleben mitteilt. Wie bei der Liebe sind es bei Gott Indizien und nicht wissenschaftliche Beweise, die für ihn sprechen.



Last edited by ElShaddai888 on Tue Sep 15, 2009 1:33 am; edited 3 times in total

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10 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Fri Sep 11, 2009 10:17 pm

Kann man Gott beweisen?

http://www.nikodemus.net/1663

"Wie kann ich meinem Vater beweisen, dass es Gott wirklich gibt? Also ich bräuchte irgendwie wissenschaftliche Fakten, die ich ausdrucken und meinem Vater schicken kann."

Da es aber schwierig ist, einzelne wissenschaftliche Fakten aufzuzählen, die Gottes Existenz stichhaltig beweisen könnten, habe ich mich entschlossen grundlegender zu antworten.

Die Notwendigkeit der Offenbarung

Zunächst ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein über was oder wen man sich hier Gedanken macht.

Die biblische Botschaft beschreibt Gott als konkrete Person mit konkreten Charaktereigenschaften und Fähigkeiten, die jedes menschliche Vermögen übertreffen und der sich doch trotz aller Größe dem Menschen in liebevoller aber auch Gerechtigkeit wirkenden Absicht zuwendet.

Der uns überlegene Gott kann also nicht allein durch wissenschaftliche Versuche oder philosophische Überlegungen „erschlossen“, „bewiesen“ oder erkannt werden. Aufgrund seiner Überlegenheit, sind die Menschen auf seine Offenbarung, d.h. seine Selbsterklärung angewiesen. Dies ist nach christlicher Auffassung durch die Bücher der Bibel umfassend und ausreichend geschehen.

Voraussetzung für persönliche Erfahrungen mit Gott sind daher der vertrauende und sich Gott unterordnende Glaube und das Eingeständnis, als Geschöpf in Verantwortung ihm gegenüber zu leben und seine Hilfe zur Lebensbewältigung nötig zu haben.

Letztendlich führt das sogar dazu, dass der Gläubige Gott „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von aller seiner Kraft“ liebt (vgl. 5. Mos 6,5). Dies erfordert natürlich eine bescheidene, im positiven Sinne demütige Grundhaltung gegenüber diesem Gott, sowie die Bereitschaft zur Selbstbeschränkung. Das sind Dinge, die heute nicht gerade gefragt sind! Dies mag neben einer immer stärker verbreiteten Geringschätzung christlicher Inhalte und Werte, als Folge besonders negativer Erfahrungen mit einem in der Geschichte häufig missbrauchten Christentum, einer der Gründe sein, weswegen speziell in Deutschland eine große Skepsis gegenüber dem in der Bibel beschriebenen Gott besteht.

Voraussetzung für persönliche Erfahrungen mit Gott sind daher der vertrauende und sich Gott unterordnende Glaube und das Eingeständnis, als Geschöpf in Verantwortung ihm gegenüber zu leben und seine Hilfe zur Lebensbewältigung nötig zu haben.

Letztendlich führt das sogar dazu, dass der Gläubige Gott „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von aller seiner Kraft“ liebt (vgl. 5. Mos 6,5). Dies erfordert natürlich eine bescheidene, im positiven Sinne demütige Grundhaltung gegenüber diesem Gott, sowie die Bereitschaft zur Selbstbeschränkung. Das sind Dinge, die heute nicht gerade gefragt sind! Dies mag neben einer immer stärker verbreiteten Geringschätzung christlicher Inhalte und Werte, als Folge besonders negativer Erfahrungen mit einem in der Geschichte häufig missbrauchten Christentum, einer der Gründe sein, weswegen speziell in Deutschland eine große Skepsis gegenüber dem in der Bibel beschriebenen Gott besteht.

Die Grenzen eines materialistischen Gegenbeweises:

Unsachgemäße Maßstäbe
Dagegen steht die übliche atheistische, materialistische Sicht, dass Gott als reale Person gar nicht existiert und lediglich ein menschliches Gedankengebilde ist. Man lehnt jede nicht immanente Kraft oder Person ab und versucht das Dasein rein innerweltlich zu erklären. Aus religiösen Vorstellungen von Menschen sollen sich im Laufe der Jahrtausende diverse Gottesvorstellungen quasi evolutionär entwickelt haben. Gott wäre demnach ein Begriff für eine menschliche Vorstellung. Gott, ein Phantasieprodukt des menschlichen Gehirns. Der Mensch wird nicht als Geschöpf Gottes verstanden, sondern als Zufallsprodukt des evolutionären Überlebenskampfes.

Im Internetlexikon Wikipeda heißt es lapidar zum Stichwort „Gott“: „Es gibt keinen allgemein anerkannten Beweis für die Existenz eines solchen Wesens, der dem rationalen Denken zugänglich wäre.“ Interessant ist die Formulierung „anerkannter Beweis“. Ein Beweis, der Anerkennung braucht, um als solcher dienen zu können, ist streng genommen kein Beweis. Dies ist insgesamt die Schwäche der Frage nach dem Beweis. Ein Beispiel: Jesus hat laut der historischen Zeugnisse durch seine körperliche Auferstehung den Beweis erbracht, dass er den Tod besiegt hat. Augen- und Ohrenzeugen aus seiner Anhängerschaft wie auch seiner Feinde beweisen die Realität der unvorstellbar spektakulären Ereignisse.

Subjektive Beweislast
Anerkannt wird dieser Beweis aber nur von denjenigen, die sich von Jesus und seinem Leben, Sterben und Auferstehen überzeugen ließen. Die anderen, die Gleiches miterlebt hatten, verweigerten ihm die Anerkennung und brachten ihn deshalb auch ans Kreuz. Obwohl die Ereignisse historisch verbürgt und schriftlich festgehalten wurden, verweigert man den Zeugen von damals häufig die Anerkennung, weil man sich nicht vorstellen kann, dass diese Dinge tatsächlich geschehen sind. Eine unabhängige Bestätigung oder ein Erweis des Gegenteils lässt sich heute aber nicht erbringen, denn es handelt sich hierbei um historische, nicht wiederholbare Ereignisse.

Ein anderes Beispiel sind die sogenannten Miller-Experimente zur Lebensentstehung in einer Ursuppe. Hier wurden Aminosäuren und andere sogenannte Bausteine des Lebens unter Laborbedingungen und in sehr instabiler Form erzeugt. Für viele Wissenschaftler galt das als Durchbruch und „Beweis“ dafür, dass Leben zufällig und ohne einen Schöpfer entstehen kann. Andere erkannten diese Beweisführung nicht an, weil definitiv kein Leben entstanden war und bis heute dazu gesagt werden muss: „Leben konnten die Wissenschaftler bisher allerdings synthetisch nicht erzeugen. So bleibt auch die Entstehung von Zellen damals vor ca. 3,7 Milliarden Jahren im Dunkeln.“ (Quelle: www.merian.fr.bw.schule.de/Beck/skripten/13/bs13-50.htm).

Im Falle der Auferstehung, wird ein Ereignis trotz der beobachteten Geschehnisse nicht anerkannt, weil diese zu unglaublich erscheinen. Im Fall Miller-Experimente wird der Beweis nur von denjenigen anerkannt, die darin einen Beweis sehen wollen, denn es konnte nicht beobachtet werden, dass Leben im Labor erzeugt werden kann, geschweige denn spontan unter natürlichen Bedingungen entsteht.

Die Frage nach Gott und seiner Beweisbarkeit ist deshalb abhängig von der Bereitschaft des Menschen, die vorliegenden Beweise z.B. in Form der Berichte der Bibel anerkennen zu wollen. Der Grund dafür, dass sich Gottesbeweise nicht in streng naturwissenschaftlicher Form erbringen lassen, ist, dass Gott der Natur übergeordnet sein muss.

Es lassen sich aber durchaus naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Indizien feststellen, die prinzipielle Aussagen der Bibel über Gott und Menschen bestätigen. Dazu gehört etwa die Tatsache, dass der Mensch nicht von Natur aus gut ist, ein Problem mit seiner Schuld und Schuldfähigkeit hat und dieses Problem nicht aus eigener Kraft lösen kann. Niemand kann, selbst wenn er es mit Überzeugung tut, den Beschluss fassen, zukünftig nichts Böses mehr zu denken oder zu tun – er wird es nicht schaffen! Dieses Dilemma hat Jesus Christus in der berühmten Bergpredigt (Mt 5-7) sehr gut veranschaulicht und damit die Notwendigkeit der göttlichen Gnade erklärt.

Begrenzte menschliche Erkenntnisfähigkeit
Lassen sich nun nicht auch Einwände gegen eine atheistische Auffassung ins Feld führen? Zunächst muss die grundsätzliche Frage gestellt werden, ob der Mensch überhaupt in der Lage ist, sich allein aufgrund seiner Denk-Fähigkeit, in Kombination mit dem ihm zur Verfügung stehenden Wissen, ein absolut richtiges und vollständiges Bild von der Wirklichkeit zu machen. Diese Frage muss mit Nein beantwortet werden!

Das inzwischen von der Menschheit angehäufte Wissen kann allein aufgrund seiner Fülle von keinem Menschen mehr komplett erfasst werden. Deshalb kann niemand für sich beanspruchen, alle Denkmöglichkeiten, speziell zu grundsätzlichen Fragen des Daseins und des Lebens abgewogen und durchgespielt zu haben. Unter diesen Umständen kann die menschliche Vernunft, auf sich gestellt, nie zu einer objektiv richtigen und umfassenden Antwort kommen. Diese Tatsache ist bedeutsam, denn sie führt zu der Erkenntnis der modernen Wissenschaftstheorie: „dass jede Wissenschaft auf metaphysischen Postulaten beruht, ja beruhen muss. Aus diesem Grunde ist eine Trennung von Glauben und Wissen generell nicht möglich.“ (Reinhard Junker, Leben durch Sterben? - Schöpfung, Heilsgeschichte und Evolution, 2. Aufl. 1994, S. 67).

Ideologisches Verständnisraster in der Forschung
Es ist also eine irrige Auffassung davon auszugehen, dass es eine völlig wertneutrale, objektive wissenschaftliche Forschung geben könnte. Allein die Zielsetzung einer Forschung ist abhängig von einem weltanschaulich geprägten Vorverständnis. Wenn dem so ist, müssen sich Wissenschaftler ihrer Grenzen hinsichtlich der gemachten Aussagen zum Leben und zu dessen Entstehung bewusst sein!

In professionellen Kreisen ist dies durchaus der Fall. Leider werden diese Grenzen vor allem in den populärwissenschaftlichen Darstellungen der Medien zum Thema Schöpfung/ Evolution in der Regel nicht angesprochen. Ein unrühmliches Beispiel dazu lieferte in der Vorweihnachtszeit 2005 die ZDF-Sendung „Evolution, der Glaubenskrieg“. In dieser Sendung von Joachim Bublath wurde, in aggressivem Ton und mit beißendem Spott evolutionskritischen Forschern jede Wissenschaftlichkeit abgesprochen. Es wurde in völlig unsachlicher Weise pauschal unterstellt, dass wer die Bibel ernst nimmt, die Naturwissenschaften bekämpfen und ein „simples Weltbild entgegen den wissenschaftlichen Erkenntnissen etablieren“ wolle.

Dutzende namhafte Wissenschaftler der Vergangenheit und Gegenwart strafen diese Auffassung Lügen! Durch Christen würde ein „wissenschaftsfeindlicher Glaube in den Köpfen der Menschen festgesetzt.“ Dass dies eine völlig unsinnige Behauptung ist, belegt der Filmbeitrag selbst, indem er auf Wissenschaftler mit christlicher Überzeugung hinweist. Jedoch spricht Bublath hier anmaßend von „Pseudowissenschaft“. Das bedeutet: Wer heutzutage wissenschaftliche Forschungsarbeit betreibt, es aber wagt, die gängige Evolutionstheorie oder einige ihrer Teilbereiche in Frage zu stellen, muss damit rechnen, dass seine Arbeit entweder nicht zur Kenntnis genommen, nicht anerkannt oder sogar lächerlich gemacht wird.

Diese Tendenz ist insofern bemerkenswert, als sich die moderne Naturwissenschaft ja selbst verordnet hat, Kritik zuzulassen und Gegenargumente herauszufordern. Werden Gegenargumente jedoch von den „falschen“ Leuten vorgetragen, wird aggressiv gegen diese vorgegangen. Eine Chance, deren berechtigte Argumente fair und sachlich darzustellen, gibt es derzeit kaum – vor allem nicht in den Massenmedien. Die Auseinandersetzung um das sogenannte Intelligent Design und den Kreationismus ist nicht neu, hat aber in jüngster Zeit an Schärfe und Polemik zugenommen.

Bezeichnend sind in diesem Zusammenhang die Verunglimpfungen des christlichen Biologie-Professors Siegfried Scherer, der an der Universität Freising tätig ist. Einerseits wird in den Medien seine wissenschaftliche Kompetenz angezweifelt, weil er in Punkto Lebensentstehung nicht die üblichen Interpretationen unterstützt, andererseits leistet er hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die ihm jüngst einen bedeutenden Wissenschaftspreis eingebracht hat.

Obwohl die Fakten für und nicht gegen Scherers wissenschaftliche Kompetenz sprechen, gelang es den Medien, ihm in der Öffentlichkeit ein negatives Image zu verpassen. Die aktuellen Angriffe gegen die Vertreter eines Schöpfungsglaubens zeigen, dass das Problem letzten Endes nicht die wissenschaftliche Auseinandersetzung an sich ist, (diese wird von christlichen Wissenschaftlern durchaus gesucht und von der Wissenschaft auch gefordert). Es geht vielmehr um die Verteidigung einer freidenkerisch geprägten, naturphilosophischen Interpretation gegen scheinbar „gefährliche“ christliche Gegner, die den Menschen lediglich auf seine Verantwortung vor Gott hinweisen.

Um sich die Diskussion der Gottesfrage zu ersparen, wird Gott kurzerhand seine reale Existenz als Schöpfer abgesprochen und Gott in den Bereich der Mythen, Legenden und subjektiven Empfindungen verbannt. Fairerweise müsste man allerdings zumindest eingestehen, dass Gott existieren könnte. Einerseits wirft man schöpfungsgläubigen Wissenschaftlern eine unwissenschaftliche Voreingenommenheit vor, andererseits praktiziert man sie selbst, indem man die Möglichkeit eines Schöpfers ausschließt, ohne einen wissenschaftlichen Beweis für die Richtigkeit dieser Vorentscheidung erbringen zu können.

Die Frage, ob Gott existiert, wird jedoch nicht dadurch beantwortet, dass man sich einfach Augen und Ohren zuhält.



Last edited by ElShaddai888 on Tue Sep 15, 2009 1:34 am; edited 1 time in total

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11 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Fri Sep 11, 2009 10:34 pm

Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin

http://www.google.com/search?hl=en&source=hp&q=Gottesbeweise+des+Thomas+von+Aquin&btnG=Google+Search&aq=f&oq=&aqi=

Die Gottesbweweise des Thomas von Aquin

http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis#Beweisgang_bei_Thomas_von_Aquin

Beweisgang bei Thomas von Aquin
Der Begriff Teleologie bezieht sich traditionell, etwa bei Thomas von Aquin, auf eine planvolle Einrichtung der Welt, durch welche die Dinge eine höhere Vollkommenheit erreichen.[8][9][10] Die Teleologie geht also über die ursprüngliche Vollkommenheit der Dinge hinaus, bezieht sich auf eine offene Naturkausalität[11][12] und bedarf einer äußeren Ursache. Diese ist aufgrund einer intentionalen Ordnung notwendigerweise intelligent.[13]
Der teleologische Gottesbeweis geht dabei traditionell von der Weltenlenkung aus (gubernatio rerum).[14] Es sei feststellbar, dass es in den Dingen dauerhafte oder angehäufte Verbesserungen gibt. Diese bedürften notwendigerweise einer Weltenlenkung.[15] Unvernünftige Dinge seien nicht in der Lage, ein Ziel zu verfolgen und bedürfen anderer Dinge, die sie zum Ziel bestimmen.[16] An oberster Stelle müsse ein intelligentes Wesen stehen, das eben in der Lage ist, ein Ziel vorzugeben.[17]
Kritik [Bearbeiten]
Ein früher Kritiker des teleologischen Gottesbeweises ist David Hume in seinen Dialogues Concerning Natural Religion. Immanuel Kant spricht dem Beweis, den er physiko-theologischen Beweis nennt, die Beweiskraft ab, weil er zwingend einen Schöpfer und damit einen schlüssigen kausalen Beweis voraussetzen muss. Der kausale Beweis wiederum setze wiederum zwingend einen schlüssigen ontologischen Beweis voraus.
Kritiken des teleologischen Beweises setzen meist an einer der beiden Fragen an: „Bestehen Ordnung, Schönheit und Zweckmäßigkeit wirklich?“ und „Wenn Zweckmäßigkeit wirklich besteht, muss deswegen eine Instanz existieren, die diese geschaffen hat?“ Die zweite Frage wird oft mit dem Hinweis verneint, dass Zweckmäßigkeit auch anders erklärbar sei, etwa über Varianten der Evolutionstheorie.
Nach einigen Verteidigern des teleologischen Gottesbeweises liegt in dieser Kritik ein Kategorienfehler vor. Denn Begriffe wie Ordnung, Schönheit und Zweckmäßigkeit meinten hier keine naturwissenschaftlich zugängliche Zweckmäßigkeit. Es gehe hier um den Sinn der Existenz, also die Frage nach dem „wozu?“ und nicht nach dem „warum?“. Diesen gewähre nur ein übernatürlicher (transzendenter) Zweck.
Die theologisch umstrittene Intelligent-Design-Theorie ist eine Variante des teleologischen Arguments für die Existenz eines Gottes.
Eine spezielle Variante teleologischer Argumentation kann sich auf die Struktur religiöser Überlieferungen beziehen. So wird in islamischen Traditionen[18] eine Art „ästhetischer Gottesbeweis“ geführt: Da der Prophet Mohammed illiterat gewesen sei, könne er nicht den Koran als das unmittelbar von Gott an ihn gerichtete Wort selbst ersonnen oder hervorgebracht haben. Die Schönheit des Textes lasse es daher als unabdingbar erscheinen, dass Gott selbst dem Propheten den Text übermittelt habe und ihm aufgetragen habe, diesen an die Umma zu tradieren.


Der Gottesbeweis von Thomas von Aquin (um 1200):

http://www.sdc-forum.de/philosophie-glaube/8347-gottesbeweis-thomas-aquin.html

1. Prämisse:

Alles ist in Bewegung. Der ganze Kosmos ist eine Abfolge von Ursache und Wirkung. Jede Bewegung wird von einer Vorangegangenen verursacht, und sie wiederum verursacht eine Darauf folgende.



2. Prämisse:

Die Bewegung entsteht nicht aus sich selbst. Sie muss durch Kraft initialisiert werden. Allerdings kann die Bewegung nicht schon immer gewesen sein, sie muss von etwas zum ersten Mal bewegt worden sein.



3. Conclusio:

Dieser unbewegte Beweger kann mit Gott bezeichnet werden.

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12 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Sat Sep 12, 2009 1:26 pm

Die Gottesformel

http://www.pm-magazin.de/de/heftartikel/druck_artikel.asp?artikelid=1510

Existiert Gott? Die Frage beschäftigt die größten Denker seit Jahrtausenden. Doch alle vermeintlichen Gottesbeweise sind gescheitert. Mit einer 200 Jahre alten mathematischen Formel könnten wir die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes bestimmen! Thomas Vasek hat es ganz subjektiv einmal durchgerechnet.

Existiert Gott? Die Frage beschäftigt die größten Denker seit Jahrtausenden. Doch alle vermeintlichen Gottesbeweise sind gescheitert. Mit einer 200 Jahre alten mathematischen Formel könnten wir die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes bestimmen! Thomas Vasek hat es ganz subjektiv einmal durchgerechnet.

Das Ungewisse faszinierte den Mann. Immer wieder zog es ihn nächtens an die Spieltische der Pariser Salons. Da studierte er die Gesetze der Wahrscheinlichkeit, die mathematischen Regeln des Glücks. Vielleicht war es eine dieser Nächte, als ihm die Idee kam, auf den lieben Gott zu wetten.

Blaise Pascal (1623 – 1662) war ein Genie von hohen Gnaden. Schon in früher Jugend zählte er zu den führenden Mathematikern und Physikern seiner Zeit. Er war ein Mann der Wissenschaft – doch seine Leidenschaft gehörte dem Glauben. Pascals berühmte Wette: »Entweder Gott ist, oder er ist nicht. Worauf wollen Sie setzen?« Zwei Möglichkeiten, zwei Optionen – beide ungewiss. Die Vernunft hilft uns nicht weiter. Was also tun?

Entweder Gott existiert, oder er existiert eben nicht – eigentlich eine einfache Sache. Und doch gibt es kein größeres, kein tieferes Geheimnis. Seit Jahrtausenden mühen sich daran die größten Geister ab. Die Liste vermeintlicher Gottesbeweise ist lang. Doch gescheitert sind sie alle – von Aristoteles über den Scholastiker Anselm von Canterbury bis zum Logiker Kurt Gödel. Die Gottesfrage, so scheint es, entzieht sich dem Zugriff der menschlichen Vernunft. Kant verwies sie ins Reich der Metaphysik: Da Gott außerhalb von Raum und Zeit existiert, kann die Wissenschaft über ihn keine Aussagen treffen – also lässt sich seine Existenz auch nicht beweisen. Muss die Vernunft vor Gott kapitulieren? Können wir an IHN also nur glauben?

Einige Theologen und Philosophen sehen eine Alternative: Sie versuchen nichts weniger, als die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes zu berechnen! Dabei greifen sie, wie Buchautor Stephen D. Unwin, zurück auf die 200 Jahre alte Formel eines presbyterianischen englischen Pfarrers und Mathematikers namens Thomas Bayes. Doch ist das nicht ein abstruses, ja aberwitziges Unterfangen?

Nicht unbedingt.# Die Wahrscheinlichkeitstheorie zielt darauf ab, Ungewissheit mathematisch exakt auszudrücken. Das gängige Modell orientiert sich an der Häufigkeit, mit der ein Ereignis eintritt – das typische Beispiel ist der Münzwurf. In der Gottesfrage würde man damit nicht weit kommen. Dagegen verfolgt die Bayes’sche Methode einen weiter gefassten Ansatz: Dabei versucht man, die Plausibilität einer Hypothese auf Grund von Indizien zu bestimmen.

Angenommen, eine Bank wird überfallen. Die Polizei verdächtigt einen Mann, der zuvor bereits eine andere Bank ausgeraubt hat. Nun melden sich Zeugen, die den Verdächtigen zur Tatzeit in der Nähe der Bank gesehen haben. Wie wirkt sich dieses Indiz auf den ursprünglichen Verdacht aus? Natürlich ist es hochwahrscheinlich, dass der Mann in der Nähe des Tatorts gesehen wurde, wenn er die Tat auch tatsächlich begangen hat. Dass er rein zufällig dort war, obwohl er mit dem Überfall nichts zu tun hatte, scheint deutlich weniger plausibel. Die Hypothese »Der Mann hat die Bank überfallen« erklärt das Indiz (»Er wurde in der Nähe des Tatorts gesehen«) also besser – der Verdacht hat sich erhärtet, die Hypothese der Ermittler ist plausibler geworden.

Diese Methode können wir auch auf die Frage nach der Existenz Gottes anwenden. Unsere Hypothese lautet demnach: »Gott existiert.« Wir gehen dabei von einer theistischen Gottesvorstellung aus – also von einem allmächtigen, allwissenden, ewigen und vollkommen guten Gott, der die Welt nicht nur geschaffen hat, sondern auch aktiv in sie eingreift. Weiter legen wir fünf große Indizienbereiche fest, also Fakten, die möglicherweise für oder gegen die Existenz Gottes sprechen: die Entstehung des Universums, die Ordnung im Kosmos, die Evolution, das Gute und das Böse sowie die Evidenz religiöser Erfahrungen.

Zunächst bestimmen wir eine Anfangswahrscheinlichkeit – also den Grad unserer Überzeugung, dass Gott existiert –, bevor wir die zusätzlichen Indizien in Betracht ziehen. Das ist natürlich eine subjektive Bewertung. Vorsichtshalber könnten wir von einer 50:50-Chance ausgehen – in der Wahrscheinlichkeitstheorie bedeutet dies einfach nur völliges Nichtwissen.

Im nächsten Schritt ermitteln wir, wie sich die Indizien auf unseren »Anfangsverdacht« (also 50 Prozent) auswirken. Halten wir ein Faktum (etwa die Entstehung des Universums) für wahrscheinlicher, wenn Gott existiert – oder wenn Gott nicht existiert? Der Faktor, um den wir die erste Variante für wahrscheinlicher (oder weniger wahrscheinlich) halten als die zweite, ist unser »Gottes-Indikator« (GI). Auf absolute Zahlen kommt es dabei nicht an – entscheidend sind die Relationen. Ein GI von 10 beispielsweise bedeutet: Das Indiz liegt »viel wahrscheinlicher« vor, wenn Gott existiert, als wenn er nicht existiert. Ein GI von 2 bedeutet »etwas wahrscheinlicher«. Ein GI von 1 wäre »Gott-neutral«. Ein Wert von 0,5 hieße umgekehrt, dass das Indiz in einer gottlosen Welt »etwas wahrscheinlicher« ist, ein GI von 0,1 wiederum bedeutet, das Indiz liegt sogar »viel wahrscheinlicher« vor, wenn Gott nicht existiert. Die genaue Erläuterung sowie die Bayes-Formel finden Sie im Kasten links.

Vom Gottes-Indikator hängt es bei jedem neuen Indiz ab, ob unsere Gottes-Wahrscheinlichkeit steigt oder sinkt. Sind Sie bereit für die P.M.-Spurensuche nach der letzten Wahrheit, nach dem Urgrund aller Dinge?


Indiz 1: Die Entstehung des Kosmos

Die Fakten: Nach heutigem Wissensstand entstand unser Universum vor rund 14 Milliarden Jahren aus einem unvorstellbaren Feuerball. Die Explosion ereignete sich gleichsam aus dem Nichts heraus, aus einem unendlich dichten Punkt reiner Energie – Physiker sprechen von einer »Singularität«. Erst mit dem Urknall entstanden Raum, Zeit und Materie. Was in den allerersten Momenten passierte, wissen die Forscher bis heute nicht. Die Ereignisse danach aber lassen sich ziemlich genau erklären: die Bildung von Teilchen und Anti-Teilchen, die Entstehung der ersten Atomkerne, die Bildung von Sternen und schließlich ganzen Galaxien. Die Urknalltheorie gilt heute als empirisch weitgehend bestätigt.

