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Re: Die extreme abstimmung der Naturkonstanten im Kosmos - Evidenz Gottes on Fri Sep 18, 2009 12:22 pm
http://www.institutfuerglaubeundwissenschaft.de/texte/Feinabstimmung_Naturkonstanten.pdf
Zusammenfassung
Die erste der drei von Freud formulierten Kr¨ankungen der Menschheit handelt vom ¨Ubergang
des geozentrischen in das heliozentrische Weltbild: Der Mensch erlebt sich zunehmend
als einsam und unbedeutend in einem unermesslich großen Weltall. Diese Kr¨ankung
scheint durch neuere Entwicklungen der Kosmologie und durch ”anthropische“ ¨Uberlegungen
¨uberwunden zu sein. Der amerikanische Physiker Dyson formuliert:
”
Wenn wir ins
Universum hinausblicken und erkennen, wie viele Zuf¨alle in Physik und Astronomie zu unserem
Wohle zusammengearbeitet haben, dann scheint es fast, als habe das Universum in
einem gewissen Sinne gewusst, dass wir kommen.“ Ist die Welt also doch f¨ur den Menschen
gemacht?
Es wird zun¨achst ein knapper ¨Uberblick ¨uber den gegenw¨artigen Stand der Kosmologie
(Standardmodell) gegeben. Auch offene Fragen und neuere Entwicklungen werden angesprochen.
Es wird dann die Bedeutung von Naturkonstanten in den grundlegenden Gesetzen
aufgezeigt. Die moderne Astrophysik und Kosmologie ist heute so weit ausgearbeitet,
dass sich Fragen vom Typ
”
Was w¨are, wenn ...?“ mit naturwissenschaftlichen Argumenten
behandeln lassen. Dabei stellt sich heraus, dass bereits geringf¨ugige Ver¨anderungen an den
Werten der bekannten Naturkonstanten fast immer zu einer v¨ollig anderen Geschichte des
Kosmos f¨uhren w¨urden und dabei kein biologisches Leben entstehen k¨onnte. Dies wird u.a.
bei der Feinstrukturkonstante des Elektromagnetismus und der Konstanten der Starken
Wechselwirkung gezeigt. Auch die Dimensionszahl von Raum und Zeit ist offenbar auf Leben
hin abgestimmt. Besonders eindrucksvoll ist die pr¨azis abgestimmte Kernchemie der
Kohlenstoffentstehung.
Diese offensichtliche Feinabstimmung der Naturkonstanten auf Leben hin hat vieleWissenschaftler
ganz unterschiedlicherWeltanschauung erstaunt und zu verschiedenen Deutungen
gef¨uhrt:
1. Die Feinabstimmung wird auf ein Prinzip zur¨uckgef¨uhrt: das Anthropische Prinzip.
Es existiert in unterschiedlich starken Fassungen. Grunds¨atzlich ist die Einf¨uhrung
von Prinzipien in der Naturwissenschaft legitim und fruchtbar. Die Erkl¨arungskraft
des Anthropischen Prinzips ist allerdings problematisch und umstritten.
2. Die Feinabstimmung wird rundweg bestritten mit dem Hinweis, dass Leben ja auch
auf einer anderen als auf Kohlenstoff-Basis entstanden sein k¨onnte. Biochemische
Fakten sprechen gegen dieses spekulative Argument.
3. Die Feinabstimmung wird – im Gegensatz zu 2 – als notwendig vorkommend und als
verstanden angenommen. Hier wird mit naturwissenschaftlichen Spekulationen argumentiert,
dass unser Kosmos nur einer von unendlich vielen mit unterschiedlichen
Gesetzen und Konstanten ist. Einer davon – der unsrige – hat dann notwendigerweise
die gerade passenden Gesetze und Konstanten.
6
Tabellenverzeichnis
Diese Deutung ist weit verbreitet und nahe liegend wegen der Analogie zu der sehr
großen Zahl an Sternen, Sonnensystemen und Galaxien. Sie wird allerdings als nicht
empirisch testbar angesehen und hat zum Zweck der Erkl¨arung eines einzigen Problems
in unserem Kosmos einen doch immensen ”Verbrauch“ an Kosmen! Die wissenschaftlichen
Kommentare lassen hier weltanschauliche Vorentscheidungen sehr
deutlich erkennen.
4. Die Feinabstimmung wird als Hinweis auf noch unbekannte gesetzm¨aßige Zusammenh
¨ange angesehen. Dies f¨uhrt zu einem durchaus berechtigten und fruchtbaren
Arbeitsprogramm. So kann das sog. inflation¨are Modell eine bestimmte Feinabstimmung
des Standardmodells wegerkl¨aren. Allerdings braucht dieses Modell selbst feinabgestimmte
Konstanten! Damit wird das Problem nicht gel¨ost, sondern offensichtlich
nur verschoben.