Wir versuchen nun, diese Fakten in Hinblick auf die Gott-Hypothese zu bewerten. Angenommen, Gott existiert – ein vollkommmenes, ewiges, und allmächtiges Wesen. Wie wahrscheinlich hätte ein solcher Gott das Universum geschaffen? Wenn Gott allmächtig ist, dann liegt es nahe, dass er auch etwas Großes, Bewundernswertes wie den Kosmos hervorgebracht hat. Als ewiges Wesen könnte er das Universum auch aus dem Nichts geschaffen haben, im Einklang mit der Urknalltheorie. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gott das Universum geschaffen hätte, ist also recht hoch.

Nun prüfen wir die umgekehrte Variante. Wie wahrscheinlich wäre das Universum entstanden, wenn wir annehmen, dass Gott nicht existiert? Mehrere Alternativen sind denkbar.

Erstens, unser Universum ist tatsächlich das einzige Universum und nicht bloß eines von vielen – und es hatte einen Anfang. Dann fragt sich natürlich: Was war vor dem Anfang? Die mögliche Entstehung des Kosmos »ex nihilo«, also aus dem Nichts, bereitet auch vielen Forschern Kopfschmerzen. Nach der Inflationstheorie könnte der Kosmos aus Energiefluktuationen im Quantenvakuum entstanden sein. Dieses Quantenvakuum ist allerdings nicht einfach »Nichts«, sondern eine physikalische Tatsache, die wiederum einer Erklärung bedarf.

Zweitens, das Universum hat vielleicht doch keinen Anfang. Raum und Zeit könnten beispielsweise einen vierdimensionalen Raum bilden, der keine »Ränder« hat. Dann braucht es zwar keinen Schöpfer im eigentlichen Sinn – aber auch in diesem Fall müsste jemand/etwas die physikalischen Bedingungen in einem solchen Universum festlegen. Aber wer oder was?

Drittens könnte unser Universum auch bloß eines von vielen sein, die unmittelbar aus dem Quantenvakuum hervorgeblubbert sind. Eine schöne Theorie – doch ohne den leisesten Beweis. Kritiker rücken die Modelle der Quantenkosmologen selbst in die Nähe religiöser Schöpfungsmythen.
Der Spieler Blaise Pascal fand eine verblüffende Lösung. Wer auf Gott setzt, ein gläubiges Leben führt, hat Aussicht auf unendlichen Gewinn – das ewige Leben, das Himmelreich. Wenn Gott existiert, dann haben die Gläubigen eben gut gespielt. Existiert er nicht, so haben sie nichts verloren. Also ist es klug, auf Gott zu setzen – und sei die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz auch noch so gering!

Manche sehen in Pascals Wette einen subtilen mathematischen Gottesbeweis . Doch vielleicht lautet die Botschaft schlicht: Letztlich müssen wir uns entscheiden, wie am Spieltisch und auch sonst im Leben – mit Sorgfalt, keinesfalls ohne Vernunft. In Pascals Worten:»Il faut parier« – »Man muss wetten, darin ist man nicht frei.« Es ist wahr: Die Vernunft kann uns über Gott nichts Sicheres sagen. Aber es ist immer vernünftig, mit Gott zu rechnen.

Wir könnten also die Variante, dass Gott das Universum geschaffen hätte, für etwas plausibler halten als die Variante, wonach es auch ohne Gott entstanden wäre. Damit hat unser »Gottes-Indikator« den Wert 2 – gemäß der Bayes’schen Formel steigt damit die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes auf 67 Prozent.


Indiz 2: Die Ordnung des Kosmos

Die Fakten: Seit der Entstehung des Kosmos gelten unveränderlich die universellen, fundamentalen Naturkonstanten, darunter die Lichtgeschwindigkeit, die Gravitationskonstante und andere mehr. Wenn unser Universum nur minimal andere physikalische Eigenschaften hätte, so wäre kein Leben möglich, ja der Kosmos würde womöglich gar nicht mehr existieren. Würde der Wert der Gravitationskonstante nur um wenige Billionstel abweichen, wäre das Universum längst kollabiert – oder die Expansion wäre so stark gewesen, dass sich niemals Sterne und Galaxien hätten bilden können. Und hätte die so genannte Feinstrukturkonstante, die in der Chemie von großer Bedeutung ist, einen nur geringfügig anderen Wert, wäre es nie zur Verbindung von Kohlenstoffmolekülen gekommen – den grundlegenden Bausteinen jeder Lebensform. Bis heute können die Physiker den Wert von 15 Naturkonstanten nicht erklären.

Wieder gehen wir nach unserem Bayes’schen Muster vor. Nehmen wir zunächst an, dass Gott existiert. Hätte er ein derart fein abgestimmtes Universum hervorgebracht? Wenn Gott vollkommen und allmächtig ist, so könnten wir argumentieren, hätte er mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Chaos geschaffen, sondern eine wohlgeordnete, lebensfreundliche, bewundernswerte Welt.

Wie wahrscheinlich ist dagegen die Feinabstimmung des Universums in einer gottlosen Welt? An diesem Punkt müssen wir besonders sorgfältig argumentieren. Denn nach dem so genannten »anthropischen Prinzip«(griech. anthropos = der Mensch) ist die Feinabstimmung des Kosmos nicht weiter überraschend: Das Universum musste eben genau diese physikalischen Bedingungen hervorbringen, also auf das Leben zulaufen – sonst wären wir schließlich nicht hier. Nach dieser Betrachtungsweise brauchen wir nach Wahrscheinlichkeit bzw. Unwahrscheinlichkeit unseres fein abgestimmten Universums nicht weiter zu fragen.

Das anthropische Prinzip ist allerdings umstritten. Wenn wir von der Möglichkeit eines Schöpfergottes absehen, können wir ihm zwei Szenarien entgegenhalten. Zum einen könnte unser Universum nur eines unter unendlich vielen, für uns nicht beobachtbaren Universen sein, die möglicherweise andere physikalische Eigenschaften haben. Einige dieser Universen haben eben die Entstehung von Leben ermöglicht – als Ergebnis eines evolutionären Prozesses von Versuch und Irrtum. Im Multiversum könnte es durchaus eine größere Anzahl lebensfreundlicher Universen geben, und wie es eben so ist, leben wir in einem davon. Unter diesen Umständen wäre die Feinabstimmung des Kosmos tatsächlich nicht mehr sonderlich mysteriös. Allerdings sind die einschlägigen Theorien höchst spekulativ.

Vielen Forschern erscheint die Annahme unendlich vieler Universen auch unnötig kompliziert und daher unplausibel. Die Alternative zum Multiversum ist schlicht: Es gibt eben nur ein Universum – nämlich unseres. Wir hatten einfach nur extremes Glück! Einiges spricht also dafür, dass wir tatsächlich in einem äußerst unwahrscheinlichen Universum leben. Keine kosmologische Theorie kann diesen Umstand wirklich befriedigend erklären.

Wir können also die Variante, dass Gott die kosmische Ordnung geschaffen hätte, für wahrscheinlicher halten als deren Entstehung ohne Schöpfer. Als »Gottes-Indikator« geben wir die 2 in die Bayes’sche Formel ein. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes weiter an – wir liegen bereits bei 80 Prozent.


Indiz 3: Die Evolution des Lebens

Die Fakten: Die meisten Biologen sehen die Darwin’sche Evolutionstheorie – also die Entwicklung des Lebens nach dem Mechanismus von Variation und Selektion – heute als bestätigt an. Anhand von Fossilfunden lässt sich die Entwicklung von Lebewesen aus ihren Vorläufern dokumentieren. Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen biologischen Gruppen belegen die gemeinsame Abstammung. Mit modernen molekularbiologischen Methoden lässt sich heute sogar die Stammesgeschichte einzelner Gene nachvollziehen.

Nehmen wir wieder an, dass Gott existiert. Wie wahrscheinlich hätte er überhaupt die Entwicklung des Lebens angestoßen? Das können wir für durchaus wahrscheinlich halten. Wenn Gott vollkommen gut ist, dann ist es plausibel, dass er auch so etwas Wunderbares wie das Leben hervorbringt. Allerdings fragt sich, ob er sich die Mühe gemacht hätte, alle Lebensformen auf einmal zu schaffen. Es hätte für ihn ja genügt, lediglich das evolutionäre Prinzip zu installieren und in Gang zu setzen – eine Art universelle Software allen Lebens. Die Evolutionstheorie ist mit der Existenz Gottes daher durchaus vereinbar.

Wie wahrscheinlich ist es umgekehrt, dass die Evolution in einem gottlosen Universum in Gang gekommen wäre? Zu Recht lehnen die meisten Forscher die pseudowissenschaftlichen Methoden des »Intelligent Design« ab – also den Versuch, in der Komplexität des Lebens das Wirken eines Schöpfers nachzuweisen. Tatsächlich braucht die Natur keinen solchen »intelligenten Gestalter«: Sogar eine hochkomplexe Struktur wie das menschliche Auge lässt sich aus evolutionären Mechanismen erklären. Deren wundersame Effektivität können die Forscher heute sogar auf dem Computer simulieren. Alles in allem scheint die Möglichkeit, dass die Evolution des Lebens auch ohne Gott stattgefunden haben könnte, also ziemlich plausibel. Wir können sie für gleich wahrscheinlich halten wie die Annahme, dass Gott von sich aus Leben erschaffen habe. Unser Gottes-Indikator beträgt in diesem Punkt also genau 1 – mit anderen Worten, das Ergebnis beeinflusst die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes nicht. Wir gehen weiterhin von einer 80-Prozent-Chance aus.


Indiz 4: Das Gute und das Böse

Die Fakten: Eines der herausragenden Merkmale des Menschen ist seine Fähigkeit zu moralischem Denken – also zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Diese Fähigkeit ist eine wesentliche Basis des menschlichen Zusammenlebens.

Wieder folgen wir dem gleichen Muster. Angenommen, Gott existiert: Wie plausibel ist es dann, dass wir das moralisch Gute erkennen und wählen können? Offenbar sehr plausibel. Nach unserer Definition ist Gott selbst ja das vollkommen Gute. Es liegt daher nahe, dass er auch eine Welt geschaffen hat, in der das moralisch Gute zumindest vorkommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gott die Menschen mit der Fähigkeit ausstatten würde, das moralisch Gute zu erkennen und zu wählen, können wir für hoch halten.

Mit welcher Wahrscheinlichkeit wäre dagegen das moralisch Gute auch in einer gottlosen Welt entstanden? Für die Entstehung von moralischem Verhalten gibt es eine Reihe von soziokulturellen und neurobiologischen Anhaltspunkten. So wollen Forscher beispielsweise die Entstehung von Altruismus mithilfe der Spieltheorie erklären. Und Hirnforscher sind den neuronalen Mechanismen auf der Spur, die unserer Fähigkeit zu Empathie und moralischem Denken zugrunde liegen.

Wir können davon ausgehen, dass das moralisch Gute in einer von Gott geschaffenen Welt letztlich immer noch ein wenig plausibler ist als in einer Welt ohne Gott. Wir wählen daher als Gottes-Indikator die 2. Unsere Gotteswahrscheinlichkeit wächst damit weiter auf 89 Prozent.

Mehr Probleme bereitet uns das Böse. Wenn der allgütige Gott existiert – warum sollte er dann Böses auch nur zulassen? Das ist das ungelöste Problem vieler gläubiger Menschen. Wir könnten argumentieren, dass Gott die Menschen aus guten Gründen mit dem freien Willen ausgestattet hat – denn nur mit freiem Willen ist es möglich, das Gute zu wählen. Und nur wenn Böses existiert, ist das Gute überhaupt erkenn- und wählbar.

In Anbetracht von Kriegen, Massenmorden und grausamen Verbrechen könnten wir an diesen Erklärungen jedoch zweifeln – und es für äußerst unwahrscheinlich halten, dass in einer von Gott geschaffenen Welt so viel Böses existiert.

Wenn Gott aber nicht existiert – wie wahrscheinlich ist dann die Existenz des Bösen? Das wiederum scheint sehr plausibel. Schließlich müssten die Menschen dann eigene Maßstäbe für moralisches Verhalten entwickeln. Wenn niemand eine Bestrafung durch eine höhere Instanz befürchten müsste – wäre das moralisch Böse dann nicht geradezu unvermeidlich?

Diese Wahrscheinlichkeit könnten wir als sehr hoch einschätzen.

Zusammengefasst kommen wir zum Ergebnis: Die Existenz des moralisch Guten wirkt sich auf die Gotteswahrscheinlichkeit moderat positiv aus – wir können das Gute mit Gott ein wenig besser erklären als ohne Gott. Das moralisch Böse versetzt unserer Gottes-Hypothese aber einen schweren Schlag. In diesem Punkt setzen wir den Gottes-Indikator bei 0,1 an. Damit schrumpft die Wahrscheinlichkeit Gottes dramatisch – auf 45 Prozent.


Indiz 5: Religiöse Erfahrungen

Die Fakten: Die monotheistischen Weltreligionen sind über 2500 Jahre alt. Zu allen Zeiten berichteten Gläubige von tiefen religiösen und mystischen Erfahrungen.

Wenn die Gottes-Hypothese stimmt: Wie wahrscheinlich ist es dann, dass so viele Menschen an ihn glauben und religiöse Erfahrungen machen? Das ist wohl höchst wahrscheinlich. Gott würde dafür sorgen, dass es Menschen gibt, die an seine Existenz glauben. Er würde zumindest Hinweise geben und den Gläubigen das Gefühl vermitteln, dass er ihre Gebete auch erhört.

Wie hoch ist umgekehrt die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen auch in einer gottlosen Welt religiöse Erfahrungen machen? Marx hielt Religion für das »Opium des Volkes«. Freud erklärte den Gottesglauben gar zur Illusion – zum bloßen Ersatz für die väterliche Autorität. Manche Neurowissenschaftler glauben heute, Hirnregionen lokalisieren zu können, die mit religiösen Erfahrungen zu tun haben. Andere wollen gar ein »Gottes-Gen« gefunden haben.

Unterm Strich können wir es also für wahrscheinlich halten, dass religiöse Erfahrungen auch in einer gottlosen Welt entstehen – etwa weil sie den Menschen Trost in schwierigen Lebenssituationen geben. Wir werden diese Wahrscheinlichkeit aber geringfügig niedriger einschätzen als die Alternative – schließlich sollten wir den Zeugnissen von Abermillionen Gläubigen nicht von vornherein misstrauen! Unser »Gottes-Indikator« in diesem Punkt ist daher 2. Damit steht unser Ergebnis fest: Die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes beträgt rund 62 Prozent.

Was hat dieses Ergebnis zu bedeuten? Immerhin so viel: Die Ungewissheit in der Frage der Existenz Gottes ist etwas geringer geworden. Es könnte uns aber auch klarer geworden sein, wo die Grenzen der menschlichen Vernunft und der Wissenschaft liegen.

Vielleicht werden die Physiker eines Tages doch die große Theorie finden, die alle Naturkräfte vereint und das wundersame Feintuning des Universums erklärt. Aber auch diese Theorie wird letztlich aus mathematischen Gleichungen bestehen. Ein fundamentales Rätsel wird bleiben: »Wer bläst den Gleichungen den Odem ein und erschafft ihnen ein Universum, das sie beschreiben können?«, fragt Stephen Hawking in seinem aktuellen Buch »Die kürzeste Geschichte der Zeit«. Der gelähmte, seit vielen Jahren todkranke Physiker hat seine Suche nach der großen vereinheitlichten Theorie inzwischen aufgegeben. In seiner Begründung bezog er sich auf den österreichischen Logiker Kurt Gödel. Seit Gödels berühmtem Unvollständigkeitstheorem wissen wir, dass es in der Mathematik wahre Sätze gibt, die sich nicht beweisen lassen. Die Physik könnte laut Hawking ebenfalls an die Grenzen der Erkenntnis gelangen. Doch mit der Ungewissheit, die Wissenschaftler so sehr verstört, leben Gläubige wie Ungläubige seit Jahrtausenden.

Wäre alles im Leben gewiss, würden wir Gott nicht brauchen. So ist es aber nicht: Es herrscht Ungewissheit. Und genau diese Ungewissheit macht Gott erst möglich. Erinnern wir uns an Pascals berühmte Wette – seine Wette auf die Existenz Gottes.



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13 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Sat Sep 12, 2009 2:21 pm

Kann man die Existenz Gottes beweisen?

http://www.nikodemus.net/445-Kann_man_die_Existenz_Gottes_beweisen.htm


"Wie kann ich jemand, der alles soweit glaubt, Gott beweisen, da er Sicherheit möchte? Gibt es Gott und wie kann ich merken, dass es Gott gibt? Woher soll ich wissen, dass er wirklich existiert?"
Die Suche nach Beweisen


Die Frage, ob Gott beweisbar sei und wie man Gewissheit von seiner Existenz bekommen könne, ist eine für unsere Zeit charakteristische Frage. Durch die moderne Naturwissenschaft, die Aufklärung und die zunehmende Geheimnislosigkeit unserer Welt genügt die besondere Gewissheit, die der Glaube gibt, offenbar nicht mehr.

Aber auch schon früher haben sich Philosophen Gedanken darüber gemacht, ob Gott nicht beweisbar sei. Alle Anstrengungen gehen aber am Kern der Sache vorbei. Denn wenn wir Gott, wie er sich in der Bibel offenbart, glauben, müssen wir mit einem Liedvers von Jochen Klepper feststellen: "Gott will im Dunkel wohnen" (1.Könige 8,12). Der Mensch kann Gott in seiner ganzen Wirklichkeit nicht sehen, ohne vernichtet zu werden (2.Mose 33,20; Johannes 1,18). Die Gotteserscheinungen im Alten Testament (Theophanien) sind immer verhüllte Erscheinungsweisen Gottes (Dornstrauch, Gewitter, Mann am Jabbok etc.). Der Grund ist die Sündhaftigkeit des Menschen; als gefallene Geschöpfe, für die Gott von Natur aus der Feind ihrer selbsternannten Unabhängigkeit ist, sind wir nicht mehr in der Lage, Gott und seine Wirklichkeit in irgendeiner Form wahrzunehmen. Gott ist und bleibt transzendent: Er übersteigt unsere Wirklichkeit.

(1) Beweisbarkeit Gottes?

Beweisbarkeit ist nun ein Begriff der modernen Naturwissenschaft. Im strengen Sinne beweisbar sind nur mathematische und logische Aussagen; im weiteren Sinn sind es durch Experimente nachprüfbare Aussagen, die dann eine bestimmte naturwissenschaftliche Theorie als richtig oder falsch erweisen. Richtig meint hier: die Beobachtungen werden angemessen erklärt; das gilt immer nur vorläufig, da durch eine einzige abweichende Beobachtung die Theorie "kippen" kann.

Der Beweis in den historischen Wissenschaften liegt noch einmal auf einer anderen Ebene; hier gelten als Belege historische Befunde in Form von Dokumenten, Zeugenaussagen, aber auch archäologischen Fundgegenständen. Beweis könnte hier heißen: Eine Auslegung der historischen Situation ist durch bestimmte, im Sinne dieser Auslegung bedeutungsvolle Befunde hinreichend wahrscheinlich. Dabei wird aber die Auswahl der Befunde sowie deren Bewertung durch die vorab angezielte Auslegung beeinflusst; umgekehrt kann es keine historische Beobachtung oder Betrachtung geben ohne eine Deutung der Fakten.

Das schönste Beispiel liefern die zahlreichen Fernsehkrimis: Dort geht es meist um Rekonstruktion eines Geschehens - also einer historischen Situation - anhand der vorfindbaren Spuren am Tatort sowie der Aussagen von Zeugen oder Personen, die mit den Beteiligten in Verbindung standen. Besonders deutlich wird im Krimi, wie die Kommissare einen Verdacht - also eine vorgefasste Auslegung - haben müssen, auf die hin sie die gesammelten Spuren und Aussagen prüfen, und deutlich wird auch, wie ein sogenannter Indizienbeweis oft nur eine bestimmte Interpretation der Fakten ist, die sich aufdrängt. In den historischen Wissenschaften spielt die Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit eines Geschehens eine große Rolle bei der Suche nach der historischen "Wahrheit".

Ich hoffe, es ist nun klar geworden, dass der Begriff "Beweis" in Verbindung mit der transzendenten Wirklichkeit Gottes unangemessen ist.

(2) Erfahrbarkeit Gottes

Deshalb kommt die Frage, wie Gott erfahrbar oder erkennbar sei, der Wahrheit näher. Ist uns Gott zunächst also verborgen, so verrät die Bibel, dass sich Gott bereits mehrere Male in verschiedener Form dem Menschen gezeigt, "bewiesen" hat (vgl. Hebräer 1,1). Zeugnisse davon sind die Zehn Gebote, der Tempel und überhaupt die ganze Religion und Geschichte Israels. Weiter gibt sich Gott dem Menschen in der Schöpfung (Römer 1,18-20), ihrer Schönheit und Ordnung, und im Gewissen, in der Sittlichkeit des Menschen (Römer 2,14+15) zu erkennen.

Es ist sicher möglich, dass ein Mensch aufgrund dieser "Beweise" davon überzeugt werden kann, dass es Gott gibt, mehr noch: dass er ein wunderbarer, liebender, aber auch heiliger und ehrfurchtgebietender Gott ist. Diese Form der Gewissheit ist natürlich keine wissenschaftliche, sondern eine existentielle: eine, die den einzelnen Menschen in der ganzen Tiefe seines Lebens, seines Denkens, Fühlens und Wollens betrifft. Dennoch ist es eine Gewissheit, die den Glauben begründen kann.

Hier begeben wir uns von der Ebene der Beweise auf die der Evidenz. Evidenz ist ein philosophischer Begriff und bedeutet: "Selbsteinsichtigkeit". Etwas Evidentes leuchtet uns von sich selbst her ein, ohne dass wir es eigens begründen oder beweisen müssten. Evidenz ist die Weise, wie sich uns z.B. die Realität und die Wahrheit von Gedanken, von moralischen Urteilen, von Schönheit oder intensiven Erlebnissen versichert. Ohne biologisch oder chemisch nachweisen zu müssen, dass es so etwas wie Gewissen, Seele oder Verstand gibt, können wir anhand der Erscheinungen und Auswirkungen dieser "Dinge" selbst gewiss sein, dass sie real sind.

(3) Gott gibt sich zu erkennen

Zugegebenermaßen zeigt sich uns hier noch ein recht allgemeiner Gott, einer, den auch Nichtchristen jeder Art akzeptieren könnten. Gewissheit über den christlichen Gott, den Gott der Bibel, erhalten wir in der einen Offenbarung, die Gott von sich und seiner Liebe gegeben hat: in Jesus Christus.

Jesus Christus ist der letzte, vollkommene und endgültige "Beweis", den Gott nicht nur von seiner Existenz, sondern von seinen Absichten und Plänen gegeben hat. Zugleich erfahren wir dadurch erst die Wahrheit über uns selbst. Durch das Evangelium können wir erkennen, dass zwischen uns und Gott von Natur aus Streit herrscht; Gott und wir sind Gegner. Das gilt es bei allen Fragen nach der Sichtbarkeit oder Erkennbarkeit Gottes zu bedenken: Wir selbst sind es, die Gott unsichtbar, unerkennbar gemacht haben. Es wäre gar nicht seine Aufgabe, sich zu beweisen. Trotzdem wollte er sich uns mitteilen, durch das Dunkel unseres gefallenen Erkenntnisvermögens hindurch, damit wir Sicheres über ihn wissen können. Damit wir ihm glauben können.

Die "Beweiskraft" von Gottes Selbstoffenbarung in Jesus Christus ist zunächst eine historische. Wir haben die Berichte der Bibel als historische Dokumente vorliegen, und ihr historischer Wahrheitswert ist wissenschaftlich durchaus nachprüfenswert. Dann allerdings stellt sich dem, der diese Berichte liest, die Frage, ob er ihnen, unabhängig von ihrer historischen Wahrscheinlichkeit, glaubt. Ob er sich und sein Leben den dortigen Aussagen anvertraut, so, als wären sie direkt von Gott an ihn gerichtet.

Wie ich Gott persönlich erleben kann

Wie hoch ist nun die Beweiskraft eines Glaubensentschlusses? Welche Evidenz hat es, geliebt zu werden? Wie viel Gewissheit erlangt man, wenn man jemandem bedingungslos vertraut? Jesus selbst sagt:

"Wer von euch bereit ist, Gottes Willen zu tun, der wird erkennen, ob dieses Worte von Gott kommen oder ob es meine eigenen Gedanken sind." (Johannes 7,17).

Das heißt: Wenn ich mich ehrlich und entschlossen auf Gott einlasse, wird er sich mir zu erkennen geben. In meinem persönlichen Leben, aber auch, wenn ich die Bibel lese; ich werde ihm im Gebet begegnen, ich werde ihn in meinen Gedanken und Überlegungen treffen, und ich werde sicherlich irgendwann Erlebnisse seiner Nähe haben. Die Erfahrungen, die das gläubige Leben mit Gott bereithält, sind vielfältig und individuell. Sie alle lassen die Gewissheit wachsen und vertiefen, dass es Gott gibt und dass er der ist, der er zu sein behauptet.

Der Glaube als ein Entschluss, den ich mit ganzer Person fasse, als der Entschluss, mich Gott anzuvertrauen, hat seine eigene Evidenz, und ebenso die Wahrheiten, die infolge dessen erfahrbar sind. Gottes Wirklichkeit beweist sich selbst demjenigen, der sich auf die Ebene ihrer Wirksamkeit begibt: in den Glauben.

"Beweise" sind das nicht - Gott sei Dank! Denn beweisen kann ich nur das, was mir in meiner begrenzten Menschenrealität begegnet, und ich kann mich dessen nur wieder mit Mitteln dieser Realität vergewissern. Gottes Anwesenheit aber durchdringt und übersteigt meine Realität, und deshalb ist es der Glaube - ein ganz erstaunliches und wunderbares Vermögen des Menschen, das Gott schenkt -, der den Zugang zur göttlichen Realität ermöglicht. Der Glaube ist es, der mir letztlich die innere Gewissheit gibt, dass die Erfahrungen, die ich mache, tatsächlich das Reden Gottes in meinem Leben sind.



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14 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 1:38 am

Existiert Gott?

http://www.olivernemitz.de/Religion/Existenz.htm

Wie schon gesagt kann man nicht beweisen, dass es Gott gibt, ebensowenig kann man beweisen, dass es Gott nicht gibt. Es können aber Indizien gesammelt werden, die auf eine Existenz Gottes hinweisen.
So existieren z.B. in allen Kulturen Vorstellungen von einem Gott oder Göttern und von einer Existenz nach dem Tod. Seien es die ewigen Jagdgründe der Indianer, Walhall, die Totenhalle in die Odin die gefallenen altnordischen Krieger und Helden ruft, die Reinkarnation im Hinduismus oder das Paradies bei den Moslems. Sowie Zugvögel einfach "wissen", dass sie im Winter in den Süden fliegen, so weiß der Mensch, dass Gott existiert und es ein Leben nach dem Tod gibt. Weitere Indizien sollen im Folgenden näher untersucht werden.

1) Die Schöpfung

"Gott erklärt den Ursprung des Universums. Sowohl naturwissenschaftlich als auch philosophisch kann man argumentieren, dass das Universum und die Zeit an einem bestimmten Punkt in der endlichen Vergangenheit einen Anfang hatten. Da es nicht möglich ist, dass etwas aus dem Nichts heraus entsteht, muss es eine transzendente Ursache jenseits von Raum und Zeit geben, die das Universum ins Sein brachte." (s. [2], S.95)
Die momentan vorherrschende Theorie über die Entstehung der Welt ist das Urknall-Modell. Zumindest Atheisten glauben demnach, dass das Universum durch Nichts aus dem Nichts entstanden ist. Nun muss aber, so die Physik, alles was entsteht, eine Ursache haben. Folglich hat auch unsere Welt eine Ursache, und diese ist Gott der Schöpfer.
Aber ist das nicht alles nur eine Problemverlagerung? Die Welt hat Gott als Ursache, aber durch welche Ursache entstand Gott? Eine mögliche Antwort ist: Gott hat eben keine Ursache, denn Gott ist nicht entstanden! Der Schöpfer war schon immer da, soweit man "immer" verwenden kann, wenn Gott auch die Zeit erschaffen hat.


Die Feinabstimmung des Universums:

Dieses Argument ist [5] entnommen. Dort geht J. Lennox auch noch auf weitere Auffälligkeiten des Universums, wie beispielsweise dessen Verstehbarkeit, ein. Dies würde den Rahmen hier jedoch sprengen.

Nach jüngsten Erkenntnissen in Physik und Kosmologie sind die Grundkräfte des Universums für mögliches Leben extrem präzise aufeinander abgestimmt. Ändert man eine von Ihnen auch nur äußerst geringfügig, so ist die Existenz von Leben nicht mehr möglich. So ist beispielsweise das Verhältnis der elektromagnetischen Kraftkonstante zur Gravitationskonstante fein ausbalanciert. Veränderungen dieses Verhältnisses um nur 10^(-40) würden bewirken, dass entweder nur noch zu kleine oder nur noch zu große Sterne existieren könnten. Zur Existenz von Leben sind jedoch sowohl große als auch kleine Sterne erforderlich.

Weiterhin konnte gezeigt werden, dass eine Änderung des Kräfteverhältnisses von Expansion und Gravitation schon um 10^(-55) kurz nach der Entstehung des Universums entweder zu einer zu schnellen oder einer zu langsamen Ausdehnung geführt hätte.

Man ist geneigt über diese Zahlen hinwegzulesen, aber man muss sich deren Winzigkeit einmal verdeutlichen. Um sich eine Präzisionen dieser Größenordnung vorstellen zu können, hat der Astrophysiker Hugh Ross folgendes Bild entwickelt (s. [5]): ,,Bedecken Sie Amerika mit Säulen von Münzen bis an den Mond (380.000 km entfernt) und dann tun Sie dasselbe mit einer Milliarde weiterer Kontinente von derselben Größenordnung. In einer dieser Münzsäulen stecken Sie eine rot markierte Münze. Verbinden Sie einer Freundin die Augen und bitten Sie sie, diese Münze herauszusuchen. Die Chance sie zu finden, liegt bei etwa 10^(-40).``

Lennox erwähnt noch weitere Beispiele für Feinabstimmungen sowohl in unserem Universum als auch auf der Erde bzw. in unserem Sonnensystem. So sind beispielsweise der Abstand von der Erde zur Sonne, die Größe der Oberflächengravitation, Rotationsgeschwindigkeit der Erde etc. genau auf die Existenz von Leben abgestimmt.

Nun behaupten einige Wissenschaftler und Philosophen, dass wir uns über die Ordnung und Feinabstimmung des Universums nicht wundern brauchen. Würde sie nämlich nicht bestehen, so wäre kohlenstoffbasiertes Leben unmöglich, und wir wären nicht hier, um die Feinabstimmung zu beobachten. Lennox zitiert zu diesem Einwand ein Beispiel des Philosophen John Leslie, welches zeigt, dass dieses Argument nicht zufriedenstellend ist: Das hört sich so an, ,,als sollten Sie sich nicht darüber wundern, noch am Leben zu sein, nachdem fünfzig auf Sie gerichtete Gewehre eines Exekutionskommandos abgefeuert wurden. Schließlich ist es das einzige Ergebnis, das Sie noch beobachten können - hätte eine Kugel Sie getroffen, wären Sie tot. Jedoch dürften Sie nach wie vor ein großes Bedürfnis nach einer Erklärung verspüren. Warum haben alle vorbeigeschossen?`` Ebenso ist es durchaus berechtigt zu fragen, wo die oben erwähnte Feinabstimmung herstammt.

Abschließend können wir mit Lennox den Physiker Paul Davies zitieren: ,,Es sieht so aus, als hätte jemand die Zahlen der Natur fein abgestimmt, um das Universum (und das Leben, Anm. des Autors) zu schaffen. Dem Eindruck, dass es einen Plan gibt, kann man sich nicht entziehen. ``
Evolution

Anmerkung: Dieser Absatz entspricht im Großen und Ganzen stark verkürzt dem dritten Einwand aus [2], S. 111-145. Er soll zeigen, dass es in der Evolutionstheorie auch schwierige Stellen und Probleme gibt, und dass sie nicht festes, bewiesenes Wissen ist, wie so oft suggeriert wird. Gerade die Entstehung des Lebens wird wohl immer eine Glaubensfrage bleiben.

Es ist unbestritten, dass die Evolution zum Teil wahr ist. Es gibt Variabilitäten innerhalb der Pflanzen- und Tierarten, was erklärt, das es z.B. über 200 verschiedene Hundearten gibt oder Bakterien sich anpassen und resistent gegen Antibiotika werden können. Diese Vorgänge werden als Mikro-Evolution bezeichnet.
Darwins Evolutionstheorie geht jedoch noch weiter, indem sie behauptet, dass das Leben vor Millionen von Jahren mit einfachen einzelligen Lebewesen begann und sich durch Mutation und Selektion zu erheblich komplexeren Lebewesen entwickelte. Diese auch unter nichtchristlichen Naturwissenschaftlern eher kontrovers diskutierte Theorie bezeichnet man als Makro-Evolution. Ein Problem dieser These ist z.B. der Mangel an fossilen Indizien für die Übergänge zwischen den verschiedenen Tierarten. Darwin war jedoch zuversichtlich, dass zukünftige Entdeckungen ihm Recht geben würden.
Im Jahre 1979 sagte David M. Raup, Kurator, des Field Museums of Natural Histoy:
"Wir leben jetzt etwa 120 Jahre nach Darwin und das Wissen über die fossilen Aufzeichnungen hat stark zugenommen, Wir haben jetzt eine Viertelmillion fossile Arten, aber es hat sich an der Situation nicht viel geändert. [...] Wir haben sogar weniger Beispiele für evolutionäre Übergänge als zur Zeit Darwins." [2]
Was die Funde sehr wohl zeigen, ist, dass plötzlich fast alle Tierarten in 570 Millionen Jahren alten Felsen erscheinen, und zwar voll ausgebildet ohne eine Spur evolutionärer Vorfahren, die nach Meinung von Darwinisten eigentlich vorhanden sein müssten.
Aber das ist nicht das einzige Argument gegen die Evolution, Darwin selbst sagt:
Wenn bewiesen werden könnte, dass es ein komplexes Organ gibt, das nicht durch zahlreiche aufeinander folgende geringfügige Veränderungen gebildet werden konnte, dann würde meine Theorie völlig zusammenbrechen." [2]
Behes preisgekröntes Buch "Darwin`s Black Box" zeigt, wie biochemische Entdeckungen der jüngsten Zeit zahlreiche Beispiele für genau diese Art "unerklärbarer Komplexität" geliefert haben.

Zu dem viel wichtigeren Problem, wie das Leben selbst entstanden ist, hatte Darwin keine richtige Theorie.

"Es wrid oft gesagt, dass jetzt alle Voraussetzungen für das erste Entstehen eines lebenden Organismus vorhanden sein könnten, wie sie möglicherweise schon immer vorhanden waren. Aber wenn (und ach! Was für ein großes Wenn!) man sich vorstellen könnte, dass sich in irgendeinem kleinen warmen Tümpel, in dem verschiedenste Ammonium- und Phosphatsalze, Licht, Wärme und Elektrizität vorhanden wären, durch chemische Reaktionen ein Protein bilden würden, reaktionsbereit, sich noch sehr viel komplexeren Veränderungen zu unterziehen, dann würde eine solche Materie heute sofort zerlegt oder absorbiert, was vor der Entstehung lebender Zellen nicht der Fall gewesen wäre."

Darwin hatte sich das sehr einfach vorgestellt. Heute wissen wir, was benötigt wird um eine lebende Zelle (d.h. mit Stoffwechsel, Speicherung von Informationen und Fortpflanzung) zu bilden.
Im Wesentlichen fängt man mit Aminosäuren an, davon gibt es ca. 80 verschiedene Typen, von denen aber nur 20 in lebenden Organismen vorkommen. Das Knifflige daran ist die richtigen Aminosäuren zu isolieren und in die richtige Reihenfolge zu bringen, ähnlich einem Setzer der Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringt.
Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass andere Moleküle viel leichter mit Aminosäuren reagieren, als diese untereinander. Eine weitere Komplikation ist, dass es von jeder Aminosäure zwei gibt, eine links- und eine rechtsdrehende, von denen aber nur die linksdrehenden verwendet werden dürfen. Dazu braucht man auch noch die reichtige Art chemischer Bindungen (nämlich Peptidbindungen), damit das Protein schließlich seine charakteristische 3-dimensionale Struktur erhält.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man aus 80 Zeichen zufällig eine sinnvolle Buchstabenkombination legt, die Wörter, ganze Sätze bzw. Abschnitte bildet?
Und ein Protein ist erst der Anfang! Um eine lebende Zelle zu erhalten, muss man ca. 200 Proteine mit den richtigen Funktionen zusammenbringen.
Die Wissenschaftler zu Darwins Zeiten gingen davon aus, dass es die Erde schon immer gegeben hatte, dass das Leben also unendlich viel Zeit hatte sich zu entwickeln. Heute wissen wir, dass das Universum ca. 14 Milliarden Jahre alt ist, die Erde wahrscheinlich etwas weniger als 5 Milliarden Jahre, wobei die Zeit, in der sich Leben entwickeln konnte nur ca. 400 Millionen Jahre beträgt, vorher waren die Temperaturen auf der Erde zu hoch! Das mag sich immer noch viel anhören, ist es aber nicht!
Würde man den gesamten Kohlenstoff im Universum nehmen, ihn auf der Erdoberfläche verteilen, ihn schnellstmöglich reagieren und dann alles eine Milliarde Jahre sich selbst überlassen, läge die Wahrscheinlichkeit, dass dabei auch nur ein einziges funktionales Protein entstünde, bei 1 zu einer 10 mit 60 Nullen (s.[2])! Sir Frederick Hoyle hat es sehr schön veranschaulicht, indem er sagte, es sei so wahrscheinlich wie ein Tornado, der über einen Schrottplatz fege und dabei eine voll funktionsfähige Boeing 747 zusammenwehe.

Nun könnte man noch einwenden, dass Systeme in der Natur dazu neigen sich unter Einfluss von Energie selbst zu ordnen bzw. zu stabilisieren. So nimmt z.B. fließendes Wasser mit der Zeit eine geordnete Form an, oder Atome bilden gewisse regelmäßige Gitterstrukturen, z.B. in Kristallen. Analog könnte sich die Natur am Anfang ja selbst organisiert haben.
Das Problem ist jedoch, dass das Ausmaß obiger Organisationen sehr gering ist, es gibt sehr wenig Information, jedoch sehr viele Wiederholungen. Vergleicht man dies mit der Komplexität einer lebenden Zelle, so liegt eine extreme Kluft dazwischen. Beispielsweise sieht man am Strand oft ein Riffelmuster, welches durch die Bewegung der Wellen erzeugt wurde. Ein geordnetes Muster mit geringer Information und vielen Wiederholungen. Sieht man jedoch die Worte "Ulli liebt Heike" in einem Herz durch das ein Pfeil geht, so geht man zu Recht davon aus, dass dieses nicht von alleine entstanden ist, sondern dass dies ein intelligentes Wesen "verursacht" hat.
Betrachtet man die hohe Informationsmenge und die Intelligenz, die notwendig ist um lebende Zellen zu bilden, so ist es, wie ich meine, eine nur logische Schlussfolgerung, dass es einen Schöpfer gibt, der dieses erschaffen hat!

Genauere Informationen zur Evolutionskritik gibt es z.B. unter www.wort-und-wissen.de und www.genesisnet.info .

Und die Schöpfungsgeschichte?
Nagut, es gibt einen Gott der Leben geschaffen hat, aber die Welt ist doch nicht in 6 Tagen erschaffen worden!?
Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen Geschichten der Bibel, die auf Augenzeugenberichte zurückgehen und der Urgeschichte, der Schöpfung der Welt, wo wohl kein Zeuge anwesend war. In der Urgeschichte bezeugt Israel - im Rahmen des damaligen Wissens von der Welt - aufgrund seines Glaubens, dass Gott der alleinige Schöpfer der Welt ist. Diese zentrale Aussage wurde in eine schöne Geschichte gepackt, und den damaligen Menschen war das, so denke ich, sofort klar. So gibt es auch noch mindestens eine weitere Botschaft, die der antike Mensch verstand, die wir aber heute nicht mehr so wahrnehmen. Diese besagt, dass die Sonne, der Mond und die Sterne keine Götter sind, wie manche damals durchaus glaubten, sondern nur von Gott geschaffene "Lampen" am Himmel.
Ein Fehler, der meiner Meinung nach häufig gemacht wird, ist, die Bibel ganz wörtlich zu nehmen. Das funktioniert bei heutigen Texten meist nicht und bei damaligen auch nicht. Wenn jemand zu einer Frau sagt, dass ihre Augen Diamanten seien, so meint er sicherlich nicht, dass sie aus reinem Kohlenstoff bestehen, sondern dass sie halt sehr schön sind. Ebenso sind manche Botschaften in der Bibel, so auch die Schöpfungsgeschichten, halt umschreibende Geschichten, Fabeln oder ähnliches. Allerdings gilt das natürlich widerum nicht für alle Texte der Bibel. Viele Ereignisse, wie Konflikte mit anderen Völkern, Berichte von Personen wie David oder Jesus sind sicherlich historisch. Ein guter Ansatz, die Bibel zu lesen, ist zu hinterfragen, was die Autoren damals aussagen wollten.

Einen interessanten Text über schwierige Stellen in der Bibel findet man z.B. hier auf der Seite von Hans-Jürgen Caspar.


2) Die Bibel

Ein weiterer Punkt der auf Gott hinweist ist sein Wort, die Bibel. Ich denke nicht, daß Gott den Autoren der einzelnen Bücher seine Botschaft Wort für Wort diktiert hat. Aber ich glaube schon, daß er die Verfasser zum Schreiben inspiriert hat, daß er die Menschen angeregt hat die Gschehnisse, vielleicht aus ihrer Sichtweise, aufzuschreiben. Folgende Punkte weisen meiner Meinung nach mehr oder weniger stark daraufhin:

Die Bibel wurde in einer Zeitspanne von über 1500 Jahren von etwa 45 Schreibern unterschiedlicher Herkunft und Berufe geschrieben. Die Bibelteile entstanden teilweise an merkwürdigen Orten, z.B. im Palast (Daniel), im Kerker (Jeremia) oder in der Verbannung (Johannes) bei allen nur denkbaren Gemüptsverfassungen, wie Freude und Liebe, Angst und Sorge, Not und Verzweiflung.
Trotz der sonst nirgends anzutreffenden Spannweite von 60 Generationen hinsichtlich ihrer zeitlichen Entstehung und der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihrer Autoren ist die Bibel von einer einheitlichen, fein aufeinander abgestimmtenThematik. Die Schreiber behandeln Hunderte von Themen mit besonders auffälliger Harmonie und Kontinuität. Würden Menschen ohne das Wirken Gottes aus so weit entlegenen Zeitepochen und mit so divergierenden Persönlichkeitsstrukturen eine solche Themenspanne bearbeiten, so wäre erfahrungsgemäß keine Einheit zu ewarten. Insbesondere zieht sich die biblische Lehre über Gott sowie seine Heilsgeschichte mit den Mnschen wie eine roter Faden durch die ganze Bibel.


3) Objektiv moralische Werte

Auf einen Gott weist ebenso die Existenz objektiv moralischer Werte. Das sind Werte, die gültig und bindend sind, unabhängig davon, ob jemand von ihnen überzeugt ist oder nicht. Wenn man z.B. den Holocaust als objektiv falsch bezeichnet, dann heißt das, daß er falsch war, auch wenn die Nazis ihn für richtig hielten.
Wenn es Gott nicht gibt, dann sind moralische Werte in dieser Weise nicht objektiv. Dann wären sie lediglich ein Produkt sozio-biologischer Evolution, was auch von vielen Atheisten vertreten wird. Moralität wäre nur eine biologische Anpassung. Wir wissen jedoch alle, daß es in Wirklichkeit tief in unserem Innern sehr wohl objektive Werte gibt. Taten wie Vergewaltigung oder Kindesmißbrauch sind ganz eindeutig moralische Scheußlichkeiten. Dabei wäre sogar vorstellbar, daß Vergewaltigung für die Arterhaltung vorteilbar ist.
Ohne Gott gibt es daher kein objektives Richtig oder Falsch, das sich unserem Gewissen aufdrängt. Und weil es diese objektiv moralischen Werte ohne Gott nicht geben kann, sie aber zweifellos existieren, folgt daraus logisch und unweigerlich, daß es Gott gibt. Dieses Argument wird sehr ausführlich und überzeugend in [4] dargelegt.


4) Das Volk Israel

Israel ist Gottes auserwähltes Volk. Seine Geschichte ist einzigartig, obwohl es fast ständig bedroht wurde, existiert dieses kleine Volk immer noch.
Jesus sagt in Lukas 21,20 "Wenn die Feinde Israels Jerusalem belagern, dauert es nicht mehr lange, bis diese Stadt zerstört wird" und in Vers 24 "Die Menschen werden niedergemetzelt und als Gefangene in die ganze Welt verschleppt." .Genauso ist es eingetreten, die Juden wurden von den Römern als Sklaven auf der ganzen Erde verkauft, einmal nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahre 70 n. Chr. und zum zweiten Mal nach der Niederwerfung des Judenaufstandes unter Bar Kochba, der sich als Messias ausgab, im Jahre 135 n.Chr. Als Kriegsgefangene waren sie Eigentum des Römischen Reiches und wurden verkauft, wie es Jesus in seiner Endzeitrede vorausgesagt hatte.
Im Jahre 636 n.Chr. haben Heere des Islams Jerusalem in Besitz genommen und die restlichen Juden vertrieben oder vernichtet. Über viele Jahrhunderte hinweg lebten die Juden inmitten anderer Völker, trotzdem vermischten sie sich nicht mit ihnen, sondern blieben ihrer Identität treu. Dies ist einzigartig, dazu gibt es keinerlei Analogie in anderen Völkern.
Erst im Jahre 1948 gelangte mit der Staatsgründung Israels Jerusalem wieder in die Hand der Juden, erst teilweise, dann ganz in den folgenden Kriegen. In großen Transportaktionen wurden Tausende Juden aus vielen Ländern (z.B. der Sowjetunion) nach Israel geflogen, wie es in Hesekiel 36, 24-28 prophezeit wurde: "Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und in euer Land bringen".
Von der Staatsgründung Israels an war es das erklärte Ziel der Araber, die Juden zu vernichten. Im ersten, dem Unabhängigkeitskrieg, standen 650000 Juden 40 Millionen Araber gegenüber. Daß der Judenstaat heute überhaupt noch existiert, und daß der Verlauf der Geschichte so einzigartig dem Verlauf der biblischen Vorhersagen folgt, ist für mich ein weiteres Indiz für die Gültigkeit der Bibel und für die Existenz Gottes.


4) Jesus

Die bislang genannten Gründe waren Indizien gegen den Atheismus und Polytheismus, aber nicht speziell für das Christentum. Das Hauptargument für das Christentum, und für mich auch der größte Grund zu glauben, ist Jesus selbst. Ich glaube, dass Jesus vor ca. 2000 Jahren gelebt hat, von den Römern gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Dass er unsere Schuld auf sich geladen hat und somit das Sühneopfer für unsere Schuld ist. Warum ich das glaube, möchte ich im nächsten Abschnitt näher erläutern.

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15 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 1:39 am

Gottesbeweise

http://www.bible-only.org/german/handbuch/Gottesbeweise.html

Zur Kritik des Atheismus werden häufig die sogenannten Gottesbeweise (Gottesbeweise) ins Feld geführt. Die einzelnen Gottesbeweise besitzen unterschiedliche Überzeugungskraft. Ihr Gewicht erwächst aus ihrer Kombination.

Gottesbeweise finden sich bereits bei griechischen Philosophen (Platon, Aristoteles). Die wichtigsten wurden klassisch formuliert von Anselm von Canterbury, Duns Scotus, Thomas von Aquin u.a.. Massiv kritisiert und reduziert wurden sie von Aufklärungsphilosophen, v.a. von Immanuel Kant. Neuzeitliche Apologeten (z.B. Norman Geisler) haben sie neu aufgegriffen und verbessert. Sie würden, soweit sie rein logische Denkkonstruktionen sind, nicht ausreichen, wenn sich Gott nicht selbst offenbart hätte:

in der Schöpfung (trotz aller Gefallenheit und Verfinsterung; vgl. Röm 1,18 ff.);
in der Geschichte (v.a. in der wunderbaren Führung seines Volkes Israel und durch zahlreiche erfüllte Prophezeiungen);
im Gewissen; Röm 2,14 ff.);
und vor allem und heilbringend in seinem Sohn Jesus Christus.
Die Gottesbeweise werden erst überzeugend, soweit sie an solche – auch empirisch nachprüfbare! – Offenbarungen anknüpfen. Nachfolgend die wichtigsten Gottesbeweise im Überblick:

A. Der ontologische Gottesbeweis

(to on – das Seiende, Beweis aufgrund des Daseins; Anselm von Canterbury, Proslogion) setzt voraus, daß das in einem logischen System begrifflich Geforderte auch in der Wirklichkeit vorhanden sein muss (vgl. Platons Ideenlehre).

Beweisgang:

1. Gott ist das, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann

2. Wenn das, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, nur im Denken vorhanden wäre (und nicht im tatsächlichen Sein), dann gäbe es etwas Größeres im tatsächlichen Sein als das, was denkbar ist.

3. Das aber ist logisch unmöglich.

4. Deshalb ist Gott (als dasjenige, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann), sowohl dem Denken als der Sache nach wirklich.

Kritik:

Kant (Kritik der reinen Vernunft 2/2/3/4) bezeichnet diese Argumentation als "bloße Tautologie":

"Ihr habt schon einen Widerspruch begangen, wenn ihr in den Begriff eines Dinges, welches ihr lediglich seiner Möglichkeit nach denken wollt ... schon den Begriff seiner Existenz hineinbrachtet ... Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert wirkliche Taler enthalten (in Anselms Modell; L. Gottesbeweise) nicht das mindeste mehr, als hundert mögliche."

Beurteilung:

Anselms ontologischer Gottesbeweis ist in der Tat logisch-abstrakt. Für sich allein genommen, reicht er nicht aus. Norman Geisler schreibt zu Recht:

"Der einzige Weg zu beweisen, daß Gott existiert, erfordert, daß man den Schöpfungsbeweis hineinschmuggelt. Dennoch kann die ontologische Beweisführung nützlich sein, denn sie zeigt: Wenn es einen Gott gibt, so existiert er notwendigerweise" (Wenn Skeptiker fragen, S. 35).

B. Der kosmologische Gottesbeweis

(to kosmos – die Welt; Beweis aufgrund der Beschaffenheit der Welt)Klassische Form (Anselm von Canterbury, Monologion; Anknüpfung an die platonische Lehre von der Teilhabe der Güter an einem höchsten Gut, vgl. Ideenlehre und Metamorphosis):

1. Es gibt in der Welt eine große Mannigfaltigkeit zahlloser verschiedener Güter.

2. Diese Güter sind in verschiedenem Grade gut.

3. Sie haben ihr Gut-Sein auf Grund von irgend etwas, das ihnen allen gleichermaßen zukommt und einen Wert verleiht.

4. Dieses Etwas ist in höchstem Grade gut und besitzt sein Gut-Sein in sich selbst.

5. Dieses höchste Gute und höchste Große ist Gott.

Dieser Beweis, der mit dem ontologischen durchaus verwandt ist, aber durch die Einbeziehung der Kategorie "Welt" über ihn hinausgeht, erfuhr verschiedene Variationen durch die Betonung der Kausalität (Kausalitätsbeweis), der Kontingenz aller Dinge (Kontingenzbeweis) oder der Bewegung (kinetischer Beweis):

Kausalitätsbeweis

1. Weil es ein "Heute" und folglich "Zeit" gibt, muss das Universum einen Anfang gehabt haben.

2. Was einen Anfang besitzt, muss von etwas anderem verursacht worden sein, das keinen Anfang besitzt, sondern die Zeit übersteigt und ewig ist.

3. Diese ewige, anfangslose Ursache allen Seins ist Gott.

Kontingenzbeweis

1. Wenn etwas existiert, muss etwas existieren, was die Existenz des Existierenden ermöglicht.

2. Das Universum, bestehend aus Materie, Raum und Zeit, existiert.

3. Deshalb muss etwas existieren, was die Existenz des Universums ermöglicht.

4. Was die Existenz des Universums ermöglicht, kann nicht an Materie, Raum und Zeit gebunden sein, sondern muss diese Gegebenheiten transzendieren.

5. Dieses Transzendierende ist Gott.

Kinetischer Beweis (vgl. Aristoteles)

1. Das Universum, bestehend aus Materie, Raum und Zeit, befindet sich in einem ständigen Prozess der Veränderung.

2. Materie, Raum und Zeit können sich nicht von selbst verändern.

3. Also braucht es einen Beweger von außerhalb, der Materie, Raum und Zeit verändert, und selber der Veränderung nicht unterworfen ist.