5. Die Feinabstimmung wird als zuf¨allig angesehen. Ist damit aber irgend etwas erkl¨art?
Bei Ereignissen sehr geringer Wahrscheinlichkeit wird Zufall i.a. nicht als Erkl¨arung
akzeptiert. Hier muss der Begriff des Zufalls genauer analysiert werden. Zuf¨allige
Ereignisse brauchen keineswegs in jedem Kontext als plan- und absichtslos gedeutet
zu werden.
6. Die Feinabstimmung wird als Design interpretiert: Ein Designer, eine Intelligenz hat
den Kosmos geplant und wollte Leben erm¨oglichen. Diese Deutung ist keineswegs
weniger plausibel als die bisher angef¨uhrten. Ihr finaler Charakter muss nicht als
Konkurrenz zu einer kausalen Erkl¨arung verstanden werden.
Die theistische Deutung sieht in der Feinabstimmung zwar keinen Gottesbeweis, aber
doch einen Hinweis auf den christlichen Sch¨opfergott. Diese Deutung transzendiert
den naturalistischen Erkl¨arungsrahmen.
Die Designer-Deutung hat allerdings darin ihre Grenze, dass sie nur wenig Spezifisches
¨uber den Designer zu sagen weiß. Dass hier der Dreieine Gott, zu dem sich
die Christen bekennen, am Werk ist, kann aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht
deutlich werden. Aus biblisch-christlicher Sicht kann der Theologe Pannenberg jedoch
weiter gehen. Er zeigt, dass ich die Zuf¨alligkeit der Naturkonstanten als Wahl
Gottes deuten kann, die er zu meinen Gunsten getroffen hat. Zur Feinabstimmung
schreibt er: ”[. . . ] Theologische Interpretation darf ¨uber diese Feststellung hinausgehen
zu der Aussage, dass sich in diesem Sachverhalt die auf die Inkarnation des
g¨ottlichen Logos in einem Menschen bezogene ¨Okonomie des g¨ottlichen Sch¨opfungswerkes
bekundet.“
7
1 Kr¨ankungen und anthropische Befunde
Mit Sigmund Freud spricht man von den drei Kr¨ankungen, welche die Menschheit erleiden
musste. Es handelt sich dabei um wissenschaftliche Entwicklungen und Umbr¨uche,
welche das Selbstverst¨andnis des Menschen wesentlich beeinflussten und seine Sonderstellung
in Frage stellten:
1. Da war zun¨achst der ¨Ubergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild.
Seit Kopernikus und Galilei wird die Erde nicht mehr als Mittelpunkt der Welt
angesehen. Der Mensch erlebt sich zunehmend als einsam und unbedeutend in einem
unermesslich großen Weltall. Pascal dr¨uckt in seinen Pens´ees das ver¨anderte Lebensgef
¨uhl Vieler aus:
”
Das ewige Schweigen dieser unendlichen R¨aume macht mich
schaudern.“1
Die Astronomie, die Astrophysik und die Kosmologie f¨uhrten diese Entwicklung weiter,
die den Menschen immer mehr aus seiner zentral empfundenen Stellung verdr
¨angt: Unsere Sonne ist nur ein Stern unter Milliarden von Sternen, unsere Milchstraße
erweist sich als eine Galaxie unter vielen, und selbst der Kosmos ist nach
neueren ¨Uberlegungen vielleicht nur ein (Teil)kosmos unter vielen verschiedenartigen
Kosmen.
2. Seit Darwin ist auch die Sonderstellung des Menschen unter den Lebewesen fraglich
geworden. Autoren wie Monod versuchen zu zeigen, dass biologisches Leben –
und damit auch menschliches Leben – ein reines Zufallsprodukt eines evolution¨aren
Prozesses ist.
3. Freud selber hat schließlich gezeigt, dass der Mensch nicht einmal ”Herr im eigenen
Hause“ ist, sondern in hohem Maße von unbewussten Antrieben bestimmt wird.
Inzwischen werden bereits weitere Kr¨ankungen genannt: Die Evolution¨are Erkenntnistheorie,
die K¨unstliche Intelligenz und die Robotertechnik. Sie machen dem Menschen jede Art
von geistiger und intellektueller Sonderrolle streitig.
Nun ist allerdings keineswegs klar, ob die genannten Entwicklungen zu Recht als Kr¨ankungen
verstanden werden m¨ussen. F¨ur den modernen Naturwissenschaftler stellt sich etwa
der Wechsel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild als ein simpler Wechsel
des Bezugssystems (Koordinatentransformation) dar. Es geht dabei nur um eine Standpunktsfrage.
Und betrachtet man den Menschen im christlichen Verst¨andnis als Gesch¨opf
unter Gesch¨opfen, so ist seine Verbundenheit mit dem Pflanzen- und Tierreich im Grunde
selbstverst¨andlich. Dennoch haben die genannten Kr¨ankungen bis heute Wirkung gezeigt.
Vielfach wurde in ihrem Gefolge auch das christliche Menschenbild in Frage gestellt.
1Zit. nach [Gie97, S. 30].