4. Dieser unbewegte Beweger ist Gott.

Gemeinsam ist diesen Gottesbeweisen der Rückschluss von der Welt auf einen Weltschöpfer. In allen Fällen wird eine regressio ad infinitum (Zurückgehen bis zum Unendlichen) abgelehnt und an die Stelle von Unendlichkeit Gott als anfang-setzende Macht eingesetzt. Kant hat solche Anschauungen als bloße Varianten des ontologischen Gottesbeweises betrachtet und verworfen. Dennoch gehen sie über den ontologischen Beweis hinaus. Im Zusammenhang mit dem teleologischen Gottesbeweis erhalten sie vermehrte Überzeugungskraft.

C. Der teleologische Gottesbeweis

(to telos – das Ziel, Beweis aufgrund der Ordnung und Zielgerichtetheit des Universums). Beweisgang:

1. Jeder Plan setzt einen Planer voraus.

2. Das Universum ist planvoll angelegt.

3. Also gibt es einen Planer des Universums.

4. Dieser Planer ist Gott.

Dieser Beweis lässt sich überzeugend veranschaulichen angesichts unzähliger empirischer Gegebenheiten, etwa des wunderbaren Aufbaus von Mikro- und Makrokosmos (Bakterienwelt und Weltall), des menschlichen Gehirns, der Tier-, Pflanzen- und Mineralwelt. Einwände hiergegen kommen vor allem von zwei Seiten:

a. von der Evolution stheorie, die das Universum und Leben als Produkt des Zufalls betrachtet; doch sind gerade die Beispiele, die für den Ideologischen Gottesbeweis angeführt werden, schlagende Argumente gegen die Evolutionstheorie;

b. von der >Theodizee-Problematik mit der Beobachtung leidvoller Prozesse in der Welt; doch erklärt die Bibel diese Störungen in der ursprünglich gut geschaffenen Welt mit dem Sündenfall.

D. Der moralische Gottesbeweis

Es war der einzige Beweis, den Kant stehen ließ und ausführlich entfaltete (Kritik der praktischen Vernunft 2/2/5). Er schließt von einem vorhandenen Sittengesetz auf einen Gesetzgeber:

1. Glückseligkeit, bedingt durch die Hervorbringung des höchsten Guts (der bestmöglichen Welt), ist nur in Übereinstimmung mit der Sittlichkeit möglich.

2. Die Hervorbringung des höchsten Guts ist nur möglich, wenn eine oberste Ursache der Natur angenommen wird.

3. Diese oberste Ursache der Natur, die das höchste Gut hervorbringt, muss ein Wesen sein, das Verstand und Willen besitzt.

4. Dieses Wesen ist Gott.

Dieser Beweis setzt ein allgemein vorhandenes Sittengesetz voraus. Damit knüpft er – gewollt oder ungewollt – an das neutestamentliche Postulat des Gewissens an, das selbst den Heiden ins Herz geschrieben ist (Röm 2,14-16). Dieses universale Gewissen ist aber ein Hinweis auf einen – wenn auch vielerorts vergessenen – Schöpfer: Gott.

E. Weitere Gottesbeweise:

Der ethnologische Gottesbeweise (e consensu gentium) folgert aus der in fast allen Kulturen und Religionen vorhandenen (wenn auch verfinsterten; vgl. Röm 1,18 ff.) Gottesahnung die Existenz eines Schöpfers.

Der eudämonologische Gottesbeweise schließt von dem allgemeinen Streben der Menschen nach Glück und Erfüllung ihrer Sehnsüchte auf denjenigen, der diese Sehnsüchte stillen kann: Gott. Feuerbach meldet gegen diese Art der Argumentation allerdings zu Recht seine Kritik an (Projektion von Menschheitssehnsüchten auf ein selbstgeschaffenes Gottesbild).

Der Gottesbeweise aufgrund von Wundern weist auf einen transzendenten Urheber von zahlreich bezeugten Wundem (als Durchbrechung kausaldeterministischer Erklärungsketten) hin: Gott. Freilich sind auch andere Erklärungen bei übernatürlichen Ereignissen nicht auszuschließen, etwa dämonische Einflussnahme (was aber seinerseits ein Hinweis auf Gott als Schöpfer auch der Engel- und Dämonenwelt ist).
Allen genannten Gottesbeweisen (und die nichtgenannten sind diesen ähnlich) kommt die Gemeinsamkeit zu, dass sie von Gegebenheiten der Welt (Sein, Sehnsucht, Moral, Gewissen) ausgehen und von da aus zur Postulierung Gottes gelangen. Nicht ohne Grund sind sie v.a. in der katholischen Theologie beheimatet, welche das Stufenschema "Natur und Gnade" (ontisch, noetisch und soteriologisch) vertritt.

Und nicht ohne Grund hat sie aus eben diesem Grund Karl Barth abgelehnt und als "Verweltlichung Gottes" kritisiert, der als die äußerste Letztheit der Welt dann nur noch ein Stück Welt sei. Barths Vorwurf ist durchaus insofern zuzustimmen, als Gott jede menschliche Begrifflichkeit und Denkbarkeit überschreitet. Aber den meisten Gottesbeweisen ist doch andererseits zueigen, dass sie Gott eben nicht als Verlängerung der Welt betrachten, sondern als ganz und gar transzendenten Urheber derselben. Freilich – so denke ich auch – ist es problematisch, von "Gottesbeweisen" zu reden, wenn es sich um Analogien und Rückschlüsse handelt (wenn auch e contrario und in der Diastase von Transzendenz und Immanenz).

Der bescheidene Begriff "Gotteshinweise" wäre angebrachter. Und doch fügen sich diese "Hinweise" organisch in das Bild, welches die – letztlich entscheidende! – biblische Offenbarung über die Existenz und das Wesen Gottes vermittelt:

Er ist der allmächtige, ewige Schöpfer und Erhalter der Welt. Die Gotteshinweise widersprechen also der biblischen Offenbarung nicht, sondern sie bestätigen sie. Das bleibt – auch an die Adresse Barths gerichtet – festzuhalten.

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16 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 1:40 am

Klassische „Gottesbeweise“

http://www.frank-willenberg.de/daten13/gottesbeweise.pdf

Klassische „Gottesbeweise“

Zu jeder Zeit haben Menschen versucht zu beweisen, dass es Gott wirklich gibt. Es war ihnen wichtig,
mit vernünftigen Argumenten aufzuzeigen, dass Gott keine Erfindung des Menschen ist. Die Menschen
haben sich auf sehr verschiedene Weise um den Nachweis der Existenz Gottes bemüht.
Einige dieser Gottesbeweise sind im Folgenden beschrieben:
Der kosmologische Gottesbeweis
Da alles auf dieser Erde eine Ursache hat, muss es am Anfang eine erste Ursache gegeben haben, aus der alles
Weitere sich entwickelte. Diese erste Ursache ist Gott. Außerdem herrscht in der Welt Bewegung. Jede Bewegung
aber muss von einer sie bewegenden Kraft hervorgebracht werden. Diesen Gedanken fortgedacht ist der
„erste Beweger“ für alles Gott.
Der ontologische Gottesbeweis
Gott muss existieren, da er das ist, über das hinaus Größeres nicht gedacht werden kann. Denn „Gott“ nur als
menschlichen Gedanken zu qualifizieren ist ja noch nicht groß genug.
Der ethnologische Gottesbeweis
Alle Menschen haben unabhängig von ihrer Kultur und ihrer Herkunft seit alters her (nachweisbar seit etwa
3000 vor Christus) und zu allen Zeiten auf irgendeine Weise sich vertrauend an einen Gott gewandt und an ihn
geglaubt. Dies beweist, dass es ihn gibt.
Der teleologische Gottesbeweis
Die Menschen haben immer wieder aufs Neue entdeckt, dass die Welt sinnvoll und zweckmäßig geordnet ist.
Die Schönheit der Natur und die Gesetze allen Lebens faszinieren. Einer muss die Welt in ihrer sinnvollzweckmäßigen
Art geplant, geschaffen und eingerichtet haben: Gott.
Der biographische Gottesbeweis
In persönlichen Erlebnissen oder geschichtlichen Erfahrungen (auch: Wundern) wird ein unmittelbares Wirken
Gottes gesehen
Der moralische Gottesbeweis
In jedem Menschen, in seinem Gewissen, existiert ein Empfinden für Sitten und die Gesetze des Zusammenlebens
(ethische Normen), das sich nicht allein durch die Erziehung und Einsicht herleiten lässt. Somit muss es
eine Art „außermenschlichen“ Gesetzgeber geben, der dieses Empfinden in den Menschen hineingelegt hat.
Dies kann nur Gott sein.

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17 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 1:41 am

Wie wahrscheinlich ist Gottes Existenz?

http://www.iguw.de/texte/Gottesbeweisejcs.txt

Zur Diskussion um die Gottesbeweise

von Jan Carsten Schnurr


„Wie wahrscheinlich ist Gottes Existenz?“ Manche werden sich über eine solche Frage wundern. Beim
Glauben an Gott geht es doch nicht um Wahrscheinlichkeiten! Entweder man glaubt dran – und dann
glaubt man ganz dran –, oder eben nicht. Außerdem: „wahrscheinlich“ ist eine rationale, sogar
quantifizierbare Kategorie. Das passt doch beim besten Willen nicht auf den Glauben an Gott, werden
die meisten unserer Zeitgenossen denken. Glaube an Gott hat mit Gefühl zu tun, mit einem Empfinden
der Geborgenheit oder mit dem Gewissen. Viele würden sagen: mit Vermutungen. Manche würden
sagen: mit Gewissheiten. Aber mit Argumenten, Beweisen, Wahrscheinlichkeiten?

Ich glaube aber, wenn sich Menschen etwas genauer über ihre religiösen Einstellungen äußern, sieht ihre
Reaktion nach der ersten Verwunderung oft doch etwas anders aus. Dann würden viele zugeben, dass
die Frage ganz so abwegig nicht ist. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Emnid von
2005 glaubt z.B. jeder zweite Deutsche an Gott. Würde man jetzt fragen: Warum glauben Sie oder
glauben Sie nicht an Gott?, dann, meine ich, würde man feststellen, dass Argumente für oder gegen
Gottes Existenz für viele Menschen durchaus eine Rolle spielen. Der eine sagt vielleicht: Die Natur ist
so einzigartig, es muss Gott einfach geben! Ein anderer: Bei all dem Leid in der Welt und in meinem
Leben kann ich an Gott nicht mehr glauben. Menschen suchen nach Gründen für ihren Glauben,
Agnostizismus oder Unglauben. Und zwar zu Recht: Je wichtiger eine Sache ist, desto mehr lohnt es
sich, um ein rationales Verständnis zu ringen. Deswegen versucht ja momentan alle Welt, sich mit
kollektiver Phantasie und Expertise einen Reim auf die Weltfinanzkrise zu machen; immerhin hängt das
globale Wirtschaftssystem und damit unser Lebensstandard davon ab. Ob da jemand ist, der uns gemacht
hat, der uns zuschaut bei allem, was wir tun, und vor dem wir einmal geradestehen müssen, oder ob wir
allein im Universum sind: was auch immer man da für eine Meinung hat, niemand kann sagen, die Frage
sei egal.

Deshalb machen sich viele Leute zumindest manchmal Gedanken darüber, ob es Gründe dafür gibt
anzunehmen, dass es Gott gibt. Und weil ich meine, dass die Frage trotzdem noch weniger diskutiert
wird als notwendig, deshalb stelle ich sie in diesem Vortrag: Wie wahrscheinlich ist Gottes Existenz?

Ich muss dazu eine Vorbemerkung machen. Wenn ich von „Gott“ rede, dann geht es mir um den
Theismus (nicht zu verwechseln mit „Deismus“), also um die Meinung, es gebe einen personalen,
allmächtigen, allwissenden, und moralisch vollkommenen Schöpfer und Erhalter des Universums. Das
ist die Gottesvorstellung der monotheistischen Religionen allgemein formuliert. Es geht mir hier nicht
um die spezielle Wahrheit des christlichen Glaubens, ich beziehe mich auch nicht auf die Bibel oder auf
eine sonstige Offenbarung. Hier möchte ich nämlich der Frage nachgehen, ob es aus philosophischer
Sicht sinnvoll ist, an Gott zu glauben.


1. Die Plausibilität von Argumenten

Ich beginne mit einer Einführung in die Diskussion. Gibt es Argumente für die Existenz Gottes? Dazu
muss man sich erst einmal vor Augen führen, was eigentlich – ganz allgemein – ein Argument ist. Ein
Argument besteht immer aus Prämissen und einer Schlussfolgerung. Ein Beispiel wäre der klassische
Syllogismus von Sokrates‘ Sterblichkeit: Prämisse 1: Alle Menschen sind sterblich. Prämisse 2: Sokrates
ist ein Mensch. Konklusion: Sokrates ist sterblich. Der Schluss folgt zwingend aus den beiden
Prämissen. Wenn keine Einwände gegen die Prämissen bestehen (was hier vermutlich nicht der Fall ist),
dann ist das Argument hieb- und stichfest. Allerdings ist die Sache oft nicht so einfach, besonders, wenn
es um Argumente zur Existenz Gottes geht.

Um das zu veranschaulichen, will ich einige Beispiele für Pseudo-Argumente für die Existenz Gottes
bringen, also Argumente, die nicht funktionieren. Richard Dawkins zählt in seinem Bestseller The God
Delusion ein paar besonders pikante auf, die eine atheistische Homepage zur allgemeinen Belustigung
vorgestellt hatte. Z.B.: „Argument von der unvollständigen Verwüstung: Bei einem Flugzeugabsturz
sterben 143 Passagiere und die Crew. Ein Kind überlebt und erleidet lediglich Verbrennungen dritten
Grades. Folglich existiert Gott.“ Bei diesem Pseudo-Argument, das natürlich als Witz gemeint ist, wird
die Neigung mancher gläubiger Menschen auf den Arm genommen, in allen Schicksalsschlägen
Hinweise auf Gott und seine Güte zu sehen. Als Christ habe ich einen gewissen Respekt, wenn jemand
das kann – aber das hat natürlich nichts mit einem Argument für die Existenz Gottes zu tun. Ein weiteres
Beispiel von Dawkins: „Argument von emotionaler Erpressung: Gott liebt Sie. Wie können Sie so
herzlos sein, nicht an ihn zu glauben? Folglich existiert Gott.” Emotionale Erpressung statt
substanziellem Argument. Dass Gläubige hier ziemlich einseitig karikiert werden, versteht sich von
selbst. Trotzdem stimmt: Argumente für Gottes Existenz müssen schon Überzeugungskraft haben.

Und dazu gehört die Plausibilität der Prämissen. Ein Beispiel:

Prämisse 1: Wenn das Leben einen Sinn haben soll, muss Gott existieren.
Prämisse 2: Das Leben hat einen Sinn.
____________________
Konklusion: Folglich existiert Gott.

Folgt die Schlussfolgerung logisch aus den zwei Prämissen? Ja! Aus Sicht eines Gläubigen stimmt die
Aussage sogar. Das Problem liegt darin, dass ein Atheist einfach die Prämissen nicht akzeptieren wird.
Er wird entweder sagen, das Leben habe auch ohne Gott einen Sinn; oder er wird sagen, das Leben habe
eben keinen Sinn; und das Argument ist hinfällig. Ein Argument ist nur dann nützlich, wenn die
Prämissen möglichst breite Anerkennung finden. Dann besteht Hoffnung, dass auch die
Schlussfolgerung überzeugt.



2. Die klassischen Gottesbeweise

Wie ist man in der Philosophiegeschichte mit der Frage nach der Existenz Gottes umgegangen? Es sind,
kann man zusammenfassen, im Laufe der Jahrhunderte seit den antiken Philosophen wie Aristoteles bis
ins christliche Abendland und z.T. auch im Islam immer wieder eine Anzahl klassischer sogenannter
Gottesbeweise vertreten worden. Man kann diese Gottesbeweise einteilen in apriorische Argumente,
also Argumente, die rein durch Nachdenken funktionieren sollen, und aposteriorische Argumente, d.h.
solche, die von der Erfahrung dieser Welt ausgehen und davon auf die Existenz Gottes schließen. Ich
würde zunächst gerne einen kurzen Überblick über die wichtigsten Argumente geben.

Das wichtigste apriorische (also rein theoretische) Argument ist der sogenannte ontologische
Gottesbeweis. Er wurde von Anselm von Canterbury im Hochmittelalter entwickelt und über Descartes
bis in unsere Zeit hinein vertreten. Es ist der abstrakteste Gottesbeweis und geht von folgendem
Grundgedanken aus: Der Begriff „Gott“ bezeichnet das höchste aller Wesen – das, worüber hinaus
nichts Größeres gedacht werden kann. Wenn Gott aber nicht existiert, dann ist der Begriff „Gott“ nicht
mehr das denkbar Größte – weil ihm die Existenz fehlt (ein wirklich existierender Gott ist größer als ein
nur gedachter). In diesem Fall würden wir in einem Selbstwiderspruch landen, denn Gott ist ja per
definitionem das denkbar Größte. Folglich muss Gott existieren. – Der ontologische Gottesbeweis hat,
wie man sich vorstellen kann, nicht allen eingeleuchtet. Insbesondere Immanuel Kant hat eingewandt,
Existenz sei nicht eine Eigenschaft eines Begriffes, die ihn größer oder kleiner machen könnte: Hundert
wirkliche Taler enthalten nicht mehr als hundert mögliche Taler. Auf Einzelheiten zum ontologischen
Gottesbeweis und mögliche Gegenargumente gegen diesen Einwand gehe ich hier nicht ein.

Bedeutender sind die aposteriorischen Gottesbeweise, also diejenigen, die versuchen, aus der
Beschaffenheit des Universums, in dem wir leben, auf Gott zu schließen. Davon gibt es vor allem drei
klassische Typen (jeweils in unterschiedlichen Varianten, von Details sehe ich hier ab):

Erstens den kosmologischen Gottesbeweis. Der kosmologische Gottesbeweis ist von Aristoteles, dann
den Kirchenvätern, ganz besonders von Thomas von Aquin und dann von Leibniz vertreten worden. Er
geht von der allgemeinsten Prämisse überhaupt aus: nämlich einfach von der Prämisse, dass der Kosmos
existiert, oder auch nur, dass irgendetwas existiert. Der kosmologische Gottesbeweis beobachtet, dass in
dieser Welt alles, was existiert, eine Ursache hat. Von nichts kommt nichts. Jede Wirkung hat eine
Ursache, jede Bewegung hat einen Beweger. Also, folgert der kosmologische Gottesbeweis, muss auch
unser Universum eine Ursache haben. Damit es nicht zu einem unendlichen Regress kommt, einer nie
enden wollenden Reihe von Ursachen, die wiederum selbst Ursachen benötigen, muss es eine erste
Ursache, einen unbewegten Beweger geben. Und wer könnte diese erste Ursache sein, wenn nicht Gott,
der doch per definitionem ein ungeschaffenes, notwendiges, ewiges Wesen ist?

Zweitens gibt es den teleologischen Gottesbeweis. Er wurde auch schon von Platon und Aristoteles und
dann quer durch die Geschichte des Abendlandes, zum Beispiel von Thomas von Aquin, aber auch von
den Deisten des 18. Jahrhunderts vertreten. Schon im Alten Testament gab es Ansätze dazu: „Die
Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes“, heißt es in Psalm 19,1. Im Gegensatz zum kosmologischen
Gottesbeweis geht es dem teleologischen Gottesbeweis nicht um die Frage, warum überhaupt etwas
existiert und was die Ursache davon sein könnte, sondern warum das, was existiert, den Charakter hat,
den es hat – nämlich warum im ganzen Universum eine atemberaubende Struktur und Ordnung
vorherrscht. Alles scheint aufeinander abgestimmt und auf ein Ziel hin entworfen zu sein: Pflanzen,
Tiere, die Planeten, Naturgesetze usw. Ohne dass sie darüber nachgedacht hätten, tragen Pflanzen, Tiere
und auch Menschen z.B. in ihrem genetischen Material von Anfang an eine Zielbestimmung mit sich
herum (telos heißt Ziel, daher der Name) zu wachsen und einen eindrucksvollen Organismus
auszubilden. Das muss sich, folgert der teleologische Gottesbeweis, doch jemand ausgedacht haben –
und wenn nicht die Organismen selbst, dann eine höhere Vernunft: Gott. Der teleologische Gottesbeweis
ist etwas subjektiver als der kosmologische, weil er stark vom Grad der Ordnung her argumentiert: eine
gewisse Ordnung könnte man sich noch durch Zufall erklären; aber diese Komplexität, Struktur und
Zielgerichtetheit – das muss eine höhere Macht den Geschöpfen eingestiftet haben, so das Argument.

Der dritte klassische aposteriorische Gottesbeweis ist der moralische Beweis. Es ist interessant, dass
gerade Kant, der die anderen Beweise so scharf kritisierte und deshalb bei vielen als Überwinder der
Gottesbeweise gilt, einen moralischen Gottesbeweis aufgestellt hat. Der moralische Gottesbeweis geht
von der Prämisse aus, dass wir Menschen in einem ethischen Universum leben, in dem es moralisch gute
und moralisch falsche Taten gibt. Wer das bezweifelt, den wird dieser Beweis nicht überzeugen, dem ist
aber (würde ein Vertreter argumentieren) auch nicht mehr zu helfen. Wir müssen einfach glauben und
wir wissen auch einfach, dass es so etwas wie Ethik gibt. Jetzt ist die Frage: Kann man sich Ethik
denken, ohne dass es Gott gibt? Viele bedeutende Denker haben die Frage für sich mit nein beantwortet.
Wenn Gott tot ist, dann ist alles erlaubt. Sie haben dabei unterschiedlich argumentiert. Manche sagen:
Jedes Gesetz hat einen Gesetzgeber – ohne Gesetzgeber gibt es kein Gesetz. Wer kann Gesetzgeber der
Moral sein wenn nicht ein moralisch vollkommenes Wesen, also Gott? Eine andere Argumentationslinie
ist die von der Effektivität der Moral; Kant hat so argumentiert. In dieser Welt stehen Tugend und Glück
eines Menschen oft in einem Missverhältnis. Mancher Schurke hat es gut, mancher Altruist stürzt vom
einen Elend ins nächste. Wenn es Gott und Unsterblichkeit nicht gäbe, meint Kant, dann wäre
Gerechtigkeit ein leeres Versprechen; und das ist undenkbar. Man muss also Gottes Existenz, so Kant,
postulieren.

Es gibt noch etliche weitere Gottesbeweise, aber das sind die vier bekanntesten: der ontologische, der
kosmologische, der teleologische und der moralische. Charakteristisch für die Gottesbeweise ist, dass sie
bis zur Aufklärungszeit unter Intellektuellen sehr verbreitet waren. Dann wurden sie, etwa von den
Philosophen David Hume und Immanuel Kant, scharf kritisiert (bei Kant, wie gesagt, mit der Ausnahme
des moralischen Beweises). Seit Kant sind die Gottesbeweise in Deutschland aus der Mode gekommen –
in der Philosophie und eigentlich auch, quer durch die verschiedenen Schulen, in der Theologie.
Manchen Theologen sind Argumente für die Existenz Gottes sogar regelrecht peinlich – als ob es beim
Glauben um mathematische Beweise statt um Leben, Liebe und Vertrauen ginge. In diesem Sinne heißt
es in dem Reclam-Band Grundriss eines rationalen Weltbildes von Joachim Wehler aus dem Jahr 1990:
„Alle philosophischen Gottesbeweise sind heute unter Theologen zumindest umstritten. In der
Philosophie werden sie – seit den Einwänden Kants – grundweg [sic] abgelehnt.“

Allerdings hat die Schlüssigkeit der Gottesbeweise wenig mit ihrer aktuellen Beliebtheit zu tun. Der
Münchner Philosoph Robert Spaemann hat dazu 2005 in einem Zeitungsartikel in der Zeitung „Die
Welt“ geschrieben: „Dass die Gottesbeweise samt und sonders strittig sind, bedeutet nicht viel. Würde
von Beweisen innerhalb der Mathematik eine radikale Entscheidung über die Orientierung unseres
Lebens abhängen, wären auch diese Beweise strittig.“ Die Kontroverse um die Gottesbeweise könnte
also auch daran liegen, dass viel auf dem Spiel steht.


3. Neuere Ansätze in der analytischen Philosophie und Richard Swinburnes probabilistischer
Gottesbeweis


Wehler täuscht sich allerdings, was die Rolle der Gottesbeweise in der Philosophie angeht, zumindest
seit einigen Jahrzehnten: In der angelsächsischen analytischen Philosophie (von internationalem Rang)
hat es nämlich seit den 1960er Jahren eine fast atemberaubende Renaissance der klassischen
Gottesbeweise gegeben. Dazu ein Zitat des atheistischen (!) Philosophen Quentin Smith aus einem
Artikel, der 2001 in der Zeitschrift Philo erschien. Smith beschreibt in dem Artikel, wie seit den 1960er
Jahren Theisten – meist bekennende Christen wie Alvin Plantinga – begannen, die alte Frage nach Gott,
die in der akademischen Philosophie keine Rolle mehr gespielt hatte und als obsolet galt, neu und auf
sehr hohem Niveau zu behandeln. Seitdem spielt die Frage nach Gottes Existenz in der analytischen
Philosophie wieder eine Rolle. Smith ist als Atheist nicht gerade begeistert über die Entwicklung. Er
schreibt: „Gott ist nicht tot an der Universität. Er kam in den späten 1960er Jahren wieder zum Leben
und ist jetzt quicklebendig in seiner letzten akademischen Bastion, Fakultäten für Philosophie.
Naturalistische Philosophen werden ihre Ziele neu überdenken müssen.” (Übers. JCS) Eine
Schlüsselfigur in dieser Renaissance der Argumente für die Existenz Gottes ist Richard Swinburne
gewesen, ein Brite, der bis vor seiner Emeritierung vor wenigen Jahren Professor für
Religionsphilosophie an der Universität Oxford war. Weil ich an seinem College (Oriel College) studiert
habe, wo er gelehrt und auch gewohnt hat, habe ich ihn auch etwas kennengelernt. Ich würde gerne
versuchen, Swinburnes Ansatz kurz vorzustellen – nicht nur, weil dieser Ansatz einflussreich gewesen
ist, sondern weil ich ihn auch bemerkenswert finde.

Man kann Swinburnes Behandlung der Gottesbeweise nur verstehen, wenn man weiß, dass er von Haus
aus Wissenschaftstheoretiker ist – das heißt, Fachmann für die Theorie wissenschaftlicher
Hypothesenbildung – besonders in den Naturwissenschaften. Das hat Swinburne etwa zehn Jahre lang
als Universitätsdozent hauptsächlich betrieben, bevor er sich in den 1970er Jahren der
Religionsphilosophie zuwandte. Sein Ziel war, die streng analytische Vorgehensweise bei der
Darstellung und Beurteilung naturwissenschaftlicher Hypothesen auf die Frage nach der Existenz Gottes
anzuwenden. Das Buch, in dem Swinburne das getan und damit die Frage nach den Gottesbeweisen neu
aufgerollt hat, heißt The Existence of God und erschien in der ersten Auflage 1979. Meine Ausgabe ist
von 1991, in der Swinburne im Anhang auch auf die wichtigste atheistische Kritik seines Buches
eingeht, The Miracle of Theism von J.L. Mackie. Beide Bücher gibt es auch auf Deutsch.