8
Es ist vor diesem Hintergrund sehr bemerkenswert, dass neuere naturwissenschaftliche Ergebnisse
heutzutage von einer ganzen Anzahl von Wissenschaftlern so gedeutet werden,
dass der Mensch – oder zumindest biologisches Leben – nun pl¨otzlich doch wieder eine
zentrale Stellung im Kosmos erh¨alt. Leben ist offenbar viel enger an gesamtkosmische
Bedingungen und Entwicklungen gekn¨upft als bisher angenommen, und es wird immer
weniger plausibel, Leben lediglich als belangloses Zufallsprodukt anzusehen. Viele Abl
¨aufe im Kosmos scheinen auf Leben hin ausgerichtet zu sein. Dieser Befund wird als
Feinabstimmung von Gesetzen und Naturkonstanten bezeichnet und recht unterschiedlich
interpretiert. Vielen erscheint heute die erste Kr¨ankung aufgehoben. Der amerikanische
theoretische Physiker Freeman J. Dyson formulierte:
”
Wenn wir ins Universum hinaus blicken und erkennen, wie viele Zuf¨alle in
Physik und Astronomie zu unserem Wohle zusammengearbeitet haben, dann
scheint es fast, als habe das Universum in einem gewissen Sinne gewusst, dass
wir kommen.“ 2
Und der deutsche Astronom Otto Heckmann (1901–1983) schrieb:
”
Die kosmische Grundbedingung des Menschen oder menschen¨ahnlicherWesen
besteht [. . . ] in der Existenz nicht irgendeines, sondern eines h¨ochst spezifischen
Gesamtkosmos. Wenn der Mensch Wert legt auf kosmische W¨urde und auf
kosmischen Rang: Hier sind beide zur¨uckerstattet in einer Gr¨oßenordnung, die
man kaum steigern kann.“ 3
Und Davies schreibt:
There ”is for me the powerful evidence that there is something going on behind
it all. The impression of design is overwhelming.” [Dav88, S. 203]4
Was veranlasst Wissenschaftler zu solchen geradezu ¨uberschw¨anglichen und wertenden
Aussagen (Wohl, W¨urde, Rang)?
Im Rahmen des heutigen Wissens ¨uber die Entwicklung des Kosmos (Kosmologie) kann
man ¨uberlegen, wie die Entstehung des biologischen Lebens (auf Kohlenstoffbasis) von den
Gesetzen, Naturkonstanten und Rand- und Anfangsbedingungen abh¨angt. Breuer f¨uhrt
dazu folgenden exemplarischen Gedankengang an:
”
Auf der Erde gibt es eine Lebensform mit Bewusstsein, eine beobachtende
Intelligenz. Wie muss das dazu geh¨orige Universum aussehen? Diese Frage
kann nicht beantwortet werden ohne die folgenden logischen Schritte:
B Bewusstsein setzt voraus, dass es Leben gibt;
2Zit. nach Breuer [Bre84].
3[Hec76], zitiert nach Vaas [Vaa94].
4
”
F¨ur mich gibt es den starken Hinweis, dass da hinter allem etwas vor sich geht. Der Eindruck von
Planung ist ¨uberw¨altigend.“
9
1 Kr¨ankungen und anthropische Befunde
B Leben braucht als Grundlage seines Entstehens chemische Elemente, vor
allem auch solche, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium;
B Schwere Elemente entstehen aber nur durch thermonukleare Verbrennung
der leichten Elemente, also durch Atomkernverschmelzung;
B Atomkernverschmelzungen laufen jedoch nur im Innern der Sterne ab
und ben¨otigen wenigstens einige Milliarden Jahre, um gr¨oßere Mengen
an schweren Elementen zu produzieren;
B Eine Zeitspanne von mehreren Milliarden Jahren steht aber nur in einem
Universum zur Verf¨ugung, das selbst wenigstens einige Milliarden Jahre
alt und damit einige Milliarden Lichtjahre ausgedehnt ist. [. . . ]
Daher kann die Antwort auf die Frage, warum das heute von uns beobachtete
Universum so alt und so groß ist, nur lauten: Weil sonst die Menschheit gar
nicht hier w¨are.“ [Bre84, S. 18f.]
Dies ist ein Beispiel einer anthropischen, auf den Menschen bezogenen Formulierung, in
der die Existenz von intelligentem Leben mit Eigenschaften des Kosmos in Zusammenhang
gebracht wird.
Die genauere Untersuchung dieses Zusammenhangs hat nun gezeigt, dass als Vorbedingung
f¨ur Leben bestimmte Eigenschaften des Kosmos nicht nur gr¨oßenordnungsm¨aßig
passen (
”
Milliarden Jahre“), sondern dass dar¨uber hinaus eine ganze Anzahl hochpr¨aziser
Feinabstimmungen von Gesetzen, Naturkonstanten und Rand- und Anfangsbedingungen
vorliegt, ohne die kein Leben m¨oglich w¨are.5 Nur eine verschwindend kleine Untermenge
denkbarer Kosmen erf¨ullt die notwendigen Bedingungen. Leben entsteht keineswegs unter
allen Umst¨anden und unabh¨angig von der gesamtkosmischen Entwicklung. Die Abb. 1.1
veranschaulicht dies grob schematisch. Dieser Befund fordert zu Deutungen heraus. Leben
M e n g e d e n k b a re r K o s m e n
N a tu rg e s e tz e ,
N a tu rk o n s ta n te n
k o s m is c h e R a n d - u n d
A n fa n g s b e d in g u n g e n
K o s m e n m it L e b e n a u f
K o h le n s to ffb a s is
Abbildung 1.1: Feinabstimmung auf Leben hin
wir in einem ”Universum nach Maß“6?
5Engl.: anthropic balances; cosmic coincidences
6Vgl. den Buchtitel
”
Ein Universum nach Maß. Bedingungen unserer Existenz“ [Gri91].
10
2 Kosmologie
Im Folgenden werden Beispiele solcher Feinabstimmungen auf Leben hin berichtet und
dann ihre Deutungen diskutiert. F¨ur die naturwissenschaftlichen Einzelheiten muss dabei
auf die Literatur verwiesen werden. Zun¨achst soll aber das Rahmenmodell kurz geschildert
werden, in das die Feinabstimmungen eingeordnet sind. Dies ist das sog. Standardmodell
der Kosmologie.
2.1 Das Standardmodell
Schon bei Platon kann man nachlesen:
”
¨ Uber die Entstehung des Universums gibt es viele Vorstellungen und Meinungen.
Wundre Dich also nicht, Sokrates, wenn wir nicht imstande sind, Erkl
¨arungen und Begr¨undungen zu geben, die in jeder Hinsicht exakt sind und
konsistent miteinander.“1
Die Situation hat sich heute gebessert: Die Mehrzahl der Naturwissenschaftler akzeptiert
das Standardmodell der Kosmologie2, das theoretisch und experimentell gut begr¨undet ist
und eine erstaunlich konsistente Beschreibung der raum-zeitlichen Entwicklung liefert. Vor
allem die genaue Vermessung der kosmischen Hintergrundstrahlung mit Hilfe der COBEundWMAP-
Satelliten ergab eine F¨ulle neuer Daten, aus denen man Erkenntnisse ¨uber den
Energieinhalt des Universums und die Entstehung der Galaxien gewinnen konnte [Boe05].
In der aktuellen Forschung werden allerdings Varianten und vor allem auch Erweiterungen
dieses Modells diskutiert. Unverstanden ist bisher die seit einigen Jahren beobachtete
Beschleunigung der Ausdehnung des Kosmos und die Natur der weit ¨uberwiegenden Menge
an sog. dunkler Materie und dunkler Energie.
Nach dem Standardmodell hat unser Kosmos einen Anfang – ein noch vor wenigen Jahrzehnten
sehr fremdartiger Gedanke in den Naturwissenschaften. Vor etwa 14 Milliarden
Jahren startete alles mit einer Anfangssingularit¨at, einem extrem dichten und heißen Zustand
der Materie. Dieser Vorgang wird etwas reißerisch als Urknall 3 bezeichnet. Die Materie,
ein Brei aus Elementarteilchen, begann sich zusammen mit dem Raum auszudehnen.
Dies ist anschaulich nicht vorstellbar. Als Hilfe kann man sich das Aufblasen eines Lufballons
vorstellen. Der dreidimensionale Raum wird hierbei durch die Oberfl¨ache des Ballons
1Platon (427-347 v. Chr.): Timaios 29c; zit nach [Vaa94].
2Ein informativer und kritischer ¨Uberblick findet sich z. B. bei Kippenhahn [Kip97] oder B¨orner,
Ehlers und Meier [Boe93].
3Engl.: big bang
11
2 Kosmologie
veranschaulicht. Der Anfang ist physikalisch nicht gut verstanden. Man glaubt aber, bereits
nach 10−6 s (also nach einer millionstel Sekunde) mit den bekannten Naturgesetzen
die weitere Entwicklung gut beschreiben zu k¨onnen.
Nach 100 s betr¨agt die Temperatur immer noch eine Milliarde Grad; 25% der Wasserstoffmasse
wird zu Helium. Nach ca. 300 000 Jahren ist die Temperatur auf 4000 K (Kelvin4)
abgesunken; es entstehen neutrale Atome; das Weltall wird durchsichtig, da Strahlung nun
nicht mehr sofort im heißen Plasma absorbiert wird. Die sog. kosmische (elektromagnetische)
Hintergrundstrahlung hat hier ihren Ursprung.
Nach ca. einer Milliarde Jahren entstehen aufgrund der anziehendenWechselwirkung (Gravitation)
der Teilchen Galaxien, erste Sterne und schwerere chemische Elemente in den
Sternen. Der Prozess der Galaxienbildung ist – im Gegensatz zur Sternentwicklung und
Elementsynthese – noch wenig gut verstanden.