Swinburnes Grundidee ist, dass die Gottesbeweise schlecht – wie man das oft versucht hat – als
deduktive Argumente taugen. Ein deduktives Argument ist ein Argument, bei dem eine Schlussfolgerung
zu 100 Prozent stimmt, wenn nur die Prämissen stimmen. Das hieße z.B. für das kosmologische
Argument: Prämisse 1: Nichts existiert ohne eine Ursache zu haben. Prämisse 2: Es gibt nichts innerhalb
des Universums, das eine Ursache für die Existenz des Universums darstellen könnte. Konklusion:
Folglich muss das Universum zwingend eine Ursache außerhalb seiner selbst haben (Gott). Das wäre im
strengen Sinne ein Beweis: die Prämissen garantieren die Wahrheit der Konklusion. Swinburne meint
jetzt, dass die meisten Hypothesen in unserer empirischen Welt und auch in den Naturwissenschaften
nicht auf deduktiven Argumenten aufbauen. Das heißt, man bekommt normalerweise keine
hundertprozentigen Beweise. Stattdessen geht es meistens darum, mit einer Hypothese die Phänomene
möglichst plausibel, d.h. mit einer möglichst großen Wahrscheinlichkeit, zu erklären. Swinburne nennt
das ein induktives Argument: ein Argument, das die Wahrheit der Konklusion zwar nicht garantiert, das
die Konklusion aber wahrscheinlicher macht, als sie sonst wäre. Bezogen auf die Frage nach Gott
bedeutet das für Swinburne einen Wahrscheinlichkeitsbeweis. Er betrachtet den Theismus (also die
Annahme eines persönlichen, allmächtigen und vollkommenen Gottes) als eine Hypothese, die unsere
Gesamtwirklichkeit erklären soll und die im Sinne einer kumulativen Beweisführung durch
unterschiedliche Argumente gestützt und dadurch jeweils ein Stückchen wahrscheinlicher gemacht
werden kann. Die meisten der traditionellen Gottesbeweise (Swinburne ist nicht von allen überzeugt)
werden von ihm als solche induktiven Argumente verwendet, die jeweils dazu beitragen, die
Wahrscheinlichkeit der Hypothese „Gott existiert“ ein Stück zu erhöhen.

Nehmen wir den kosmologischen Gottesbeweis. Alles, was existiert, hat einen Grund dafür, dass es
existiert. Die Existenz der Welt bedarf also auch (so Swinburne in Anlehnung an den
Aufklärungsphilosophen Leibniz) eines zureichenden Grundes – diesen zureichenden Grund für ihre
Existenz hat sie aber nicht in sich selbst. Man kann zwar jeden Zustand dieser Welt auf einen früheren
Zustand zurückführen, z.B.: der Zustand dieser Welt 2008 hat seinen Grund in den Geschehnissen der
Welt 2007, und diese wiederum in 2006. Das kann man unendlich nach hinten fortsetzen. Aber man hat
damit noch keinen zureichenden Grund dafür, dass diese Kette an Zuständen und damit die Welt
überhaupt existiert. Das ist völlig unerklärt, sozusagen eine unerklärliche rohe Tatsache (factum brutum,
wie die Philosophen sagen). Obwohl doch sonst in unserer Welt von nichts nichts kommt! Wenn man
jetzt die Hypothese Gott annimmt, dann gibt es eine Erklärung – eine personale Erklärung: das
Universum ist nicht einfach eine rohe Tatsache, sondern es hat seine Erklärung darin, dass ein
persönlicher Gott es geschaffen hat – ein Gott, der ein notwendiges Wesen ist und daher nicht selbst (so
wie andere Dinge) eine Ursache außerhalb von sich erfordert.

Swinburne versucht, das Gewicht seines Arguments mit einem Wahrscheinlichkeitskalkül zu beziffern.
Dazu verwendet er das in der Wissenschaftstheorie gebräuchliche Bayes‘sche Theorem; auf die
mathematischen Formeln verzichte ich hier. Der Grundgedanke ist der: Die Wahrscheinlichkeit einer
Hypothese angesichts eines zu erklärenden Phänomens hängt grundsätzlich davon ab, ob das Phänomen
unter der Voraussetzung der Hypothese eher zu erwarten wäre als ohne die Hypothese; also ob die
Hypothese dazu beiträgt, das Phänomen plausibel zu machen. Unser zu erklärendes Phänomen beim
kosmologischen Gottesbeweis ist der Kosmos. Wie wahrscheinlich ist in dem Zusammenhang die
Hypothese „Gott existiert“? Swinburne sagt: Das kommt darauf an, ob das Auftreten des Kosmos zu
erwarten wäre, wenn es Gott gibt. Und da meint er: Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass Gott,
wenn es ihn gibt, ein solches Universum schafft; aber es ist doch durchaus denkbar, es würde im Prinzip
zu Gott passen. Umgekehrt, nehmen wir die Hypothese „Es gibt keinen Gott“. Wenn es keinen Gott gibt,
ist dann unser Universum zu erwarten? Ist zu erwarten, dass es so etwas wie unser Universum gibt,
wenn es keinen Gott gibt? Swinburne meint: Das ist sicherlich kaum zu erwarten – jedenfalls weniger zu
erwarten als unter der Hypothese eines Gottes. Es ist vielleicht nicht sehr wahrscheinlich, dass Gott eine
Welt schafft; aber es ist sicher noch unwahrscheinlicher, dass das Nichts eine Welt schafft bzw. dass die
Welt einfach so da ist, unerklärt und unerklärlich. Folglich ist das kosmologische Argument ein gutes
induktives Argument für die Existenz Gottes. Nicht, dass es schon zu dem Schluss führen würde, dass
Gott existiert. Aber: es macht die Hypothese „Gott existiert“ ein Stück wahrscheinlicher. Denn die
Hypothese „Gott existiert“ macht das Phänomen Kosmos ein Stück verständlicher.

Ein atheistischer Philosoph wird jetzt einwenden, das sei ja alles schön und gut: Aber ist es nicht völlig
willkürlich, mit diesem Argument auf Gott zu schließen? Warum sollte gerade der theistische Gott eine
plausible Erklärung, eine letzte Ursache für unser Universum sein? Das könnte doch alles Mögliche sein.
Warum nicht irgendwelche Gespenster oder Marsmenschen oder 53 Götter statt eines Gottes? Warum
gerade der theistische Gott? Swinburnes Antwort auf dieses Gegenargument stammt wieder aus der
Wissenschaftstheorie. In der Wissenschaft, aber auch im täglichen Leben, ist das Kriterium für eine gute
Hypothese mit Erklärungskraft, dass sie alle Indizien erklärt und dass sie einfach ist.

Ein Beispiel: Ich komme morgen Abend in Gießen nach Hause und sehe, dass mein Fenster geöffnet und
eingeschlagen ist; in meinem Wohnzimmer sind die Schränke aufgebrochen, meine Papiere liegen
unsortiert auf dem Boden, meine Brieftasche ist nicht mehr, wo sie war. Wie soll ich mir das erklären?
Es gibt unendlich viele mögliche Hypothesen. Z.B.: Mein Vermieter, der über mir wohnt, hatte
Probleme mit der Heizungsrechnung. Er hat sich (da er sehr gutmütig ist), gefragt, ob ich die gleichen
Probleme habe, und hat bei mir nachfragen wollen. Ich war aber nicht da. Da hat er selbst
aufgeschlossen, ist reingegangen und hat, um die Sache schnell zu klären, in meinem Schrank nach
meinen Heizungsrechnungen gesucht. Er hat sie dabei, um erst einmal die Stapel durchzuschauen, auf
dem Boden verteilt. Dabei wurde es ihm zu warm (er hatte gerade Fieber), und er hat das Fenster
geöffnet, wobei – ein dummer Zufall – seine Frau von oben gerufen hat. Er sich nach oben gedreht und
dabei ganz unglücklich die Scheibe gerammt, die dabei in Scherben gegangen ist. Er hat sich dabei eine
kleine Schnittwunde zugezogen und dann dringend nach einem Taschentuch für die Wunde gesucht und
nach dem Erstbesten gegriffen, was er finden konnte: meiner Brieftasche, in der es tatsächlich neben
meinem Geld auch noch ein paar Tempos gab. Wegen der Wunde hat mein Vermieter die Suche nach
der Heizungsrechnung abgebrochen und ist schnellstmöglich (mit der Brieftasche und den Tempos) nach
oben in seine Wohnung gegangen. Ich sollte am besten einmal bei ihm nachfragen.

Diese Hypothese wird allen Indizien gerecht. Trotzdem ist es nicht meine Lieblingshypothese. Es geht
nämlich auch einfacher: Jemand ist bei mir durchs Fenster eingebrochen, hat mein Geld gesucht und
meine Brieftasche mitgehen lassen. Warum ist die zweite Hypothese plausibler als die erste, obwohl
doch beide alle Indizien stimmig erklären? Weil sie einfacher ist. Weil sie ohne irgendwelche
komplizierten Nebenhypothesen auskommt. Eine einfache Hypothese ist immer einer komplizierteren
vorzuziehen – sofern sie immer noch alle Indizien erklärt. Warum ist nach Swinburne die theistische
Hypothese eine einfache Hypothese, ja sogar die einfachste Hypothese, die es überhaupt gibt? Weil die
Annahme, dass hinter dem Universum eine Person mit unendlicher Macht und vollkommener Güte steht,
eine sehr einfache Annahme ist. Sie ist viel einfacher als das Universum z.B. mit Hilfe von 53 Göttern
zu erklären; dann würde man immer fragen: warum gerade 53? Oder durch einen Gott mit großer, aber
nicht vollkommener Macht; dann würde man immer fragen, was hindert ihn, allmächtig zu sein? Warum
statt 100 Prozent nur 75 Prozent Macht? Die theistische Erklärung für die Existenz unserer Welt ist also
eine sehr einfache Erklärung; es ist eine personale Erklärung, und weil sich das Universum nicht selbst
erklärt – was viele atheistische Philosophen zugeben – darum heißt die Alternative für diese personale
Erklärung: keine Erklärung, rohe Tatsache. Und das ist nicht gerade befriedigend.

Swinburne spielt diese Argumentationsweise an unterschiedlichen Argumenten für die Existenz Gottes
durch – an kosmologischen, teleologischen, historischen, moralischen und anderen. Manche findet er
überzeugend, andere weniger, aber alle tragen zumindest ein Stück zur Plausibilität der Hypothese „Gott
existiert“ bei. Zum Beispiel das teleologische Argument – Swinburne zitiert dabei auch die neuesten
Erkenntnisse zur Feinabstimmung des Universums und das anthropische Prinzip. Atheisten versuchen
das teleologische Argument meistens mit der Evolutionstheorie zu kontern, allen voran Richard
Dawkins. Es ist interessant, wie Dawkins in seiner viel beachteten Debatte mit John Lennox am 3.
Oktober 2007 minutenlang darlegte, dass ein Wissenschaftler beim Anschauen der Welt fast automatisch
an einen Gott denken müsse. Es sei „staggeringly counter-intuitive“, es laufe unserer Intuition völlig
entgegen, nicht auf einen Schöpfer zu schließen. Aber, so Dawkins: Seit Darwin – das ist sein
welthistorisches Verdienst – ist das nicht mehr nötig. Seit Darwin ist unsere Intuition widerlegt:
Mutation und Selektion erklären, warum sich Lebewesen zielgerichtet entwickeln. So Dawkins.
Swinburne antwortet darauf: Mit der Evolutionstheorie hat man das teleologische Argument nur
verschoben, aber noch nicht aufgehoben. Wie kommt es denn, dass unser Universum überhaupt
Evolution ermöglicht? Dass die Rahmenbedingungen und die Naturgesetze dafür vorhanden sind? Das
ist doch höchst erstaunlich – und kann durch Evolution selbst nicht erklärt werden. Es wäre wieder eine
rohe Tatsache – unerklärt und unerklärlich.

Swinburne geht also verschiedene Argumente durch. Alle diese Argumente zusammengenommen
bedeuten für ihn, dass Gott durchaus eine plausible Hypothese für die Phänomene dieser Welt ist. Also:
nicht zwingend, aber auch nicht unwahrscheinlich. Was ihn dann dazu führt, die theistische Hypothese
für insgesamt wahrscheinlich zu halten – also mit einer Wahrscheinlichkeit > 0,5 –, ist dann ein etwas
anderes Indiz: Gotteserfahrungen. Swinburne beobachtet, dass Menschen nicht nur über Gott
nachdenken, sondern auch behaupten – und zwar viele Menschen, und darunter auch sehr glaubwürdige
Menschen –, Gott erlebt zu haben. Zählt das als Argument? Swinburne behauptet: Durchaus, warum
nicht? – sofern ein persönlicher Gott nicht aus anderen Gründen unwahrscheinlich ist. Und dass das
nicht der Fall ist, hat er gerade durch die verschiedenen Argumente gezeigt. Menschen können sich
natürlich täuschen, auch und gerade bei subjektiven Gotteserfahrungen. Aber wenn die Hypothese „Gott
existiert“ nicht an sich sehr unwahrscheinlich ist, sollte man religiöse Erfahrungen auch nicht prinzipiell
ausschließen – mit welchem Recht würde man das tun? Vielmehr, meint Swinburne, gilt (und zwar
generell, bei allen Wahrnehmungserfahrungen) erst einmal das Prinzip der Gutgläubigkeit, das Principle
of Credulity. Solange keine gegenteiligen Argumente vorliegen, sollten wir den Dingen glauben, wie sie
scheinen. Das tut jeder von uns jeden Tag und lebt ganz gut damit: Man zweifelt erst daran, wenn es
Gründe für das Gegenteil gibt. Für die Gottesfrage heißt das (so argumentiert der Philosoph William
Alston): „Wenn es jemandem scheint, dass Gorbatschow vor ihm steht, ist das ein Grund dafür zu
glauben, dass Gorbatschow vor ihm steht; und wenn es jemandem scheint, dass Gott bei ihm ist, so ist
das ein Grund dafür zu glauben, dass Gott bei ihm ist.“ Die Tatsache, dass Millionen von Menschen
überzeugt sind, Gott erfahren zu haben, macht nach Swinburne aus der mittlerweile durchaus plausiblen
Hypothese „Gott existiert“ eine insgesamt wahrscheinliche Hypothese: Es ist wahrscheinlicher, dass
Gott existiert, als dass er nicht existiert.

Soviel zu Swinburne. Ich finde ihn, wenn ich ihm auch nicht in jedem Detail zustimme, in seinem
Ansatz sehr überzeugend.


4. Nachtrag: Das Argument von der Sehnsucht

Ein kleiner Nachtrag noch, weil es mich persönlich anspricht: das Argument von der Sehnsucht – ein
unorthodoxes und etwas unübliches Argument, das man noch in die Liste von Swinburnes induktiven
Argumenten einreihen könnte, wenn es einem einleuchtet. C.S. Lewis, Oxforder Literaturprofessor und
Autor der Narnia-Chroniken, hat das Argument am eloquentesten vertreten. Lewis war selbst Atheist
gewesen und kam erst als Wissenschaftler zum Glauben. Dabei spielte die langjährige Erfahrung einer
intensiven Sehnsucht für ihn eine entscheidende Rolle: das Verlangen nach „mehr“, das er gerade bei
den größten Freuden seines Lebens empfunden hatte und das er – gegen seinen ursprünglichen Willen –
als einen Fingerzeig für die Existenz Gottes interpretierte. Wohlgemerkt: Es geht bei dem Argument
nicht darum, unsere Wünsche zur Wirklichkeit zu erklären. Das wäre naiv. Es wäre das, was Ludwig
Feuerbach den Christen in seinem epochemachenden Werk Das Wesen des Christentums 1841
vorgeworfen hat: nur ihre Wünsche an den Himmel zu projizieren. Das Argument von Lewis ist aber
anders als das von Feuerbach – es setzt an mit der Beobachtung, dass alle Lebewesen bestimmte
natürliche Bedürfnisse haben, die ihnen innewohnen und deren Befriedigung sie früher oder später
entdecken: Essen, Trinken, Schlaf, Wissen, Gemeinschaft, Sexualität zum Beispiel. Anders als
bestimmte Einzelwünsche (Nationaltorwart zu werden, einen Porsche zu fahren oder im Schlaraffenland
zu leben) sind diese angeborenen Bedürfnisse universal. Nach Lewis entspricht ihnen immer eine
Realität. Er schreibt: „Kein Geschöpf wird mit einem Bedürfnis geboren, für das es keine Erfüllung gibt.
Ein Säugling fühlt Hunger; nun, es gibt so etwas wie Essen. Ein Entenküken möchte schwimmen; nun,
es gibt so etwas wie Wasser. Menschen empfinden geschlechtliches Verlangen; nun, es gibt so etwas
wie Sex. Wenn ich in mir eine Sehnsucht finde, die keine Erfahrung dieser Welt stillen kann, dann ist
die wahrscheinlichste Erklärung hierfür, dass ich für eine andere Welt gemacht wurde.“

Man kann das Argument in die folgende Form bringen:

Prämisse 1: Jedes natürliche, angeborene Bedürfnis entspricht einem realen Gegenstand, der
dieses Bedürfnis befriedigen kann.
Prämisse 2: Aber es gibt in uns ein Bedürfnis, das nichts auf dieser Erde und kein Geschöpf
befriedigen kann.
____________________
Konklusion: Folglich muss etwas existieren, das jenseits von dieser Erde und seinen Geschöpfen
steht und das dieses Bedürfnis befriedigen kann.
___________________
Konklusion 2: Dieses Etwas ist, was man unter „Gott“ und „ewiges Leben bei Gott“ versteht.

Das Argument von der Sehnsucht führt nicht zu einem konkreten Gottesglauben. Es besagt nur, dass es
möglicherweise noch eine andere Wirklichkeit gibt, etwas Größeres, für das wir gemacht sind – was
auch immer das sein mag; in Analogie zu der Tatsache, dass auch unsere anderen natürlichen
Bedürfnisse auf bestimmte Realitäten hindeuten.

Das Argument ist sicher nicht das stärkste Argument für die Existenz Gottes – es ist, wie gesagt, nur ein
Nachtrag. Es wird am ehesten diejenigen überzeugen, die selbst ein starkes Bewusstsein davon haben,
dass ihr Leben sie trotz seiner Schönheit nicht satt macht. Ich finde das Argument jedenfalls
überzeugender, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Denn meine Vermutung ist, dass die
meisten Menschen in einem stillen Moment den beiden Prämissen zustimmen können: dass natürliche
Bedürfnisse auf ihre Befriedigung hinweisen; und dass uns dieses Leben nicht vollkommen befriedigt.
Ich kann nicht ganz glauben, wenn jemand sagt: „Ich bin vollkommen glücklich in dieser Welt.“ Diese
Welt verweist mit ihrer kurzfristigen Schönheit und mit ihrer unentwegten, ungestillten Suche nach
Glück auf mehr, sie gibt uns eine Ahnung davon, was sein könnte. Und ich meine, dass deshalb die
Jenseitshoffnung, die sich in vielen Religionen und besonders im christlichen Glauben findet, für so
viele Menschen überhaupt nachvollziehbar und tröstlich ist.



Was bedeuten mir persönlich die Argumente für Gottes Existenz? Ich bin nicht der Meinung, dass sie
mir oder jemand anderem beweisen, dass es Gott gibt. Sie sind vielmehr, wie Swinburne das zu Recht
darstellt, Hinweise, induktive Argumente, die man zusammennehmen muss und die, addiert, einiges
Gewicht für die Existenz Gottes auf die Waagschale bringen – mehr als manchem Atheisten lieb ist. Sie
machen den Glauben an Gott aber bestenfalls wahrscheinlich. Gewissheit gibt es nicht in der
Wissenschaft, es gibt sie am ehesten in der persönlichen Begegnung mit Gott: im Gebet und im
Glaubensleben. Aber eine relative Wahrscheinlichkeit in der Wissenschaft oder auch nur Plausibilität ist
ja auch schon eine ganze Menge, wenn man überlegt, woran man sein Leben festmachen soll, und wenn
man nach einer rational vertretbaren Grundlage für weitere Reflexionen sucht.

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18 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 1:42 am

Gottesbeweis

http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761592995/Gottesbeweis.html

Gottesbeweis, der Versuch, die Existenz Gottes mit rationalen, logischen oder solchen Argumenten zu beweisen, die scheinbar auf Tatsachen beruhen. In der Metaphysik werden Gottesbeweise durch reine Vernunftgründe geführt; ein weiterer „Beweis” ist das Vorhandensein von Religionen in sämtlichen Kulturen (ethnologischer oder auch historischer Gottesbeweis) sowie das allgemein bestehende Streben nach Sinnerfüllung (eudämonischer Gottesbeweis).

Bei den klassischen Gottesbeweisen werden drei gedankliche Richtungen unterschieden: Der ontologische Gottesbeweis, der unter anderem von Anselm von Canterbury (Proslogium, 1078), René Descartes (Meditationen, 1641) und Baruch Spinoza (Ethica, 1670) vorgenommen wurde. Danach wird die Existenz Gottes aus dem Begriff selbst hergeleitet. Der kosmologische Gottesbeweis schließt aus dem Vorhandensein der Welt auf eine dieser notwendigerweise zugrunde liegende Schöpfung – und einen Schöpfer; er wurde u. a. von Thomas von Aquin vorgebracht. Der Gedanke, dass die in der Welt beobachteten Zweck- und Gesetzmäßigkeiten auf das Vorhandensein eines planenden Urhebers bzw. Weltbaumeisters schließen lassen, kommt im teleologischen Gottesbeweis (auch: nomologischer oder physikotheologischer Gottesbeweis) zum Tragen. Dieser ging aus der griechischen bzw. römischen Philosophie hervor und erfuhr u. a. in der europäischen Aufklärung, z. B. bei Christian Wolff, eine weitere Ausarbeitung.

Im Lauf der Philosophie- und Religionsgeschichte gab es immer wieder Ansätze, den als unhaltbar erkannten bisherigen Gottesbeweisen weitere entgegenzustellen; einer der bekanntesten ist der so genannte moralische Gottesbeweis, wonach Gott als „Garant” für das menschliche sittliche Miteinander betrachtet wird. Demzufolge ist die Existenz einer höheren Instanz für das menschliche Sittengesetz unabdingbar.


Existiert Gott? Gibt es Beweise für die Existenz Gottes?

http://www.gotquestions.org/Deutsch/Existiert-Gott.html

Antwort: Existiert Gott? Ich finde es interessant, dass man dieser Diskussion so viel Aufmerksamkeit schenkt. Die jüngsten Umfragen ergaben, dass heute über 90% der Menschen in der Welt an die Existenz Gottes oder einer höheren Macht glauben. Jedoch wird die Verantwortung denen zugeschoben, die an die Existenz Gottes glauben, irgendwie zu beweisen, dass er wirklich existiert. Meiner Meinung nach sollte es umgekehrt sein.

Gleichwohl kann die Existenz Gottes weder bewiesen noch widerlegt werden. Sogar die Bibel sagt, dass wir die Tatsache der Existenz Gottes, im Glauben annehmen müssen: “Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde” (Hebräer 11,6). Wenn Gott es so wünscht, könnte er einfach in Erscheinung treten und der ganzen Welt beweisen, dass er existiert. Aber dann wäre kein Glauben mehr nötig. “Spricht Jesus zu ihm: ‘Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!’” (Johannes 20,29).

Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Belege für die Existenz Gottes gibt. Die Bibel sagt aus: “Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt” (Psalm 19,2-5). Betrachten der Sterne, Erkennen der Größe des Universums, Beobachten der Wunder der Natur, Sehen der Schönheit eines Sonnenuntergangs - all dies weist auf einen Schöpfer Gott. Wenn das nicht ausreicht, dann gibt es einen Hinweis auf Gott in unserem Herzen. Prediger 3,11 sagt uns: “...auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt...” Es gibt etwas tief in unserem innersten Sein, das erkennt, dass es etwas über dieses Leben hinaus und jemand jenseits dieser Welt gibt. Wir können dieses Wissen intellektuell leugnen, aber Gottes Gegenwart in und durch uns ist immer noch da. Trotz allem warnt uns die Bibel, dass einige dennoch die Existenz Gottes leugnen werden: “Die Toren sprechen in ihrem Herzen: ‘Es ist kein Gott’” (Psalm 14,1). Da über 98% der Menschen durch die gesamte Geschichte, in allen Kulturen, in jeder Zivilisation, auf allen Kontinenten an die Existenz einer Art Gott glauben, muss es etwas oder jemand geben, der diesen Glauben verursacht.

Zusätzlich zu biblischen Argumenten für die Existenz Gottes gibt es Argumente der Logik. Zunächst gibt es das ontologische Argument. Die volks-tümliche Form des ontologischen Arguments verwendet im Grunde den Begriff Gott, um die Existenz Gottes zu beweisen. Es beginnt mit der Definition Gottes als den, “über den man sich nichts Größeres vorstellen kann.” Man argumentiert dann, zu existieren ist größer als nicht zu existieren; darum muss das denkbar Größte existieren. Wenn Gott nicht existierte, dann wäre Gott nicht das größte denkbare Wesen - im Widerspruch zu der eigentlichen Definition Gottes. Dann gibt es das teleologische Argument, das besagt, weil das Universum eine solch erstaunliche Anordnung aufweist, muss es dafür einen göttlichen Planer gegeben haben. Z.B. wenn die Erde nur einige hundert Kilometer näher oder entfernter von der Sonne wäre, wäre sie nicht in der Lage, Leben zu erhalten, so wie sie es jetzt tut. Wenn die Elemente in unserer Atmosphäre um nur wenige Prozentpunkte geringer wären, würde alles Leben auf Erden absterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einziges Protein Molekül sich per Zufall entwickelt, ist 1 zu 10 (das ist eine 10 gefolgt von 243 Nullen). Eine einzige Zelle besteht aus Millionen von Protein Molekülen.

Ein drittes Argument der Logik für die Existenz Gottes ist das kosmologische Argument. Jede Folge muss eine Ursache haben. Dieses Universum und alles in ihm ist eine Folge. Es muss etwas geben, das alles verursachte. Letzten Endes muss es etwas “Unverursachtes” geben, um alles andere Sein zu verursachen. Dies “Unverursachte” ist Gott. Das vierte Argument ist das moralische Argument. In der ganzen Geschichte hat jede Kultur irgendeine Form von Gesetz gehabt. Jeder besitzt ein Empfinden für Recht und Unrecht. Mord, Lüge, Diebstahl und Unmoral werden fast allgemein verurteilt. Woher kam dieser Sinn für Recht und Unrecht, wenn nicht von einem heiligen Gott?