Mit dem Hubble-Space-Teleskop kann man etwa zehn Milliarden Jahre in die Vergangenheit
schauen [Kip97].
Unser Sonnensystem hat ein Alter von etwa 4,5 Milliarden Jahren. So alt ist auch das
¨alteste bekannte Mondgestein. Das ¨alteste irdische Gestein ist 3,96 Milliarden Jahre alt.
Etwa auf diese Zeit datiert man den Beginn des Lebens. Einzellige Lebewesen gibt es
wahrscheinlich schon seit 3,5 Milliarden Jahren. Eine Entwicklung zu komplexeren Lebensformen
schließt sich an. Das Verst¨andnis der Entstehung und Entwicklung des Lebens
ist – im Gegensatz zu vielen popul¨aren Darstellungen – bisher sehr l¨uckenhaft.
Heute hat sich die Mikrowellen-Hintergrundstrahlung aufgrund der kosmischen Ausdehnung
auf die sehr niedrige Temperatur von 2,73 K abgek¨uhlt. 2% des urspr¨unglichen
Wasserstoffs sind in Sternen zu den lebenswichtigen Elementen Kohlenstoff, Stickstoff,
Sauerstoff usw. synthetisiert worden. In unserer Galaxie, der Milchstraße, finden wir im
Sonnensystem auf dem Planeten Erde lebensfreundliche Bedingungen. Es ist unbekannt,
ob es Leben auch in anderen Bereichen des Kosmos gab oder gibt. – So lautet die ”kurze
Geschichte“ [Haw88] des Weltalls.
Welche experimentellen und theoretischen Befunde sprechen f¨ur dieses Urknall-Modell?
Dazu lassen sich die folgenden Punkte5 anf¨uhren:
B Die Frequenzen der Spektrallinien von Galaxien sind rotverschoben (Hubble 1929).
Dies wird h¨aufig anschaulich als Doppler-Effekt gedeutet.6 Die Rotverschiebung
nimmt etwa proportional zur Entfernung zu. Dies legt die R¨uckextrapolation auf
einen hochverdichteten Anfangszustand nahe.
B Die Allgemeine Relativit¨atstheorie Einsteins ist eine heute sehr gut best¨atigte Gravitationstheorie.
Mit ihr wurde 1922/24 die Expansion des Kosmos vorausgesagt. Sie
4Die Kelvin-Skala ist gegen¨uber der Celsius-Skala verschoben und beginnt mit 0 K beim absoluten Nullpunkt
-273,15 oC.
5F¨ur eine detaillierte Diskussion und Abw¨agung dieser Punkte muss auf die Literatur verwiesen werden.
Einen kritischen ¨Uberblick bieten z. B. [Boe93], [Kip97] und [Wei88].
6Richtig ist, dass der expandierende Raum alle Lichtwellen w¨ahrend ihrer Ausbreitung dehnt. Siehe
z.B. [Lin05, S. 45].
12
2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
ist die Rahmentheorie f¨ur alle raum-zeitlichen Prozesse. Details der Anfangssingularit
¨at kann sie allerdings nicht richtig beschreiben. Hier fehlt bis jetzt eine Theorie,
welche die Quantentheorie mit der Allgemeinen Relativit¨atstheorie vereinigt.
B Die kosmische Hintergrundstrahlung mit sehr hoher Isotropie und einer Planck’schen
Frequenzverteilung wurde 1948 von Gamow vorausgesagt und 1965 von Penzias
und Wilson entdeckt.
Smoot entdeckte 1992 sehr geringe Temperaturschwankungen (10−5) dieser Strahlung,
deren Verteilung viel spezifische Information f¨ur die kosmischen Parameter
liefert [Boe05].
Im Jahre 1993 konnte man nachweisen, dass der Ursprung der Hintergrundstrahlung
tats¨achlich hinter den sichtbaren Galaxien liegt: Nach Durchstrahlung der Gasmassen
von Galaxienhaufen ist sie geringf¨ugig aber charakteristisch ver¨andert [Kip97].
Im Jahr 1994 wurde dann an einer durch die Hintergrundstrahlung angeregten
Kohlenstoff-Linie eines weit entfernten Quasars nachgewiesen, dass die Hintergrundstrahlung
fr¨uher erwartungsgem¨aß heißer war (gemessen: 7,4 K, erwartet nach dem
Urknall-Modell: 7,58 K) [Kip97].
B Die beobachtetenMengenverh¨altnisse vonWasserstoff, Deuterium, Helium-3, Helium-4
und Lithium-7 im Kosmos stimmen mit der Modellvorstellung ¨uberein.
B Die Dunkelheit des Nachthimmels (sog. Olbers’sches Paradoxon) wird erkl¨art. Diese
simple Tatsache ist ¨uberraschend schwierig zu verstehen und wurde vielfach fehlgedeutet.
Wesentlich ist u. a. die endliche Lebensdauer der Sterne und die gegenw¨artige
Materiedichte im Universum [Har83, Krb01].
B Das Weltalter ist vertr¨aglich mit den (unabh¨angig bestimmten) Altern von Kugelsternhaufen
und Galaxien.
Einzelne dieser Befunde lassen auch alternative Erkl¨arungen zu. Die St¨arke des Standardmodells
besteht darin, dass es alle genannten Befunde gemeinsam erkl¨art. Ein Alternativmodell
m¨usste dies mindestens auch leisten. Dennoch sollte man sich vor Augen halten,
dass das Standardmodell auf sehr weit reichenden Basisannahmen beruht: Universelle und
zeitunabh¨angige G¨ultigkeit der Naturgesetze, Homogenit¨at und Isotropie der Welt.
Die Aussagen und Probleme von chemisch-biologischen Theorien der Lebensentstehung
sollen hier nicht diskutiert werden. Hierbei spielen Anpassungsprozesse an bestimmte Umwelten
eine wesentliche Rolle. Im Folgenden soll es lediglich um die ganz grundlegenden
physikalisch-chemischen Vorbedingungen f¨ur Leben im Kosmos gehen.
2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
Viele physikalische Gesetze enthalten Naturkonstanten. Dies sind Zahlenwerte bestimmter
physikalischer Gr¨oßen, die nach aller bisherigen Erfahrung zeitlich und r¨aumlich konstant
sind. Die Tabelle 2.1 gibt einige Beispiele. Von besonderem Interesse sind dimensionslose
13
2 Kosmologie
Naturkonstanten, da ihre Zahlenwerte nicht von (evtl. ver¨anderlichen) willk¨urlichen Maßeinheiten
abh¨angen. Die Tabelle 2.2 zeigt die Kopplungskonstanten f¨ur die St¨arken der
vier bekannten fundamentalen Wechselwirkungen und das Massenverh¨altnis von Elektron
und Proton, welches die Molek¨ulbildung entscheidend beeinflusst.
Alle bisherigen Experimente best¨atigen im Rahmen der Messgenauigkeit die Konstanz der
Naturkonstanten. So zeigen z.B. optische Spektren sehr ferner Objekte außer der Rotverschiebung
keine Ver¨anderungen gegen¨uber Laborspektren. Die unver¨anderte relative Lage
der Spektrallinien zeigt, dass die Feinstrukturkonstante unver¨andert ist.7 Im Folgenden
e = 1, 602 177 33 · 10−19 C elektrische Elementarladung
me = 9, 109 389 7 · 10−31 kg Ruhemasse des Elektrons
mp = 1, 672 623 1 · 10−27 kg Ruhemasse des Protons
c = 299 792 458
m
s
Lichtgeschwindigkeit (Vakuum)
G = 6, 672 59 · 10−11 Nm2
kg2 Gravitationskonstante
h = 6, 626 075 5 · 10−34 Js Planck’sches Wirkungsquantum
"o = 8, 854 187 817 · 10−12 F
m
elektrische Feldkonstante
Tabelle 2.1: Einige wichtige Naturkonstanten
werden nun einige Beispiele f¨ur Feinabstimmungen vorgestellt.
2.2.1 Feinabstimmung der elektromagnetischen und der Starken
Wechselwirkung
Die Abbildung 2.1 zeigtWertekombinationen des Paares der Konstanten der elektromagnetischen
() und der Starken Wechselwirkung (S).8 Das tats¨achlich vorliegende Wertepaar
ist durch ”hier sind wir“ gekennzeichnet. Es liegt auf einer kleinen ”lebensfreundlichen“ Insel
nahe an Bereichen, die kein Leben zulassen w¨urden. Diese Bereiche ergeben sich aus
kernphysikalischen ¨Uberlegungen und Absch¨atzungen [Teg98, Teg03]. Legt man eine –
noch nicht gesicherte – vereinheitlichte Theorie aller Wechselwirkungen zugrunde, so ergeben
sich f¨ur noch ganz wesentlich engere Grenzen (senkrechte Linien in der Abbildung
2.1).
7Murphy und Mitarb. haben allerdings k¨urzlich aus Messungen auf eine Vergr¨oßerung von um 10−5
innerhalb von 10 Mrd. Jahren geschlossen (www.ast.cam.ac.uk/ mim/res.html). Dieses Ergebnis muss
noch abgesichert werden.
8Man beachte die nichtlineare Skalierung der Achsen!