Trotz allem sagt uns die Bibel, dass Menschen das klare und unleugbare Wissen um Gott ausschlagen und statt dessen einer Lüge Glauben schenken. Römer 1,25 besagt: “...die Gottes Wahrheit verwandelt haben in Lüge und haben geehrt und gedient dem Geschöpf statt dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen.” Die Bibel saugt auch, dass sie für ihren Unglauben an Gott ohne Entschuldigung sind. “Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen seit der Schöpfung der Welt und wahrgenommen an seinen Werken, so dass sie keine Entschuldigung haben” (Römer 1,20).

Leute behaupten, nicht an Gott zu glauben, weil es nicht “wissenschaftlich” ist oder “weil es keine Beweise gibt.” Der wahre Grund ist, wenn Leute zugeben, dass es Gott gibt, dann müssen sie auch erkennen, dass sie Gott gegenüber verantwortlich sind und der Vergebung durch Gott bedürfen (Römer 3,23; 6,23; Epheser 1,7). Wenn Gott existiert, dann sind wir ihm für unsere Taten verantwortlich. Wenn Gott nicht existiert, dann können wir tun, was wir wollen ohne sich zu sorgen, dass Gott uns richten wird. Ich meine, dass deswegen viele in unserer Gesellschaft sich an die Evolutionslehre klammern, weil sie eine Alternative zum Schöpfer Gott bietet. Gott existiert und letztendlich weiß jeder, dass er existiert. Gerade die Tatsache, dass einige so sehr versuchen, seine Existenz zu widerlegen, ist eigentlich ein Argument für seine Existenz.

Gestatten Sie mir ein letztes Argument für die Existenz Gottes. Wie weiß ich, dass Gott existiert? Ich weiß, dass Gott existiert, weil ich jeden Tag mit ihm rede. Er antwortet mir nicht hörbar, aber ich spüre seine Gegenwart, ich merke seine Führung, ich erfahre seine Liebe, ich verlange nach seiner Gnade. Dinge sind in meinem Leben geschehen, die nur als Gottes Handeln erklärbar sind. Gott hat mich in so wunderbarer Weise errettet und mein Leben verändert, dass ich nicht anders kann, als seine Existenz anzuerkennen und zu loben. Keine dieser Argumente in sich selbst können jemanden überzeugen, der sich weigert, das einzugestehen, was so offenkundig ist. Letztlich muss Gottes Existenz im Glauben bejaht werden (Hebräer 11,6). Glaube an Gott ist kein blinder Sprung ins Dunkle, Es ist ein sicherer Schritt in ein hell erleuchtetes Zimmer, wo sich bereits 90% der Menschen befinden.

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19 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 9:22 am

Gibt es einen Gott?
Von Prof. Dr. Richard Swinburne


Zusammengefaßt besagt die Darwinsche Erklärung für die heutige Existenz der komplexen tierischen und menschlichen Körper, daß es vor langer Zeit einmal bestimmte Chemikalien auf der Erde gab, so daß es mit den Gesetzen der Evolution (d.h. Reproduktion mit leichten Veränderungen) wahrscheinlich war, daß komplexe Organismen entstehen würden. Diese Erklärung der Existenz komplexer Organismen ist sicherlich eine richtige Erklärung, aber es ist keine Letzterklärung dieser Tatsache. Für eine Letzterklärung benötigen wir eine Erklärung auf der höchsten Ebene, weshalb diese Gesetze und keine anderen galten. Die Gesetze der Evolution sind zweifelsohne Konsequenzen der Gesetze der Chemie, welche für die organische Materie, aus denen Tiere bestehen, gelten. Und die Gesetze der Chemie gelten, weil die Gesetze der Physik gelten. Aber warum gerade diese fundamentalen Gesetze der Physik und nicht irgendwelche anderen? Wenn die Gesetze der Physik nicht die Konsequenz hätten, daß ein bestimmtes chemisches Arrangement zu Leben führen würde oder daß es zufällige Veränderungen der elterlichen Eigenschaften bei den Nachkommen geben würde usw., dann gäbe es keine Evolution durch natürliche Auslese.

Selbst unter der Voraussetzung, daß es Naturgesetze gibt (d.h. daß materielle Gegenstände die gleichen Kräfte und die gleichen Dispositionen untereinander haben), stellt sich die Frage: Warum gelten und galten gerade diese Gesetze? Der Materialist sagt, daß es da keine Erklärung gibt. Der Theist behauptet hingegen, daß Gott einen Grund dafür hat, diese Gesetze zu schaffen, weil diese Gesetze zur Entwicklung von Tieren und Menschen führen.

Selbst unter der Voraussetzung, daß die Gesetze der Physik so sind, daß sie die Gesetze der Evolution von komplexen Organismen aus einer Ursuppe hervorbringen, werden sich Tiere und Menschen nur entwickeln, wenn es am Anfang eine Ursuppe mit der richtigen chemischen Zusammensetzung gab. Einige sich von der Suppe, die es tatsächlich gab, in der chemischen Zusammensetzung unterscheidenden Suppen, hätten ebenfalls Tiere hervorgebracht. Aber die meisten Suppen hätten keine Tiere hervorgebracht. Warum also gab es da gerade diese Ursuppe?

Wir können die Geschichte der Welt weiter nach rückwärts verfolgen. Diese Ursuppe existierte, weil die Erde so entstand, wie sie entstand; und die Erde entstand so, wie sie entstand, weil die Galaxis so entstand, wie sie entstand, und so weiter, ... bis wir zurück zum Urknall gelangen, der Explosion vor 15 Milliarden Jahren, mit der anscheinend das Universum begann.

Jüngere wissenschaftliche Arbeiten haben ergeben, daß das Universum ‚feinabgestimmt' [fine tuned] ist. Die Materie-Energie zur Zeit des Urknalls mußte eine bestimmte Dichte und eine bestimmte Ausbreitungsgeschwindigkeit haben, um Leben hervor zu bringen. (Einen Überblick über diese Arbeiten gibt John Leslies Buch Universes (1989)). Abweichungen von diesen Werten von nur einem millionsten Teil hätten zur Folge gehabt, daß sich im Universum kein Leben entwickelt hätte. Wenn zum Beispiel der Urknall verursacht hätte, daß die Brocken von Materie-Energie sich ein wenig schneller voneinander entfernt hätten, hätten sich keine Galaxien, keine Sterne oder Planeten und keine für Leben geeignete Umgebung auf der Erde oder irgendwo sonst im Universum gebildet. Wenn das Auseinanderdriften nur ein wenig langsamer vonstatten gegangen wäre, dann wäre das Universum in sich selbst zusammengefallen, bevor sich Leben hätte entwickeln können. Wenn es eine wissenschaftliche Letzterklärung gibt, dann wird sie es als eine unerklärbare Tatsache annehmen müssen, daß das Universum in so einem Zustand begann und solche Naturgesetze hatte, die Leben entstehen ließen, wobei ein winziger Unterschied in diesen ursprünglichen Bedingungen dafür gesorgt hätte, daß kein Leben jemals irgendwo hätte entstehen können.

Es könnte natürlich sein, daß das Universum nicht mit einem Urknall begonnen hat, sondern seit jeher bestanden hat. Selbst dann muß seine Materie bestimmte allgemeine Merkmale gehabt haben, wenn es jemals zur Entwicklung von Tieren und Menschen kommen können sollte. Es müßte beispielsweise genügend Materie gegeben haben, aber nicht zuviel davon, damit chemische Substanzen aufgebaut werden können. Eine Menge von Fundamentalteilchen wird benötigt, aber mit viel Zwischenraum. Nur ein bestimmtes Spektrum von Naturgesetzen erlaubt die Existenz von Tieren und Menschen. Die neuen wissenschaftlichen Arbeiten über die Feinabstimmung des Universums haben gezeigt, daß - gleichgültig, ob das Universum einen Anfang hatte - es nur Leben im Universum geben kann, wenn die Konstanten in den Naturgesetzen innerhalb enger Grenzen liegen. Wiederum muß der Materialist es als unerklärbare Tatsache [brute fact] annehmen, daß das Universum und seine Gesetze diese Eigenschaften hatte. Der Theist hingegen hat eine einfache Letzterklärung, weshalb die Dinge so sind, die zugleich auch die anderen Phänomene erklärt, die wir beschrieben haben.

Es ist wahr, daß Gott ohne den langen Prozeß der Evolution Menschen hätte erschaffen können. Aber das ist nur ein Einwand gegen den Theismus, wenn man annimmt, daß Gottes nur um der Menschen Willen etwas geschaffen hat. Um meinen früheren Punkt zu wiederholen: Gott hat auch Grund, Tiere zu erschaffen. Tiere sind bewußte Lebewesen, die das Leben genießen und absichtsvolle Handlungen ausführen, selbst wenn sie diese nicht frei auswählen. Natürlich hat Gott Grund, Elefanten und Giraffen, Tigern und Schnecken Leben zu geben. Und ohnehin wäre die Schönheit der Evolution der unbelebten Welt vom Urknall aus (oder von der Ewigkeit her) genügend Grund, sie zu erschaffen, selbst wenn Gott die einzige Person wäre, sie zu beobachten. Aber er ist es nicht, wir selbst können jetzt immer frühere und frühere Stufen der kosmischen Evolution durch unsere Teleskope bewundern. Gott malt mit einem großen Pinsel aus einem großen Farbkasten und hat keinen Grund, mit der Farbe zu geizen, die er benützt, um ein wunderbares Universum zu malen.

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20 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Tue Sep 15, 2009 12:05 pm

Rededuell über die Existenz Gottes

http://www.bfg-bayern.de/ethik/download/Existenz_Gottes.doc

Am 25. April 2005 fand in der Universität München ein Rededuell statt zum Thema

Existiert Gott?

Dabei ging es um den Gottesbegriff, wie er für das Christentum typisch ist.
Für die Existenz Gottes sprach Prof. Dr. William Lane Craig. Gegen die Existenz Gottes sprach Prof. Dr. Dr. Norbert Hoerster.

Am 26. April 2005 diskutierte Prof. Dr. William Lane Craig an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit Dr. Michael Schmidt-Salomon (contra).

Zu den Diskussionspartnern:

William Lane Craig ist Professor der Philosophie an der Talbot School of Theology in La Mirada, California. An der Universität von München (Deutschland) promovierte er 1984 in Theologie.

Norbert Hoerster lehrte von 1974 bis 1998 als Professor Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Er ist Autor zahlreicher Bücher, insbesondere über Bio- und Medizin-Ethik. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Die Frage nach Gott“, Beck-Verlag, ISBN: 3406528058

Michael Schmidt-Salomon ist Doktor der Philosophie und verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift MIZ. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit (u.a. als Dozent an der Universität Trier) trat er als Komponist, Musiker, Texter und Autor der Bücher Erkenntnis aus Engagement (1999 im Alilbri-Verlag) und Stollbergs Inferno (2003 im Alilbri-Verlag) in Erscheinung. Er ist Geschäftsführer der Giordano-Bruno-Stiftung

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

1.) Redebeitrag von William Lane Craig
2.) Redebeitrag von Norbert Hoerster
3.) Redebeitrag von Michael Schmidt-Salomon




GIBT ES EINEN GOTT?
[Vortrag von Professor William Lane Craig beim Rededuell mit Professor Norbert Hoerster über die Existenz Gottes am 25. April 2005, München

Sehr geehrte Damen und Herren!
Es ist immer eine Freude, wieder in München zu sein, wo ich vor zwanzig Jahren promoviert habe. Es ist eine Ehre, mit Ihnen diese wichtige Frage nach der Existenz Gottes diskutieren zu dürfen.
Als Reisende auf dem Weg des Lebens sollte es unser Ziel sein, eine richtige Weltanschauung zu bilden, und die Dinge zu verstehen. Die Hypothese, daß es einen Gott gibt, erklärt viele Tatsachen unserer Erfahrung. Lassen Sie mich kurz fünf Tatsachen erwähnen, die durch die Gotteshypothese erläutert sind.

1. Gott erklärt den Ursprung des Universums.
Haben Sie sich je gefragt, wo das Universum herkommt? Warum irgend etwas existiert, und nicht vielmehr nichts? Atheisten haben meist gesagt, daß das Universum ewig ist. Ende der Diskussion!
Aber ist das plausibel? Wenn das Universum keinen Anfang hatte, dann ist die Zahl der vergangenen Ereignisse in der Geschichte des Universums unendlich. Aber Mathematiker erkennen an, daß die Annahme der Existenz einer wirklich unendlichen Zahl von Dingen zu Selbstwidersprüchen führt. Was ist zum Beispiel das Unendliche minus das Unendliche? Aus mathematischer Sicht ergeben sich selbstwidersprüchliche Antworten. Das zeigt, daß Unendlichkeit nur eine Idee des Geistes ist und nicht etwas, was in der Wirklichkeit existiert. David Hilbert, vielleicht der größte Mathematiker des 20. Jahrhunderts, drückt das so aus:
Das Unendliche ist nirgends in der Wirklichkeit zu finden. Es existiert weder der Natur, noch ist es eine legitime Grundlage rationalen Denkens. Die einzige Rolle, die für das Unendliche bleibt, ist die einer Idee.

Die Ereignisse der Vergangenheit sind jedoch nicht nur Ideen, sondern sie sind real, und daher muß die Zahl der vergangenen Ereignisse endlich sein. Deshalb kann die Reihe der vergangenen Ereignisse nicht unendlich zurückgehen; das Universum muß einmal zu existieren begonnen haben.
Dieser Schluß wird gestützt durch erstaunliche Entdeckungen in der Astronomie und Astrophysik. Die Indizien der Astrophysik weisen darauf hin, daß das Universum mit einer großen Explosion vor 13 Milliarden Jahren zu existieren begann. Dieser Anfang des Universums wird “Urknall” genannt. Der physikalische Raum und die physikalische Zeit entstanden durch dieses Ereignis; ebenso alle Materie und alle Energie des Universums. Fred Hoyle, Astronom in Cambridge, stellt daher fest, daß die Urknalltheorie die Schöpfung des Universums aus dem Nichts annehmen muß. Der Grund dafür ist, daß wenn man in der Zeit zurückgeht, dann gelangt man an einen Punkt, an dem, in Hoyles Worten, das Universum „zu nichts geschrumpft“ war. Was die Urknalltheorie daher erfordert, ist daß das Universum einen Anfang hatte und daß es aus nichts entstand.
Das aber versetzt den Atheisten in eine peinliche Lage. Denn wie der Oxforder Philosoph Anthony Kenny betont, „ein Vertreter der Urknalltheorie, zumindest wenn er ein Atheist ist, muß glauben, daß das Universum aus dem nichts und von nichts kam.“
Das scheint aber doch absurd! Von nichts kommt nichts. Warum existiert das Universum dann und nicht vielmehr nichts? Wo kommt es her? Es muß eine Ursache gegeben haben, die das Universum ins Sein gebracht hat.
Das Argument ist wie folgt zusammenzufassen:
1. Was einen Anfang seiner Existenz hat, hat eine Ursache.

2. Das Universum hatte einen Anfang.

3. Daher hat das Universum eine Ursache.

In der Natur der Sache liegt es, daß diese Ursache selbst ein unverursachtes, unveränderliches, zeitloses und immaterielles Wesen sein, das das Universum geschaffen hat. Es muß unverursacht sein, denn wir haben gesehen, daß es keinen unendlichen Regreß von Ursachen geben kann. Es muß zeitlos und daher unveränderlich sein – zumindest ohne das Universum –, denn es hat die Zeit geschaffen. Da es auch den Raum geschaffen hat, muß es nichträumlich und immateriell sein, also nicht physisch.
Außerdem möchte ich dafür argumentieren, daß die Ursache des Universums eine Person sein muß. Denn wie sonst könnte eine zeitlose Ursache eine zeitliche Wirkung wie das Universum haben? Wenn die Ursache eine mechanisch funktionierende Menge von notwendigen und hinreichenden Bedingungen wäre, dann könnte die Ursache nicht ohne die Wirkung existieren. Wenn die hinreichenden Bedingungen ewig gegenwärtig wären, dann sollte ihre Wirkung auch ewig gegenwärtig sein. Die einzige Möglichkeit, wie die Ursache zeitlos und die Wirkung mit Beginn in der Zeit sein kann, ist, daß die Ursache eine Person ist, die frei eine Wirkung in der Zeit ohne vorangehende Bedingungen geschaffen hat. Daher kommen wir mit unserem Argument nicht nur auf eine transzendente Ursache des Universums, sondern zu seinem persönlichen Schöpfer.

2. Gott erklärt die komplexe Ordnung des Universums.
In den letzten drei Jahrzehnten haben Wissenschaftler entdeckt, daß die Existenz von intelligentem Leben wie unserem von einem komplizierten und empfindlichen Gleichgewicht von Anfangsbedingungen beim Urknall abhängt. Es ist viel wahrscheinlicher, daß ein Universum existiert das Leben verhindert, als daß eines existiert das Leben ermöglicht. Die Existenz von intelligentem Leben hängt von einer Verschwörung von Anfangsbedingungen ab, die feinabgestimmt sein müssen in einem Grad, der unvorstellbar ist. Der englische Physiker Paul Davies hat beispielsweise errechnet, daß für eine spätere Entstehung von Sternen (ohne die keine Planeten existieren können) die betreffenden Anfangsbedingungen feinabgestimmt sein müssen (mindestens) mit einer Präzision von einer Eins gefolgt von tausend Milliarden Milliarden Nullen. Er schätzt auch, daß eine Änderung in der Stärke der Gravitation oder der schwachen Kernkraft um nur ein Teil in Zehn hoch Einhundert die Entstehung eines Universums, das Leben zuläßt, verhindert hätte. Es gibt eine Unmenge solcher Größen und Konstanten beim Urknall, die in dieser Weise feinabgestimmt sein müssen, damit das Universum Leben zuläßt.
Nun gibt es drei Möglichkeiten, die Feinabstimmung des Universums zu erklären: Naturgesetze, Zufall, oder absichtliche Gestaltung (Design). Welche dieser drei Alternativen ist die plausibelste?
Die erste Erklärungsmöglichkeit erscheint äußerst unplausibel. Diese Konstanten und Anfangsbedingungen sind unabhängig von den Naturgesetzen; daß heißt, in der Welt könnten die gleichen Naturgesetze, aber andere Naturkonstanten und Anfangsbedingungen, gelten. Also ist es falsch, daß das physische Universum so sein muß, wie es ist. Daher brauchen wir eine andere Erklärung für die Feinabstimmung des Universums.
Wie steht es mit der zweiten Erklärungsmöglichkeit, die besagt, daß die Feinabstimmung des Universums Zufall ist? Die Schwierigkeit mit dieser Auffassung ist, daß die Wahrscheinlichkeit daß das Universum aus Zufall für Leben feinabgestimmt ist, so klein ist, daß man das nicht vernünftig annehmen kann. Wer die Feinabstimmung durch die Annahme von Zufall erklären möchte, hat nicht begriffen, in welcher Größenordnung sich die Wahrscheinlichkeiten hier bewegen. Vielleicht kann ich das illustrieren. Wenn wir die Breite des Spektrums der möglichen Werte der Konstanten und Anfangsbedingungen mit der Größe des gesammten Universums gleichsetzen, dann entspricht die Breite des Spektrums der Werte, bei denen Leben möglich ist, 2,5 Zentimetern! Daß alle relevanten Werte durch Zufall so sind, daß Leben möglich ist, ist praktisch unmöglich.
Angesichts der unglaublichen Unwahrscheinlichkeit der Feinabstimmung des Universums für intelligentes Leben ist es also vernünftig zu schließen, daß diese nicht Zufall ist, sondern Ergebnis einer absichtlichen Gestaltung ist.
Wir können dieses zweite Argument wie folgt zusammenfassen:
1. Die Feinabstimmung des Universums kam durch Naturgesetze, durch Zufall oder durch absichtliche Gestaltung (design).

2. Sie kam nicht durch Naturgesetze und nicht durch Zufall.

3. Also kam sie durch absichtliche Gestaltung.


3. Gott erklärt die objektiven moralischen Werte in der Welt.
Wenn Gott nicht existiert, dann gibt es keine objektiven moralischen Werte. Daß es objektive moralische Werte gibt, heißt, daß etwas gut oder schlecht ist unabhängig davon, ob jemand glaubt, daß es so ist. Und meine Behauptung ist, daß moralische Werte nicht objektiv wären, wenn es keinen Gott gäbe.
Viele Theisten und Atheisten sind sich in diesem Punkt einig. Zum Beispiel Michael Ruse, ein Wissenschafts-theoretiker an der Universität Florida, schreibt:
Moral ist Produkt einer biologischen Anpassung nicht weniger, als es Hände, Füße und Zähne sind. Aufgefaßt als eine Menge rational rechtfertigbarer Aussagen über etwas Objektives ist Ethik eine Illusion. Moral ist nur ein Mittel zum Überleben und ... jegliche tiefere Bedeutung ist Illusion.

Friedrich Nietzsche, der große Atheist des neunzehnten Jahrhunderts, der den Tod Gottes verkündigte, verstand, daß der Tod Gottes die Zerstörung allen Sinnes und allen Wertes im Leben bedeutet.
Ich glaube, daß Nietzsche recht hatte.
Aber wir müssen an dieser Stelle sehr vorsichtig sein. Die Frage lautet nicht: „Müssen wir an Gott glauben, um moralisch leben zu können.“ Ich behaupte nicht, daß wir das müssen. Noch lautet die Frage: „Können wir objektive moralische Werte erkennen, ohne an Gott zu glauben?“ Ich glaube, daß wir das können.
Sondern die Frage lautet: „Wenn Gott nicht existiert, gibt es objektive moralische Werte?“ Wie Ruse sehe ich keinen Grund für die Annahme, daß ohne Gott Moral objektiv wäre. Denn wenn es keinen Gott gäbe, was ist dann besonderes an dem Menschen? Der Mensch ist nur ein zufälliges Nebenprodukt der Natur, das sich relativ kürzlich entwickelt hat auf einem Staubkörnchen irgendwo in einem geistlosen Universum und der zum Vergehen in einer relativ kurzen Zeit verurteilt ist. Nach der atheistischen Auffassung, könnte eine Handlung, sagen wir Vergewaltigung, gesellschaftlich nachteilig sein und deshalb im Laufe der Evolution tabu werden; aber das beweist in keiner Weise, daß Vergewaltigung wirklich böse ist. Nach der atheistischen Auffassung ist es, abgesehen von den gesellschaftlichen Folgen, nicht wirklich schlecht, jemanden zu vergewaltigen. Ohne Gott gibt es daher kein Richtig und Falsch, das sich unserem Gewissen aufdrängt.
Aber die Schwierigkeit ist, daß objektive moralische Werte existieren, und tief in uns wissen wir das. Es gibt nicht mehr Grund, die objektive Realität moralischer Werte zu leugnen, als die objektive Realität der physischen Welt. Handlungen wie Vergewaltigung, Folter, oder Kindesmißbrauch sind nicht bloß gesellschaftlich geächtete Verhaltensweisen – es sind moralische Abscheulichkeiten. Ruse selbst gibt zu: “Der Mensch, der sagt, daß es moralisch erlaubt ist, kleine Kinder zu mißbrauchen, ist eben so irrig als der Mensch, der sagt, zwei plus zwei macht fünf.” Manches ist wirklich böse. Liebe, Gerechtigkeit, und Selbstaufopferung sind hingegen wirklich gut. Aber wenn es keine objektiven Werte ohne Gott geben kann, und wenn es objektive Werte gibt, dann folgt logisch und unausweichlich, daß Gott existiert.
Wir können das Argument wie folgt zusammenfassen:
1. Wenn Gott nicht existiert, dann gibt es keine objektiven moralischen Werte.

2. Es gibt aber objektive moralische Werte.

3. Also existiert Gott.


4. Gott erklärt die historischen Tatsachen über das Leben, den Tod, und die Auferstehung Jesu.
Die historische Person Jesus von Nazareth war ein bemerkenswerter Mensch. Kritische Erforscher des Neuen Testaments sind sich weitgehend einig darin, daß der historische Jesus mit einer unerhörten Bewußtsein göttlicher Autorität auftrat, mit der Autorität, an Gottes Stelle zu stehen und zu sprechen. Das ist der Grund, weshalb die jüdischen Leiter seine Kreuzigung unter der Anklage der Blasphemie betrieben. Er behauptete, daß in ihm selbst das Reich Gottes gekommen sei, und als sichtbaren Beweis dieser Tatsache führte er Wunder und Exorzismen aus. Aber die wichtigste Bestätigung seiner Behauptungen war seine Auferstehung vom Tod. Wenn Jesus vom Tod auferstanden wäre, dann läge uns ein göttliches Wunder vor und damit ein Indiz für die Existenz Gottes.
Es gibt drei Tatsachen, die von der Mehrheit der neutestamentlichen Forscher anerkannt werden und die die Annahme der Auferstehung Jesu stützen.
Tatsache 1#: Nach der Kreuzigung wurde Jesu Grab von einer Gruppe von Frauen aus seiner Gefolgschaft am Sonntag Morgen leer aufgefunden. Jakob Kremer, der sich auf die Erforschung des historischen Jesus spezialisiert hat, berichtet: „Die überwiegende Mehrheit der Forscher hält fest an der Verläßlichkeit der biblischen Aussagen über das leere Grab“.
Tatsache 2#: Bei verschiedenen Gelegenheiten haben verschiedene Einzelpersonen und Gruppen Jesus nach seinem Tod lebendig gesehen. Gerd Lüdemann, ein kritischer Erforscher des Neuen Testaments, sagt „Es darf als historisch gewiß gelten, daß Petrus und die Jünger nach Jesu Tod Erfahrungen hatten, in denen Jesus ihnen als der auferstandene Christus erschien.“ Die Zeuge dieser Erscheinungen waren nicht nur Gläubige, sondern auch Ungläubige, Skeptiker und sogar Feinde.
Tatsache 3#: Die Jünger kamen plötzlich zu der Überzeugung, daß Jesus auferstanden ist, obwohl sie eine Auferstehung keineswegs erwartet haben.
Man stelle sich die Lage der Jünger angesichts des Todes Jesu vor:
1. Ihr Leiter war tot. Und die jüdische Messiaserwartung sah die Idee eines Messias, der anstatt über Israels Feinde zu triumphieren, schmachvoll als ein Krimineller hingerichtet wurde, nicht vor.
2. Nach dem Gesetz des Alten Testaments war Jesus durch die Hinrichtung als Häretiker gekennzeichnet, als ein von Gott verfluchter Mensch.
3. Die jüdische Lehre vom Leben nach dem Tod schloß aus, daß jemand vor der allgemeinen Auferstehung der Toten am Ende der Welt zu Verherrlichung und Unsterblichkeit aufersteht.
Trotz all dem, gelangten die Jünger plötzlich zu der Überzeugung, daß Gott Jesus auferweckt hat, und diese Überzeugung war so stark, daß sie bereit waren, im Vertrauen auf die Wahrheit dieser Überzeugung zu sterben. Luke Johnson, ein Erforscher des Neuen Testaments an der Emory Universität, schreibt dazu: „Nur ein sehr eindrückliches, veränderndes Erlebnis kann eine Bewegung in Gang setzen, wie sie das frühe Christentum war.“ Thomas Wright, ein renommierter englischer Forscher, zieht den Schluß: „Deshalb kann ich als Historiker die Entstehung des frühen Christentums nicht erklären ohne anzunehmen, daß Jesus auferstand und ein leeres Grab hinterließ.“
Die Versuche, diese drei Tatsachen wegzuerklären – etwa durch die Annahme, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen oder Jesus sei nicht richtig tot gewesen – werden in der heutigen Forschung allgemein verworfen. Es gibt keine plausible natürliche Erklärung dieser Tatsachen. Daher scheinen mir Christen eine starke Rechtfertigung für die Annahme zu haben, daß Jesus vom Tod auferstanden ist und daß er war, wer er zu sein behauptete. Daraus aber folgt, daß Gott existiert.
Wir können dieses Argument wie folgt zusammenfassen:
1. Es gibt drei etablierte Tatsachen zum Schicksal von Jesus: Die Entdeckung seines leeren Grabes, sein Erscheinen nach seinem Tod, und der Auferstehungsglaube der Jünger.