14
2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
S = 0, 08 . . . 14 (energieabh.) Feinstrukturkonstante
der Starken Wechselwirkung
=
1
4"o
e2
~c
=
1
137, 036 Sommerfeld’sche Feinstrukturkonstante
der elektromagnetischen Wechselwirkung
W = m2e
c
~3 GF = 3, 05 · 10−12 Feinstrukturkonstante
der schwachen Wechselwirkung
GF = 1, 435 · 10−62 Jm3 (Fermi)
G =
Gm2
p
~c
= 0, 591 · 10−40 Feinstrukturkonstante
der Gravitationswechselwirkung
= me
mp
=
1
1836, 153
Massenverh¨altnis von Elektron und Proton
Tabelle 2.2: Einige wichtige dimensionslose Naturkonstanten
W¨are S nur um 3.7% gr¨oßer, w¨are das Diproton (ein Kern aus zwei Protonen) stabil. Das
h¨atte katastrophale Folgen f¨ur die Stabilit¨at von Sternen: Das ”Wasserstoffbrennen“ w¨urde
um den Faktor 1018 schneller ablaufen! Es g¨abe keinen Wasserstoff und keine organische
Chemie, da alle Protonen zu Diprotonen binden w¨urden.
W¨are S um 11% kleiner (waagrechte Linie), so w¨are das Deuterium nicht stabil. Die
wesentlichen Reaktionen zur Heliumsynthese in der Sonne w¨urde dann nicht ablaufen. Es
ist fraglich, ob dann ¨uberhaupt langlebige Sterne existieren k¨onnten.
2.2.2 Feinabstimmung der elektromagnetischen Wechselwirkung und des
Massenverh¨altnisses von Elektron und Proton
Die Abbildung 2.2 zeigt Wertekombinationen des Paares der Konstanten der elektromagnetischen
Wechselwirkung und des Massenverh¨altnisses = me
mp
von Elektron und
Proton.9
Auch hier (vgl. Abbildung 2.1) gibt es große Bereiche der Werte von und , die kein
Leben erm¨oglichen w¨urden. Gr¨oßereWerte von (z.B. eine gr¨oßere Elektronenmasse) w¨urden
gr¨oßere Fluktuationen der Kerne bewirken und die Stabilit¨at geordneter molekularer
Strukturen verhindern. Genauere Absch¨atzungen finden sich bei Tegmark [Teg98].
15
2 Kosmologie
K o h le n s to ff in s ta b il
k e in e n ic h t-
re la tiv is tis c h e n A to m e
D ip ro to n -
K a ta s tro p h e
h ie r s in d
w ir
E le k tro m a g n e tis c h e K o p p lu n g s k o n s ta n te a
0 0 .1 1 1 0
S ta rk e K o p p lu n g s k o n s ta n te a s
1 0
1
0 .1
0
8
8 Abbildung 2.1: Feinabstimmung der elektromagnetischen und der StarkenWechselwirkung
2.2.3 Feinabstimmung der ”Expansionskraft“ und der Gravitationskraft
Im Standardmodell sind beim Urknall die ”Expansionskraft“ und die Schwerkraft mit der
unglaublichen Genauigkeit von etwa 1 : 1060 aufeinander abgestimmt. Die Abbildung 2.3
veranschaulicht das mit einer ”Supermaschine“ zur Herstellung eines Kosmos [Wil01]. Dieser
ist – wie h¨aufig – eine Dimension erniedrigt als ein sich aufbl¨ahender Ballon gezeichnet.
F¨ur die sog. Kosmologische Konstante ist eine noch wesentlich genauere Feinabstimmung
n¨otig [Kra98]. W¨are die Expansion st¨arker, k¨ame es zu keiner Bildung von Galaxien und
Sternen; lebensfreundliche Bedingungen w¨urden also nicht entstehen. W¨are sie geringer,
so w¨are das Weltall schon vor jeder Sternbildung wieder kollabiert.
Die folgenden Abbildungen verdeutlichen denkbare Entwicklungsmodelle des Kosmos nach
Gale [Gal82]. Die Abbildung 2.4-1 zeigt die tats¨achliche Entwicklung bis zur heutigen
großr¨aumigen Homogenit¨at mit lokalen Inhomogenit¨aten (Galaxien) – offenbar eine feinabgestimmte
Spezialit¨at unseres Kosmos. Eine schnellere Ausdehnung (Abbildung 2.4-2)
w¨urde zu einem homogenen Universum f¨uhren ohne Galaxien mit Sternen und Planeten,
auf denen sich Leben entwickeln k¨onnte. Auch eine anf¨angliche Inhomogenit¨at w¨urde
nicht zur Galaxienbildung f¨uhren (Abbildung 2.4-3). Eine etwas ¨uberwiegende Gravitation
w¨urde dagegen rasch in einem Rekollaps enden (Abbildung 2.4-4).
9Man beachte wieder die nichtlineare Skalierung der Achsen!
16
2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
k e in e
g e o rd n e te n
S tru k tu re n
Abbildung 2.2: Feinabstimmung der elektromagnetischen Wechselwirkung und des Massenverh
¨altnisses von Elektron und Proton
2.2.4 Feinabstimmung der Dimensionen von Raum und Zeit
Seit langem wird ¨uber die Dimensionenzahl von Raum und Zeit nachgedacht. Warum ist
die Zeit eindimensional, der Raum dreidimensional? Oder im Sinne der beiden Relativit
¨atstheorien Einsteins: Warum ist das Raum-Zeit-Kontinuum vierdimensional (3+1)?
Diese Eigenschaften lassen sich bisher nicht aus physikalischen Theorien ableiten.10
Es gibt aber Argumente, dass auch hier eine Feinabstimmung auf Leben hin vorliegt, dass
also Leben nur in einer eindimensionalen Zeit und einem dreidimensionalen Raum m¨oglich
ist.11 Diese Argumente sind von unterschiedlichem Gewicht und setzen voraus, dass die
Naturgesetze auch in anderen Dimensionen analog gelten, d. h., dass die Differentialgleichungen
lediglich eine ver¨anderte Zahl von Orts- bzw. Zeitkoordinaten haben.
Ein zwei- oder gar eindimensionaler Raum scheint nicht gen¨ugend komplexe Strukturen
f¨ur Lebewesen zuzulassen: Der Blutkreislauf und das Nervennetz k¨onnten keine ¨Uberkreuzungen
haben. Hawking diskutiert einen zweidimensionalen Hund, der durch seinen
Verdauungstrakt sogar in zwei Teile zerlegt ist [Haw88, S. 207]. Im Rahmen der Allgemei-
10Lediglich C. F. von Weizs¨acker gibt in seinem Forschungsprogramm der Theorie der Uralternativen
eine Begr¨undung f¨ur die Dreidimensionalit¨at des Raumes [Wei85].
11Siehe [Teg97]; dort finden sich viele weitere Literaturangaben.
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2 Kosmologie
Abbildung 2.3: Feinabstimmung der ”Expansionskraft“ und der Gravitationskraft
nen Relativit¨atstheorie l¨asst sich außerdem zeigen, dass es in zwei Dimensionen gar keine
Gravitation und damit keine stabilen Planetensysteme gibt (Wheeler).
Kann Leben in vier- und h¨oherdimensionalen R¨aumen existieren? Ehrenfest hat schon
1917 darauf hingewiesen, dass es dort keine stabilen Planetenbahnen und keine (damals
klassisch verstandenen) Atome geben kann. Auch im Rahmen der Quantenmechanik wurde
sp¨ater gezeigt, dass es dann keine stabilen Atome gibt (Tangherlini 1963).
Andere Zeitdimensionen sind unserem Vorstellungsverm¨ogen nicht zug¨anglich. Dennoch
kann man sie formal in Betracht ziehen. Es zeigt sich, dass die Differentialgleichungen
(Naturgesetze) in Zeitdimensionen ungleich 1 von einem Typ sind, der Voraussagen (Vorausberechnungen)
praktisch nicht erm¨oglicht. Es liegt hier – grob gesprochen – eine ¨ahnliche
Situation vor wie in der Chaostheorie, wo man die Anfangsbedingungen beliebig genau
kennen m¨usste, um Prognosen berechnen zu k¨onnen. Z¨ahlt man nach Tegmark [Teg97]
die M¨oglichkeit der prognostischen Naturbeschreibung zu den Voraussetzungen f¨ur intel-
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2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
Abbildung 2.4: Entwicklung unseres Kosmos
ligentes Leben,12 so ist auch die Dimensionenzahl 1 der Zeit ausgezeichnet.
12Tegmark spricht allgemeiner von ”self-aware substructures”.
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2 Kosmologie
0
1
2
3
4
5
0 1 2 3 4 5
R a u m d im e n s io n
Z e itd im e n s io n
u n v o rh e rs a g b a r
(e lip tis c h )
u n v o rh e rs a g b a r
(e llip tis c h )
z u
e in fa c h
n u r
T a c h y o -
n e n
H ie r
s in d
w ir
n ic h t s ta b il
n ic h t s ta b il
u n v o rh e rs a g b a r
(u ltra h y p e rb o lis c h )
Abbildung 2.5: Leben in anderen Raum-Zeit-Dimensionen?
Abbildung 2.6: Der Tripel-Alpha-Prozess
Die Abbildung 2.5 stellt die Eigenschaften der verschiedenen Kombinationen von Raum-
Zeit-Dimensionen graphisch dar.13
13Die angef¨uhrten Tachyonen sind Teilchen, welche sich nur mit ¨Uberlichtgechwindigkeit bewegen k¨onnen.
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2.2 Naturkonstanten und ihre Feinabstimmung
2.2.5 Feinabstimmung der Kohlenstoff-Synthese
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel f¨ur eine Feinabstimmung fand man bei der Frage
nach der Entstehung von Kohlenstoff, demjenigen chemischen Element, das nach heutigemWissen
eine notwendige Vorbedingung f¨ur die Entstehung von Leben ist.14 Die Tabelle
2.3 zeigt den hohen Kohlenstoffanteil im menschlichen Organismus [Voe92]. Kurz nach
Element Trockengewicht (%)
C 61,7
N 11,0
O 9,3
H 5,7
Ca 5,0
P 3,3
K 1,3
S 1,0
...
...