2. Die Hypothese „Gott hat Jesus vom Tod auferweckt“ ist die beste Erklärung dieser Tatsachen.

3. Die Hypothese „Gott hat Jesus vom Tod auferweckt“ impliziert, daß der von Jesus offenbarte Gott existiert.

4. Also existiert der von Jesus offenbarte Gott.



5. Man kann Gott unmittelbar kennenlernen und wahrnehmen.
Das folgende ist eigentlich kein Argument für die Existenz Gottes, sondern es ist die Behauptung, daß man unabhängig von Argumenten und Indizien, erkennen kann, daß Gott existiert, indem man ihn erfährt. Wie John Hick erklärt war dies die Art und Weise, wie die Menschen in der Bibel Gott kennengelernt haben. Er schreibt:
Gott war ihnen bekannt als ein lebendiger Wille, der ihrem eigenen Willen gegenüber handelte ... Für sie war Gott nicht ... eine vom Geist ersonnene Idee, sondern eine Erfahrungswirklichkeit, die ihrem Leben Bedeutung gab.

Philosophen nennen solche Überzeugungen „berechtigterweise grundlegende Überzeugungen“. Sie gründen nicht auf anderen Überzeugungen, sondern sie gehören zu den Fundamenten des Systems der Überzeugungen eines Menschen. Andere grundlegende Überzeugungen sind die Überzeugung von der Wirklichkeit der Vergangenheit, von der Existenz der externen Welt, und von der Gegenwart anderer geistiger Wesen wie man selbst. Keine dieser Überzeugungen kann durch Indizien bewiesen werden. Wie will man, zum Beispiel, beweisen, daß die Welt nicht erst vor fünf Minuten geschaffen wurde, komplett mit den Erscheinungen des Alters, wie Nahrung vom Frühstück in unseren Mägen, die wir nie gegessen haben, und mit Erinnerungsspuren in unseren Gehirnen von Ereignissen, die wir nie wirklich erlebt haben?
Obwohl solche Überzeugungen für uns grundlegend sind, sind sie nicht willkürlich. Sie haben ihren Grund in einem Hintergrund von Erfahrungen. Vor dem Hintergrund des Sehens, Fühlens und Hörens bestimmter Dinge, bilde ich natürlicherweise die Überzeugung, daß es bestimmte physische Gegenstände gibt, die ich wahrnehme. Meine grundlegenden Überzeugungen sind daher nicht willkürlich, sondern angemessen in Erfahrungen eingebettet. Es mag keine Möglichkeit geben, solche Überzeugungen zu beweisen, und dennoch ist es völlig vernünftig, sie zu haben. Solche Überzeugungen sind nicht nur grundlegend, sie sind berechtigterweise grundlegend.
Auf dieselbe Weise ist die Überzeugung von Gott für die, die Gott suchen, eine berechtigterweise grundlegende Überzeugung, die ihren Grund in unseren Gotteserfahrungen hat.
Wir können diese Überlegungen wie folgt zusammenfassen:
1. Überzeugungen, die einen angemessenen Grund haben, können rationaler Weise als grundlegende Überzeugungen angenommen werden, die sich nicht auf Argumente und Indizien stützen.

2. Die Überzeugung, daß Gott existiert hat einen angemessenen Grund.

3. Also kann die Überzeugung, daß Gott existiert, rational angenommen werden als eine grundlegende Überzeugung, die sich nicht auf Argumente und Indizien stützt.

Wenn das aber stimmt, dann besteht die Gefahr, daß die Argumente für die Existenz Gottes einen von Gott selbst ablenken können. Wenn Sie aufrichtig Gott suchen, wird Gott Ihnen seine Existenz offensichtlich machen. Die Bibel sagt „Suchet Gott, so wird er sich finden lassen“ [Jer. 29:13]. Wir dürfen uns nicht so auf die Argumente konzentrieren, daß wir die Stimme Gottes in uns überhören. Für die, die hören, wird Gott eine unmittelbare Wirklichkeit im Leben.
[Ich fasse zusammen. Wir haben gesehen, daß es fünf gute Gründe für die Annahme gibt, daß Gott existiert:
1. Gott erklärt den Ursprung des Universums.
2. Gott erklärt die Feinabstimmung des Universums für intelligentes Leben.
3. Gott erklärt objektive moralische Werte in der Welt.
4. Gott erklärt das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu.
5. Gott kann unmittelbar erfahren werden.]
Zusammengenommen ergibt sich eine starke Beweislage für die Existenz Gottes. Daher meine ich, daß der christliche Theismus eine plausible Weltanschauung ist, die jeder vernünftige Mensch aufrichtig erwägen sollte.

Translation of W.L. Craig „Does God Exist?“, by Daniel von Wachter, 28.3.2005
Copyright W.L. Craig


Prof. Dr. Dr. Norbert Hoerster
Argumente gegen den Gottesglauben


Beitrag zur Debatte mit Dr. William Lane Craig (München, 25.4.05)

Ist es vernünftig, an Gott zu glauben? Viele Menschen würden heute auf diese Frage antworten:
Das muß jeder für sich entscheiden. Man kann weder die Existenz noch die Nicht-Existenz Gottes
beweisen. Wer Gott zur Bewältigung seines Lebens braucht, der soll halt an Gott glauben. Wer
auch ohne Gott zurecht kommt, der soll es lassen.
Diese Sichtweise der Dinge ist nicht völlig falsch. Sie macht es sich jedoch zu einfach. Das wird
deutlich, wenn wir uns etwa fragen, wie wir mit dem Glauben an die Astrologie umgehen würden,
der ja auch für manche Menschen eine wichtige Funktion in ihrem Leben hat. Hier würden doch
die meisten intelligenteren Menschen sagen: Bevor ich mein Leben nach irgendeinem Horoskop
ausrichte, möchte ich zunächst einmal Argumente dafür sehen, daß die Sterne wirklich unser
Leben beeinflussen.
Ebenso aber sollte ein intelligenter Mensch, so schein mir, dem Gottesglauben begegnen. Er sollte
sich fragen, ob es nicht vielleicht gewisse Argumente für den Gottesglauben gibt, die diesen
Glauben jedenfalls als rationaler oder vernünftiger erweisen als den Unglauben.
Wenn ich hier von Gott spreche, so meine ich ausschließlich den monotheistisch verstandenen
Gott, insbesondere den Gott der Christen. Dieser Gott läßt sich wie folgt definieren:
1. als ein ewig existentes geistiges Wesen ohne einen Körper;
2. als ein Wesen, das absolut vollkommen, also insbesondere allmächtig und allgütig ist; und
3. als ein Wesen, das in seiner Allmacht und Allgüte die Welt mitsamt dem Menschen erschaffen
hat und lenkt. -
Ich komme nun zu einigen zentralen Argumenten der Monotheisten oder einfach Theisten für die
Existenz dieses Gottes. Da ist vor allem das Argument aus der Existenz der Welt: Da es eine Welt
gibt, muß es auch jemanden geben, der die Welt erschaffen hat. Denn alles in der Welt (jedes
Ereignis in der Welt) hat, wie uns die Wissenschaft lehrt, eine Ursache. Also muß auch die Welt als
ganze eine Ursache haben; und diese Ursache ist Gott.
Der erste Einwand gegen dieses Argument liegt auf der Hand: Warum kann die Welt, also das
Universum, nicht zeitlich unendlich, also ohne Anfang und Ende sein, eine unendliche Abfolge
stets neuer Ursachen und Wirkungen? Schließlich ist zum Beispiel auch die Reihe aller geraden
Zahlen unendlich: Man kann immer noch eine weitere Zahl hinzudenken.
Manche Theisten meinen, daß die moderne Physik gezeigt habe, daß das Universum tatsächlich
einen Anfang in der Zeit hatte. - Dies ist offenbar auch die Auffassung von Herrn Craig. - Und zwar
wird behauptet, der Beginn des Universums falle mit dem sogenannten Urknall vor etlichen
Milliarden Jahren zusammen.
Nun, ich bin zwar kein Physiker. Die Behauptung aber, daß es vor dem sogenannten Urknall
definitiv nichts gegeben hätte, ist schon prinzipiell, verstanden als eine Behauptung der
Naturwissenschaft, kaum belegbar und wird auch meines Wissens von den meisten Physikern gar
nicht aufgestellt. Was man als Wissenschaftler guten Gewissens eventuell behaupten kann, ist
dies:
Vor dem Urknall hat es tatsächlich keine Materie und keine Energie in der späteren, uns geläufigen
Form gegeben. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß wir eines Tage vielleicht sogar erklären
können, wie eine frühere Form von Materie bzw. Energie näherhin beschaffen war und wie es auf
der Basis dieser früheren Form von Materie bzw. Energie dann zum Urknall kam.
Wir benötigen also die Gotteshypothese nicht, um den Urknall zu erklären. Und wir benötigen die
Gotteshypothese ebenso wenig, um die Entstehung von Leben auf dieser Erde zu erklären. Auch
hier reicht eine rein naturalistische Erklärung aus.
Wenn das Universum nämlich - in dieser oder jener Form - schon ewig existiert hat und wenn es
außerdem vor dem Urknall möglicherweise schon eine unendliche Vielzahl von mit Materie und
Energie sehr unterschiedlich ausgestatteten Welten gegeben hat, warum sollte dann nicht eine
dieser unendlichen Welten - nämlich unsere Welt - tatsächlich die für die Entstehung von Leben
erforderliche spezielle Ausstattung aufweisen? Unter Millionen von Lottospielern gibt es ja auch
immer mal wieder diesen oder jenen einzelnen Gewinner!
Ich gebe gerne zu: Diese von mir angestellten Überlegungen sind nicht zwingend. Doch die
angeblich aus den Naturwissenschaften abgeleitete Lehre vom Beginn des Universums in der Zeit
ist sicher ebensowenig zwingend. Der Theist aber ist es, den für seine These die Beweis- oder
Argumentationslast trifft. -
Nehmen wir nun aber argumentationshalber einmal an, es ließe sich tatsächlich wissenschaftlich
zeigen, daß das Universum vor etlichen Milliarden Jahren buchstäblich aus dem Nichts entstanden
ist. Dann wäre dieser Beginn des Universums in der Tat ein mysteriöses, als solches
unerklärliches Ereignis. - Ich möchte jedoch behaupten: Dieses Ereignis bleibt im Grunde ebenso
mysteriös und unerklärlich, wenn wir zur Auflösung des Mysteriums einfach einen Gott postulieren,
der dieses Ereignis angeblich verursacht hat.
Denn 1. wie kann ein rein geistiges Wesen Materie aus dem Nichts schaffen? Und 2. wie kann ein
rein geistiges Wesen auf die von ihm geschaffene Materie in irgendeiner Weise gestaltend
einwirken, ohne zu diesem Zweck seinen eigenen materiellen Körper - der Gott aber per
definitionem fehlt - benutzen zu müssen?
Ich kenne keine befriedigende Antwort auf diese Fragen. - Bitte bedenken Sie: Die einzigen uns
bekannten Wesen, die durch ihren Geist etwas schaffen oder bewirken können, sind Menschen -
in einem gewissen Sinn auch Tiere - vor allem aber Menschen.
So kann ein besonders intelligenter Erfinder sich vielleicht ein Fernsehgerät ausdenken, das nicht
größer als eine Armbanduhr ist. Doch kein noch so intelligenter Erfinder, meine Damen und Herren
- niemand überhaupt - kann ein solches Fernsehgerät wirklich herstellen, ohne dabei 1.
irgendwelches Rohmaterial, also irgendwelche Materie zu benutzen - und zwar Materie, die er
nicht etwa selbst mithilfe seines Geistes geschaffen hat, sondern die er als Materie bereits
vorfindet. Und kein noch so intelligenter Erfinder kann ein solches Gerät wirklich herstellen, ohne
sich dabei 2. nicht etwa nur seines Geistes, sondern auch seines Körpers zu bedienen.
Mit anderen Worten: Jeder uns bekannte, also jeder menschliche Geist, der Materie in irgendeiner
Weise gestalten will, muß zu diesem Zweck erstens bereits Materie vorfinden und zweitens die
Materie seines eigenen Körpers - seine Augen, seine Hände, seine Muskeln usw. - bei seiner
Tätigkeit zum Einsatz bringen.
Die Vorstellung, daß ein körperloser Geist so etwas wie Sterne aus dem Nichts formen kann,
erscheint mir nicht weniger mysteriös als etwa die astrologische Vorstellung, daß Sterne den
menschlichen Geist formen können.
Außerdem: Hat Gott, indem der das Universum angeblich speziell für den Menschen erschaffen
hat, nicht reichlich viel Aufwand getrieben angesichts der Tatsache, daß er diesen Menschen im
unendlichen Universum einzig auf unserer kleinen Erde erscheinen ließ - und dies im zeitlichen
Rahmen eines Vorspiels von Milliarden Jahren (bevor der Mensch überhaupt auf der Erde
auftaucht) und eines vermutlich ebenso langen Nachspiels (nachdem der Mensch wieder von der
Erde verschwunden ist)?
Wenn nicht - von unserer menschlichen Warte aus betrachtet - lieber weniger Quantität, dafür aber
etwas mehr Qualität? Was hat eine große Familie davon, allein in einem wunderbaren, riesigen
Schloß zu wohnen, wenn sie nur zwei Zimmer in dem Schloß nutzen kann und wenn diese beiden
Zimmer außerdem noch dürftig ausgestattet sind?
Schließlich und endlich: Es spricht absolut nichts dafür, daß das Universum, selbst wenn es von
einem Geist erschaffen wurde, nur von einem einzigen Geist erschaffen wurde. Könnten sich nicht
ebenso gut mehrere Götter die Arbeit geteilt haben - vielleicht sogar (angesichts der unzureichenden
Qualität dieser Welt), ohne daß diese Arbeitsteilung sehr professionell organisiert war?
Die unzureichende Qualität, die Unvollkommenheit dieser Welt. - Damit bin ich an dem
vielleicht entscheidenden Punkt meiner Einwände gegen den Theismus angelangt. Können wir
wirklich aus der Beschaffenheit der Welt jemals auf den monotheistisch verstandenen, den
christlichen Gott schließen? Bitte erinnern Sie sich:
Dieser Gott ist definiert nicht etwa nur als Schöpfer der Welt, sondern als Schöpfer der Welt, der
gleichzeitig durch eine höchste Vollkommenheit jeder Art, also insbesondere durch eine
vollkommende Macht und durch eine vollkommende Güte ausgezeichnet ist. Die göttliche Allmacht
sowie die göttliche Allgüte sind für jeden Monotheisten neben der göttlichen Schöpferkraft die
wesentlichen und unverzichtbaren Eigenschaften seines Gottes.
Nun: An der Allmacht eines Gottes, der die Welt aus dem Nichts erschaffen hat, scheint in der Tat
kein Weg vorbeizugehen. Aber wie steht es mit der moralischen Vollkommenheit, der Allgüte
dieses Gottes? Ich frage mich: Wie kann ein vernünftiger Mensch, der mit offenen Augen die Welt
betrachtet, überhaupt auf die Idee kommen, daß diese Welt das Werk eines Gottes ist, den man
ohne weiteres als allgütig bezeichnen kann?
Was ich hier anspreche, ist bekanntlich das sogenannte Problem des Übels oder Theodizee-
Problem, das Problem also der Rechtfertigung Gottes angesichts des unbezweifelten Übels in der
von Gott geschaffenen Welt. Nach meiner Überzeugung ist dieses Problem bislang von keinem
Theisten auch nur annähernd gelöst worden. Ohne die Lösung dieses Problems aber hängt der
monotheistische Gottesglaube begündungstheoretisch in der Luft.
Warum können die gängigen Lösungsversuche nicht überzeugen? Betrachten wir vor allem das
natürliche Übel, also jenes Übel, das - anders als das sogenannte moralische Übel - auch ohne
Zutun des Menschen in der Welt vorhanden ist. Wieso konnte ein dem Menschen in unendlicher
Allgüte zugetaner Gott die Welt so erschaffen und gestalten, daß sie so offenkundige Übel enthält
wie Krankheiten, Seuchen und Naturkatastrophen vielfältigster Art?
Man denke in diesem Zusammenhang etwa an die Krebskrankheit, an das Malariafieber, an
Erdbeben, Hungerkatastrophen, Überschwemmungen usw.
In jüngster Zeit wird dieses Problem des Übels von Theologen und Philosophen oft nur noch in
Form der Frage formuliert: Kann man nach Auschwitz noch an einen allmächtigen und allgütigen
Gott glauben? Diese ausschließliche Fixierung auf das moralische, also von Menschen wie einem
Adolf Hitler verursachte Übel stellt jedoch eine gewaltige Verkürzung des Problems, ja sogar eine
gewisse Irreführung dar.
Der bekannte katholische Philosoph Robert Spaemann hat eindeutig unrecht, wenn er etwa
behauptet: "Die natürlichen Leiden sind ja kaum erwähnenswert gegenüber denen, die der Mensch
dem Menschen antut".
Ich möchte das Gegenteil behaupten: Die natürlichen Leiden sind die schlimmeren - abgesehen
davon, daß ja auch ein Adolf Hitler letztlich ein Produkt der von Gott geschaffenen Natur ist. In
diesem Zusammenhang nur zwei Fakten: Es ist keine Besonderheit, daß ein Erdbeben, wie
kürzlich das Seebeben in Asien, mehrere 100.000 Opfer fordert. Schon ein Erdbeben in China im
Jahr 1976 forderte 250.000 Tote und ca. 1 Million Verletzte.

Noch mehr zu denken aber gibt die folgende Zahl: Seit Jahren gehen weltweit täglich circa 35.000
Kinder an Hunger und Krankheit jämmerlich zugrunde. Täglich 35.000, das macht etwa 13
Millionen pro Jahr. - Derartige Opferzahlen hat selbst ein Hitler oder Stalin nicht erreicht.
Hätte ein allgütiger Gott die Welt nicht ohne solche Grausamkeiten der Natur erschaffen können, ja
erschaffen müssen? Richtig ist zwar: Diese Grausamkeiten der Natur sind die Folge von
Gesetzen, denen die Natur unterworfen ist, die Folge von Naturgesetzen. Gott aber ist es doch,
der die Welt einschließlich all ihrer Naturgesetze aus dem Nichts erschaffen hat.
Und Gott in seiner Allwissenheit hat ebenfalls sämtliche Auswirkungen und Folgen der von ihm
geschaffenen Naturgesetze vom Weltanfang bis zum Weltende bereits vorausgesehen. Hätte er
also, falls er tatsächlich auch ein allgütiger Gott ist, die Welt nicht mit anderen, dem menschlichen
Wohl zuträglicheren Naturgesetzen erschaffen müssen?
Ich frage Sie: Wie kann man angesichts des tatsächlichen Zustandes der Welt rationalerweise
überhaupt auf den Gedanken kommen, daß der Schöpfer der Welt ein allgütiges, dem Menschen
wohlgesonnenes Wesen ist? - Der wichtigste Versuch der Theisten, mit diesem Problem fertig zu
werden, sieht so aus.
Jene Naturgesetze, die zu den genannten natürlichen Übeln führen, haben in Wahrheit auch
positive Konsequenzen, das heißt sie führen in der von Gott geschaffenen Welt auch zu Gütern -
und zwar zu Gütern, die die genannten Übel mehr als aufwiegen. - Dies ist in der Tat, das muß
man zugeben, denkbar.
Tatsächlich hat aber kein Theist bislang zeigen können, daß mit solchen Übeln wie
Naturkatastrophen und Krankheiten irgendwelche größeren Güter wirklich verbunden sind. Und
außerdem: Es würde nicht genügen, wenn der Theist solche Güter tatsächlich benennen könnte.
Denn: Ein Gott, der allmächtig ist, hätte ja die bestehenden Naturgesetze in der Weise ändern
oder modifizieren können, daß die Güter zwar erreicht, die Übel aber vermieden worden wären.
Was hätte Gott denn daran hindern können, die uns benannten Naturgesetze rechtzeitig so zu
verändern, daß Übel wie Krebs und Erdbeben vermieden worden wären? Daß auf der anderen
Seite jedoch die betreffenden Güter, die diese Naturgesetze ebenfalls hervorbringen - falls es
solche Güter überhaupt gibt - erhalten geblieben wären?
Es hat sich im Laufe der Zeit - glücklicherweise - herausgestellt, daß es sogar dem Menschen mit
seinen eher bescheidenen Fähigkeiten möglich war, jedenfalls einige Krankheiten und
Naturkatastrophen auszurotten bzw. in ihren Auswirkungen in den Griff zu bekommen. Für einen
allmächtigen Gott aber, der dasselbe Ziel gehabt hätte, wäre dieses Ereignis doch noch viel
leichter zu erreichen gewesen.
Hierauf nun lautet die Antwort einiger Theisten so: Gott wollte dieses Ziel bewußt gar nicht
erreichen. Er wollte vielmehr dem Menschen als einem mit einem freien Willen ausgestatteten
Wesen die Chance geben, sich im Kampf mit dem natürlichen Übel moralisch zu bewähren.
Der hohe Wert einer gelungenen moralischen Bewährung aber wiegt den Unwert der zu diesem
Zweck erforderlichen Übel mehr als auf. - Diese Antwort jedoch erweist sich schon bei geringem
Nachdenken als völlig unzureichend.
1. Ist ein jahrelanges Leiden von kranken Kindern wirklich damit zu rechtfertigen, daß sie ein
mitleidiger Arzt auch ohne Honorar nach Jahren schließlich heilt und sich dadurch vor Gott
moralische Verdienste erwirbt?
2. aber: Gegen sehr viele natürliche Übel kann der Mensch - selbst bei äußerster Anstrengung -
überhaupt nichts ausrichten! Kann er zum Beispiel Erdbeben samt ihren Folgen verhindern? Kann
er den natürlichen Tod jedes Menschen besiegen? So viel zu diesem misslungenen
Lösungsversuch des Theisten.
Die sonst noch gängigen Antworten von Gläubigen, insbesondere von Theologen auf die
Herausforderung des Problems des Übels sind leider so realitätsfern, daß man nicht näher auf sie
eingehen muß.
So las ich kürzlich in einer bekannten Zeitschrift in einem Beitrag, der Ratschläge zur religiösen
Unterweisung von Kindern gab, man solle Kindern auf die Frage "Warum läßt es Gott zu, daß die
Menschen krank werden oder sterben?" zur Antwort geben: "Wenn es keine kranken Menschen
geben würde, würden wir gar nicht wissen, daß wir gesund sind. Wenn niemand sterben würde,
wüßten wir nicht, daß wir leben".
Diese wahrhaft geniale Lösung des Theodizee-Problems hat, das sei hinzugefügt, sogar den
Vorteil, daß sie gleichzeitig auch für die Problemlösung des moralischen, also des von Menschen
verursachten Übels den Schlüssel liefert.
So sollte man auf die Frage "Warum hat Gott es zugelassen, daß Adolf Hitler Millionen Menschen
umgebracht hat?" den Kindern vermutlich antworten: "Damit ihr wißt, wie gut ihr es heute unter
Gerhard Schröder habt". Kindererziehung zum Gottesglauben im Jahre 2005!
Natürlich wäre speziell zum Problem des moralischen Übels noch manches zu sagen. Alles in
allem sehe ich jedoch nicht annähernd, wie der Theist uns zeigen kann, daß jener Gott, der die
Welt in seiner Allmacht aus dem Nichts erschaffen haben soll, gleichzeitig ein moralisch
vollkommenes, allgütiges Wesen ist.
Wenn der Theist dies aber nicht zeigen kann, dann verliert der Gottesglaube offenbar für die
menschliche Lebenspraxis jegliche Relevanz.
Dies war auch die entschiedene Meinung des großen Aufklärungsphilosophen David Hume, für
den ein Gottesglaube, der rational vertretbar sein will, sich reduzieren läßt auf die These, daß das
Universum nicht notwendig nur aus Materie besteht, sondern daß (ich zitiere) "das ursprüngliche
Ordnungsprinzip im Universum eine gewisse, entfernte Ähnlichkeit mit menschlicher Intelligenz
hat". Am Wohlergehen der Menschen scheint dieser Gott für David Hume so wenig interessiert zu
sein wie am Wohlergehen der Ameisen oder der Elefanten.
Ganz ähnlich sah es übrigens Albert Einstein, der in einem Interview einmal sagte, er glaube zwar
an einen Gott, der (ich zitiere) "sich in der planmäßigen Harmonie dessen, was ist, offenbart" -
nicht aber an einen Gott, der "sich um die Schicksale und Handlungen von Menschen kümmert".
Und der zeitgenössische amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg schreibt
speziell im Zusammenhang mit dem Problem des Übels: "Ich kann für Versuche, Gottes Umgang
mit den Menschen zu rechtfertigen, kein Verständnis aufbringen. Falls es einen Gott gibt, der
besondere Pläne mit den Menschen hat, dann hat dieser Gott sich wirklich große Mühe gegeben,
sein Interesse an uns nicht sichtbar werden zu lassen. Es erschiene mir unhöflich, wenn nicht gar
respektlos, einen solchen Gott mit unseren Gebeten zu behelligen".
Fazit: Selbst ein ewiges geistiges Wesen oder Gestaltungsprinzip, auf das die Welt, wie wir sie
kennen, zurückgeht, bleibt für unser moralisches Handeln und für die praktische Bewältigung
unseres Lebens bedeutungslos. -
Es verwundert unter diesen Umständen nicht, daß jene Theisten, die sich zur Rechtfertigung ihrer
moralischen Überzeugungen gern auf Gott berufen, nicht selten zu außerordentlich
unterschiedlichen, ja widersprüchlichen Urteilen kommen.
Man hat den Eindruck, daß die Betreffenden ihren jeweiligen moralischen Einstellungen dadurch
eine besondere Legitimation verschaffen wollen, daß sie diese moralischen Einstellungen einfach
in einen fingierten göttlichen Willen hineinlegen. - Die möglichen Beispiele für dieses Phänomen
sind Legion. Ich beschränke mich auf das folgende Beispiel.
Wer, so fragt man sich, hat den göttlichen Ratschluß eigentlich auf seiner Seite: Papst Benedikt
XVI., der sich kürzlich sehr deutlich gegen den Krieg der USA gegen den Irak ausgesprochen hat;
oder Präsident George W. Bush, der, wie er der Welt mehrfach versichert hat, unmittelbar von Gott
beauftragt wurde, im Kampf gegen das Böse die islamischen Staaten die wahren Werte Gottes zu
lehren - und dies selbst unter Inkaufnahme von mehr als 100.000 unschuldigen Opfern?
Übrigens hat auch der an Gott glaubende Adolf Hitler nie einen Zweifel daran gelassen, daß er,
Hitler, mit seiner Politik eine ihm - ich zitiere aus Hitlers Buch "Mein Kampf" - "vom Schöpfer des
Universums zugewiesene Mission" erfülle.
Derartige Beispiele zeigen: Selbst dann, wenn wir ausreichenden Grund hätten, an einen Gott zu
glauben, der in vollkommener Güte den Menschen zugetan ist (was nicht der Fall ist), so würden
wir ganz offenbar für unsere Lebenspraxis immer noch nicht wissen, wie dieser Gott, an den wir
glauben, sich unser Leben, vor allem unser soziales Zusammenleben, eigentlich vorstellt.
Anmerkung: Eine ausführliche Erörterung aller angesprochenen Fragen enthält das Buch:

"Norbert Hoerster, Die Frage nach Gott", München 2005.


Dr. Michael Schmidt-Salomon, Trier
„Existiert Gott?“
Beitrag zur gleichnamigen Debatte mit dem amerikanischen Intelligent-Design-Vertreter Dr. William Lane Craig
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 26.4.2005


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich herzlich für die freundliche Einladung nach Düsseldorf. Selten genug kommt es zu einem gedanklichen Austausch zwischen religiösen und nicht religiös denkenden Menschen. Insofern bietet die heutige Veranstaltung die seltene Chance, voneinander lernen zu können.

Obgleich ich also unsere heutige Debatte als prinzipiell sinnvoll einschätze, komme ich paradoxerweise nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass die Frage, die dieser Veranstaltung den Titel gibt, „Existiert Gott?“ in dieser allgemeinen Form sinnlos ist. Warum? Weil die Frage nach der Existenz Gottes solange unbeantwortbar bleibt, solange nicht klar ist, was man unter dem Begriff „Gott“ versteht. Um entscheiden zu können, ob ein Begriff einen realen Sachverhalt beschreibt oder nicht, muss man wissen, welches Bündel von Eigenschaften diesem Begriff zugeordnet werden soll.

Nehmen wir einmal an, Sie definierten Gott im Sinne der Mystiker als „Summe allen Seins“, als metaphysisches Wesen, das jenseits unserer Wahrnehmung den gesamten Kosmos erfüllt. Würde ich als Atheist die Frage „Existiert Gott?“ vor dem Hintergrund dieser Gottesdefinition mit „Nein“ beantworten? Gewiss nicht, denn es wäre im höchsten Maße unsinnig, eine Aussage über die Existenz oder Nichtexistenz eines Wesens machen zu wollen, das per definitionem nicht wahrgenommen werden kann! Das einzige rationale Argument, das man gegen diese Gottesvorstellung vorbringen könnte, wäre, dass man im alltäglichen Sprachgebrauch auf einen solchen Begriff von Gott getrost verzichten kann. Denn ein Gott, der alles umfasst, ist begrifflich von nichts mehr unterscheidbar. Er wäre Alles und Nichts, Bestandteil von Bibel und Kommunistischem Manifest, von Ringelröschen, Bandwürmern und Vernichtungslagern, von Klöstern und Sexshops, Gottesdiensten und Abtreibungskliniken, Priesterseminaren und Swingerclubs. Auf einem solchen, alle Eigenschaften umfassenden und damit eigenschaftslosen Gott lässt sich keine Religion begründen, weshalb auch kein Atheist mit Verstand starke Bedenken gegen eine solche Gottesvorstellung vorbringen sollte.

Wie Sie an diesem Beispiel sehen können, muss ein entschiedener Atheist wie ich nicht jede Gottesvorstellung rigoros ablehnen, ebenso wenig wie ein entschiedener Theist wie Dr. Craig jeden Gottesglauben akzeptieren muss. Tatsächlich leugnet Dr. Craig fast ebenso viele Gottesvorstellungen wie ich. (Man denke nur an die unzähligen hinduistischen Götter oder die Götter indianischer Stämme.) Der Unterschied zwischen dem christlichen Theismus, den Dr. Craig vertritt, und meinem „Atheismus“ besteht im Kern darin, dass er die Existenz von vielleicht 500.000 Göttern bestreitet, ich hingegen die von 500.001…

Ich betone dies deshalb so stark, weil wir uns bewusst sein müssen, dass Dr. Craig hier nicht versucht, die Möglichkeit der Existenz Gottes oder göttlicher Wesen per se zu verteidigen. Es geht ihm vielmehr um eine spezifische Gottesvorstellung, nämlich jene, die ihm zufälligerweise als Kind nahe gebracht wurde, die christliche.

Der Gott, dessen Existenz Dr. Craig beweisen will, ist also keinesfalls der eigenschaftslose, unpersönliche, eigentlich rein metaphorische „Gott“ Albert Einsteins, von dem der Physiker nur eines zu wissen glaubte, nämlich dass dieser Gott nicht würfelt. Craig schwebt ein als Person gedachter Gott mit spezifischen Eigenschaften und Interessen sowie recht eigentümlichen ethischen Maßstäben vor. Dies müssen wir uns vor Augen halten, wenn wir die Argumente beurteilen wollen, die Dr. Craig vorbringt, um die Existenz Gottes zu verteidigen.

Craigs kosmologische „Gottesbeweise“ (Thesen 1-3)

In seinen ersten drei Thesen versucht Craig seinen Gottesglauben mit kosmologischen Argumenten zu untermauern. Craig meint, dass das Universum eine Erstursache haben müsse, die größer sei als das Universum selbst. Diesen kreativen Ursprung nennt er Gott. Natürlich kann er das Problem der Erstverursachung durch diesen Kniff nicht lösen, er verlagert es bloß um eine Stelle nach hinten. Eigentlich müsste man jetzt fragen: Was ist der Ursprung Gottes? Diese Frage aber hält Dr. Craig für unzulässig, da er Gott als ein ewiges Wesen definiert, das in sich selbst seine Ursache habe.

Was Craig auf diese Weise „Gott“ zubilligt, könnte man natürlich ebenso gut für das Universum einklagen. Auch das Universum könnte als ewig existent und in sich selbst begründet definiert werden. Um dieses elegante Argument abzuwenden, behauptet Craig, dass die Theorie des Urknalls dem Postulat eines ewig seienden, aus sich selbst entstandenen Universums widersprechen würde. Hier jedoch irrt er gewaltig!

Die Mehrheit der Forscher geht heute nämlich davon aus, dass vor dem sogenannten Urknall ein energiereiches, möglicherweise ewig existentes Vakuum vorherrschte, dessen Energiefluktuationen zu jenem inflationären Ereignis führten, das wir heute als Big Bang beschreiben. Das heißt: Auch wenn wir den Urknall als Auslöser der Entstehung des uns bekannten Kosmos begreifen können, so war er doch keinesfalls ein Anfang ohne entsprechende physikalische Voraussetzungen. Ein göttlicher Erstverursacher zur Erklärung des Urknalls ist also keineswegs vonnöten, ein energiereiches Vakuum, dessen gewaltige Kräfte wir (im Unterschied zur fabulierten Gottesmacht) an Hand von Supernova-Messungen empirisch nachvollziehen können, reicht hierzu völlig aus.

Etwas raffinierter als das Argument des notwendigen Erstverursachers ist Craigs drittes Argument, welches besagt, dass die sog. „Feinabstimmung des Universums“ die Vorstellung nahe lege, dass ein „intelligenter Designer“ seine Hände im Spiel habe. In der Tat ist es auf den ersten Blick erstaunlich, wie genau die Parameter des von uns beobachtbaren Universums auf die Erfordernisse des Lebens abgestimmt sind. Wenn zum Beispiel die Entropie nach dem Urknall nicht so gering gewesen wäre, befände sich das Universum längst in einem thermodynamischen Gleichgewicht und es hätten sich keine komplexen Strukturen bilden können…

Wer aber nun meint, die sog. Feinabstimmung sei ein zwingendes Argument zur Annahme der Existenz eines intelligenten Planers, der unterliegt einem trivialen, finalistischen Fehlschluss. Zwar stimmt es, dass wir nur deshalb existieren, weil entsprechende kosmologische Bedingungen vorliegen. Das heißt jedoch nicht, dass diese Bedingungen vorherrschen, damit wir existieren können.

Ich will die hier zum Vorschein kommende Verwechslung von Ursache und Zweckbestimmung an einem Beispiel verdeutlichen: Ich wage zu behaupten, dass niemand in diesem Raum existieren würde, wenn es Adolf Hitler Anfang der Dreißiger Jahre nicht gelungen wäre, sein verbrecherisches Regime in Deutschland zu etablieren. Warum? Weil ohne die weltweiten Irritationen, die durch dieses geschichtliche Ereignis ausgelöst wurden, unsere Eltern, sofern sie überhaupt existiert hätten, niemals zusammengekommen wären – und wenn doch, hätten sie wohl nie in exakt demselben Moment miteinander sexuell interagiert, so dass exakt diese Samenzelle auf exakt jene Eizelle hätte treffen können, deren Kombination wir unsere eigene Existenz verdanken.

Heißt das nun, dass Hitler mit seiner Machtergreifung bezweckte, dass Sie, liebe ZuhörerInnen, irgendwann einmal geboren werden und somit u.a. einer Debatte zur Existenz Gottes an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beiwohnen können? Nun, ich hoffe nicht, dass irgendjemand hier im Raum tatsächlich auf den absurden Gedanken kommt, Hitler als intelligenten Designer dieser Veranstaltung zu begreifen…

Fest seht, dass selbst kleinste Abweichungen im Lebensweg unserer Eltern, Großeltern, Urgroßeltern etc. dazu hätten führen können, dass wir nie geboren worden wären. Mit anderen Worten: Es ist nichts weiter als ein einmaliger – und in Anbetracht der vielen alternativen Möglichkeiten höchst unwahrscheinlicher! – historischer Zufall, dass ausgerechnet wir hier heute zusammentreffen. Ebenso handelt es sich wohl auch nur einen kosmologischen Zufall, dass das uns bekannte Universum genau jene Kriterien aufweist, die unsere Existenz ermöglichen. In anderen Universen (mittlerweile geht ja ein Großteil der Forscher nicht mehr von einem Universum, sondern von unzählig vielen Universen aus!) könnte dies völlig anders aussehen, d.h. die kosmologischen Parameter so bestimmt sein, dass Leben dort per se nicht möglich ist.

Bis hierhin, habe ich versucht aufzuzeigen, dass es zwar denkmöglich, aber weder zwingend noch sinnvoll ist, von einem wie auch immer gearteten Designer des Universums auszugehen. Aber Craigs Designer ist nicht bloß „irgendwie geartet“, er hat spezifische Eigenschaften, vor allem ist er „intelligent“, ja, mehr als das: das Optimum an Intelligenz, ein allwissender, allmächtiger Gott! Mit dieser Annahme nun wird Craigs Argumentation noch problematischer, als sie ohnehin schon ist.

Denn angenommen, dass ein allwissender, allmächtiger Gott tatsächlich das Universum geschaffen hätte, damit Menschen darin leben und dem von ihm vorgegebenen Heilsplan folgen können, warum hat Gott zur Erreichung dieses Ziels bloß soviel sinnlosen Aufwand betrieben? Warum erschuf er ein gigantisches Multiversum, das ja in weiten Teilen keinerlei Leben ermöglicht, wenn es doch eigentlich nur um das Seelenheil jener affenartigen, auf zwei Beinen laufenden Säugetiere geht, die einen winzig kleinen Planeten am Rande der Milchstraße bewohnen? Hätte es für die ihm unterstellten Zwecke nicht völlig genügt, eine kleine Scheibe mit darüber gewölbtem Firmament zu erschaffen – etwa so wie sich die Verfasser des biblischen Schöpfungsmythos die Welt vorstellten? Wie sollen wir uns erklären, dass dieser angeblich hyperintelligente Designer zunächst a) eine ungeheure Vielfalt von Dinosauriern erschuf, später b) einen riesigen Felsbrocken auf deren Heimatplanet einschlagen ließ, damit c) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d) Platz zu schaffen für die vermeintliche Krönung der Schöpfung, Homo sapiens sapiens?

Wie „intelligent“, bitteschön, kann ein „Designer“ sein, der eine derartig groteske Arbeitsweise an den Tag legt?! Keine noch so chaotische Grafikagentur, kein Fahrzeughersteller, keine Modefirma, kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, würde einen Designer mit einer derart verheerenden Kosten-Nutzen-Bilanz einstellen!

Halten wir fest: Schon die Theorie eines kosmologischen Designers ist rational schwerlich zu begründen, die Unterstellung aber, dass dieser angebliche Kosmos-Designer angesichts seiner völlig chaotischen Arbeitsmethode auch noch „intelligent“ vorgegangen sein soll, ja dass es sich bei ihm sogar um einen allwissenden, allmächtigen Gott handelt, lässt sich in punkto Absurdität kaum noch überbieten..


Der moralische „Gottesbeweis“ (These 4)

Mit seiner vierten These verlässt Dr. Craig die Kosmologie und betritt den Boden der Moralphilosophie. Hier versucht er, die Existenz Gottes über die Existenz vermeintlich „objektiver moralischer Werte“ zu begründen. Diese These scheitert daran, dass a) Werte weder objektiv sind noch b) über eine Gottesvorstellung vernünftig begründet werden können.

Auf Letzteres hat schon Sokrates 400 vor Christus hingewiesen, was zeigt, dass Craigs Argument, wenn es denn stimmen würde, keineswegs ein hinreichender Grund dafür wäre, warum wir aus dem reichen Fundus menschlicher Gottesvorstellungen nun ausgerechnet auf die christliche zurückgreifen müssten.

Sokrates’ Argumentationsfigur beruht im Kern auf zwei einfachen Fragen: 1. Sind Gottes Gebote deshalb gut, weil Gott sie gebietet? 2. Wenn ja, wäre es dann moralisch gerechtfertigt, Kinder zu foltern oder zu ermorden, wenn Gott ein entsprechendes Gebot aufstellte?

Diese Fragestellung bringt den Gläubigen in ein ethisches Dilemma. Entweder er gibt die These auf, Werte seien über Gottes Gebote begründet (was eventuell seinem Glauben widersprechen würde) oder aber er muss akzeptieren, dass Gottes Gebote auch dann noch gültig sind, wenn sie offensichtlich Inhumanes einfordern.

Um sich aus diesem Dilemma zu befreien, könnte der Gläubige nun behaupten, dass ein allgütiger Gott niemals derartig grausame Gebote erlassen würde (was übrigens im Falle des Christengottes nicht stimmt, der beispielsweise im alten Testament die Ausrottung ganzer Völker befohlen hat!). Eine solche Argumentation würde allerdings nur zeigen, dass der Gläubige – losgelöst von allen vermeintlichen göttlichen Vorgaben! – über eigene moralische Standards verfügt, anhand derer er selbst Gottes Güte beurteilt. Damit wiederum wäre bewiesen, dass der Gläubige seine eigenen Werte bloß auf Gott projiziert - und nicht, wie er meint, eigene Werte von diesem ableitet.

Tatsächlich haben Menschen in der Geschichte immer wieder ihre historisch gewachsenen Wertvorstellungen als Gebote Gottes ausgeben und dadurch argumentativ unangreifbar gemacht, was meist mit fatalen gesellschaftlichen Konsequenzen verbunden war. Weil sich Menschen Gott stets nach dem eigenen historischen Ebenbild schufen, musste der Gott des alten Testamentes in erschreckender Permanenz Vernichtungskriege gegen die generischen Völker Israels führen, glaubten Christen bis in die jüngste Vergangenheit hinein, ihre heilige Pflicht vor Gott bestünde darin, Juden als vermeintliche Gottesmörder zu verfolgen, wurde nach den schrecklichen Erfahrung der beiden Weltkriege in Europa ein pazifistisch anmutender Gott der Nächstenliebe aus der Mottenkiste hervorgezaubert, während die amerikanische Version des Christengottes seinen Segen spendet für völkerrechtswidrige Kreuzzüge wider das sog. „Böse“.

Kommen wir nun zu jenen sog. „objektiven moralischen Werten“, die Dr. Craig zu erkennen glaubt. Rational betrachtet handelt es sich hierbei bloß um überkulturell gültige Verhaltensvorgaben, die ihren Ursprung nicht in Gott, sondern in den Prozessen der biologischen Evolution haben. So beruht zum Beispiel das interkulturell gültige Inzesttabu auf einem relativ schlichten biologischen Prägemechanismus, der vor einigen Jahren entdeckt wurde. Dass jede in Sozialverbänden lebende Spezies (nicht nur der Mensch!) bestimmte soziale Verhaltenskodices ausbilden muss, um sich im immer währenden Kampf ums Überleben behaupten zu können, versteht sich von selbst: Hätten sich beispielsweise bei Ameisen, Bienen, Wölfen, Schimpansen oder Menschen keinerlei Formen von altruistischem Verhalten entwickelt, wären die entsprechenden Sozietäten (und damit auch die in ihnen gebundenen Individuen) nicht überlebensfähig gewesen.

Auf dieser biologischen Basis aufbauend entfaltete sich bei Homo sapiens zunächst sehr langsam, dann aber mit zunehmender Beschleunigung eine kulturelle Evolution, die über die Jahrtausende hinweg höchst unterschiedliche ethische Wertsysteme hervorbrachte – abhängig von den jeweils vorherrschenden sozioökonomischen, ökologischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Wir Heutigen besitzen erstmals einen recht umfassenden Überblick über die diversen Modelle menschlicher Normkonstruktion inklusive ihrer biologischen wie kulturellen Entstehungsfaktoren. Schon allein dieses Wissen nötigt uns zur Einsicht, dass die Idee objektiver, ewig verbindlicher Werte bloße Fiktion ist.

Für moderne Ethiker ist ohnehin klar, dass wir weder in der Natur noch in der Kultur objektiv gültige moralische Werte vorfinden können. Wir können aber sehr wohl intersubjektiv gültige, ethische Maßstäbe erfinden, d.h. normative Richtlinien, die a) von den biologisch wie kulturell geprägten Individuen akzeptiert werden können und von deren Durchsetzung wir uns b) eine Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse versprechen. Dass die Annahme objektiver, gar von Gott vorgegebener Werte einem solchen Projekt der Humanisierung im Wege steht, sollte angesichts der verheerenden Kriminalgeschichten der Offenbarungsreligionen und ihrer Neigung, sich gegen jede Form der Kritik zu immunisieren, einsichtig sein.


„Gottesbeweise“ per Bibelzitat bzw. subjektiver Erfahrung (Thesen 5-6)

Craigs fünfter Gottesbeweis ist der einzige, der, sofern er zutreffend wäre, wirklich die Existenz des spezifisch christlichen Gottes nahe legen würde. Craig behauptet, dass die biblisch dokumentierte Auferstehung Jesu die Existenz des Wunder wirkenden christlichen Gottes belegen würde. Leider muss man sagen, dass Craigs Versuch, die Bibel als historischen Tatsachenbericht zu begreifen, angesichts der vielen Forschungsergebnisse zu diesem Thema geradezu haarsträubend naiv ist. Offensichtlich ist die gesamte historisch-kritische Forschung an Dr. Craig spurlos vorbeigerauscht…

Ich will hier aus Zeitgründen nur einige wenige Ergebnisse zusammenzutragen, um zu demonstrieren, dass die Bibel alles andere als ein glaubwürdiger Tatsachenbericht ist: Wir wissen heute u.a., dass es keinen massenhaften Auszug des Volk Israels aus Ägypten gab, keine Volkszählung, die Maria und Joseph nach Bethlehem führte, kein Passahvorrecht, das es den Juden gestattete, einen Gefangenen (Barabbas statt Jesus!) freizubekommen. Auch die Silberlinge, die Judas angeblich für seinen Verrat an Jesus erhielt, sind pure Erfindung. Silberlinge waren zu diesem Zeitpunkt schon 300 Jahre lang nicht mehr im Umlauf. Welche katastrophalen Folgen die dennoch über Jahrhunderte verbreitete Mär vom geldgierigen, treulosen Schacherjuden Judas hatte, brauche ich hier wohl nicht auszuführen.

Dass Craig angesichts dieser hier nur angedeuteten historischen Unzulänglichkeiten der Bibel ausgerechnet den biblischen Auferstehungsberichten Authentizität zubilligt, mutet fast schon komisch an. Offensichtlich sind ihm weder die gravierenden Widersprüche in den einzelnen Evangelien aufgefallen noch die Tatsache, dass das Wunder der jesuanischen Auferstehung nichts weiter ist als eine 1zu1-Kopie antiker Mythen. Nicht nur die Göttersöhne Herakles und Dionysos mussten leiden, sterben, auferstehen wie der christliche Messias. Das gleiche Auferstehungswunder glückte vor Jesus u.a. auch dem babylonischen Tammuz, dem syrischen Adonis, dem phrygischen Attis sowie dem ägyptischen Osiris. Die letzten drei standen übrigens wie der synoptische Jesus am dritten Tag von den Toten auf.

Kurzum: Craigs Versuch, den Gottesmythos des Christentums über den Verweis auf eine hinreichend widerlegte Legendensammlung beweisen zu wollen, ist in sich derart grotesk, dass sich jede weitere Argumentation zur Widerlegung dieses vermeintlichen „Gottesbeweises“ erübrigt.

Kommen wir also zum letzten, dem 6. vermeintlichen Gottesbeweis, den Craig anführt. Hier meint Craig die subjektive Erfahrung Gottes als Beleg für seine tatsächliche Existenz werten zu können. Was ist davon zu halten?

Nun, jede ordentliche psychiatrische Klinik beherbergt heute Insassen, denen entweder Elvis, Jesus oder ET erschienen sind oder die zumindest detailliert über Entführungen durch Außerirdische erzählen können. Das menschliche Gehirn ist ein ungeheuer komplexes System, das offensichtlich relativ leicht in Ungleichgewicht geraten kann. So gibt es Menschen, die aufgrund neuronaler Anomalien ihr eigenes Gesicht nicht mehr erkennen, Menschen, die ihr Bein amputieren lassen wollen, weil sie das unbezwingbare Gefühl haben, ihnen sei ein falsches Bein über Nacht angenäht worden, Menschen, die in einer Art Zeitschleife leben, Menschen, denen aufgrund von Schädellappenepilepsien am helllichten Tag Pamela Anderson, Allah oder die Jungfrau Maria erscheinen usw.

Worauf ich hinaus will: Wir sollten unseren eigenen subjektiven Empfindungen keineswegs blind vertrauen. Dies gilt insbesondere für sog. religiöse oder spirituelle Erfahrungen, die, wie Studien von Hirnforschern gezeigt haben, u.a. dadurch ausgelöst werden, dass die neuronalen Aktivitäten im oberen Scheitellappen, der für die Orientierung des Individuums im physikalischen Raums verantwortlich ist, partiell abgeschaltet werden

Auch wenn das Argument der subjektiven Erfahrung schwerlich ein Argument für die Existenz Gottes ist (ansonsten müsste jede Elvis-Erscheinung als Beleg für die leibliche Auferstehung des King of Rock’n Roll gewertet werden!), so deutet es doch an, warum es so ungemein schwierig ist, rational über die Existenz oder Nichtexistenz Gottes zu streiten. Für Gläubige stehen in solchen Debatten nämlich nicht Argumente, sondern subjektive Erfahrungen im Vordergrund. Diese haben für sie deshalb solch starkes Gewicht, weil sie meist schon in frühster Kindheit mit religiösen Glaubensinhalten konfrontiert wurden, das heißt zu einem Zeitpunkt, an dem sie die Tragweite dieser Ideen nicht abschätzen, geschweige denn in irgendeiner Weise kritisch hinterfragen konnten.

In diesem Zusammenhang muss ich zugeben, dass ich mir während der Ausarbeitung dieses Vortrags mehrmals die Frage stellte, ob es überhaupt sinnvoll ist, zu versuchen, Menschen mittels Argumenten von Glaubensüberzeugungen abzubringen, zu denen sie nicht durch Argumente gefunden haben. Kann man strenggläubige Menschen mit rationalen Überlegungen erreichen? Oder ist all das Argumentieren am Ende nichts weiter als verlorene Liebesmüh’?

Nun, ich möchte an dieser Stelle keineswegs zu pessimistisch klingen und schon gar nicht als „atheistischer Missionar“ erscheinen. Auch wenn ich meine Position in diesem Beitrag deutlich bestimmt und mitunter auch recht scharf formuliert habe, bin ich mitnichten der Meinung, dass nicht-theistische Philosophen wie ich zwingend im Recht sein müssten. Im Gegenteil! Durch die Schärfe der Formulierungen wollte ich vielmehr die Chancen erhöhen, dass Sie mich widerlegen können, sofern ich mich tatsächlich irgendwo geirrt haben sollte. Denn genau darin besteht ja der eigentliche Wert einer rationalen Diskussion: Wir alle haben hier nicht mehr zu verlieren als unsere Irrtümer – und von diesen sollten wir uns lieber heute als morgen verabschieden.

In diesem Sinne freue ich mich auf eine anregende Diskussion und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit…

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21 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Wed Sep 01, 2010 2:34 am

Hello I am new this forum Very Happy

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22 Re: Evidenzen fuer Gottes Existenz on Wed Sep 01, 2010 4:38 am

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